Es war im Oktober 2003, als sich der US-Sender HBO und die BBC darüber verständigten eine Serie in Co-Produktion zu schicken, die mit einem Budget von 100 Millionen Dollar für die erste Staffel allein, die teuerste Serienproduktion ihrer Zeit werden sollte. In Retrospektive findet man in Artikeln zur Serie immer wieder die Redensart „ihrer Zeit voraus“.
«Rome» erzählt die fiktive Geschichte der befreundeten Centurionen Titus Pullo (Ray Stevenson) und Lucius Vorenus (Kevin McKidd) im römischen Reich, die geschickt in historische Ereignisse um die Herrscherschicht wie Cleopatra (Lyndsey Marshal), Caesar (Ciarán Hinds), oder später Augustus (Simon Woods) eingeflochten wird. Im Vergleich zum ahistorisch fantastischen «Game of Thrones» samt Magie und Drachen, setzt «Rome» auf eine reelle Darstellung der Ereignisse im historischen Rom. Doch während der Stoff ein anderer ist, sind neben dem Budget auch die thematischen Überschneidungen unverkennbar. Beide Serien wurden zum Archetyp dominierender Topoi wie Gewalt, Intrigen, Zwielichtigkeit und Sex.
Dass HBO zudem offensichtlich nicht nur daran interessiert ist, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, sondern diese auch zu korrigieren, zeigt das Beispiel «Deadwood». 2004, ein Jahr vor «Rome» gestartet und ebenfalls wegen zu hoher Kosten überraschend nach Staffel drei abgesetzt, hat die brillante Westernserie nun 13 Jahre später doch noch eine Fortsetzung erhalten. Am 31. Mai zeigte HBO mit «Deadwood: The Movie» einen wohlverdienten, abschließenden Film. Es bleibt abzuwarten, ob HBO weiter im Archiv zu früh geendeter Serien sucht und dort möglicherweise auf «Rome» stößt. Es gäbe wohl keinen besseren Zeitpunkt als jetzt, nach dem Ende von «Game of Thrones» um eine solche hoch-budgetierte Kultserie wiederzubeleben. „Sag niemals nie”, hieß es dazu 2014 von Heller. „Lustigerweise sind die Sets immer noch da. Sie sehen wunderschön aus und sind einsatzbereit.“

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