Das Magazin Sponsors hat die grobe Paketstruktur für die Bundesliga ab 2021 veröffentlicht. Sie stellt die TV-Sender vor eine knifflige Aufgabe. Was für die Sender am besten wäre und was sich die Fans wünschen, wird sich möglicherweise nicht vereinbaren lassen.
Gemäß einem Bericht des Magazins Sponsors wird die Bundesliga für den Rechtezyklus 2021/22 - 24/25 nur noch vier Pakete ausschreiben. Zwei davon betreffen den Samstagnachmittag; einmal Konferenz, einmal die Einzelspiele. Ein weiteres Paket umfasst die Topspiele am Samstagabend, das letzte Paket 103 Spiele am Freitagabend und über den Sonntag verteilt. Die zweite Liga im Pay-TV bleibt in einem Paket - exklusive dem neuen Samstagabend-Spiel, das ein eigenes Paket bekommt und entweder im Pay- oder im Free-TV läuft. Neu ist: Es soll wieder ein Anbieter alles kaufen können. Tritt dieser Fall ein, müssten ein oder zwei Pakete zur Parallel-Verwertung an einen OTT-Dienst (Web TV/mobile) gehen.
Das scheint nach allem, was bisher bekannt ist, schier ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Es ist fraglich, ob Sky wirklich willens ist, alle Pakete, die ausgeschrieben sind, zu erwerben. Als maximal attraktiv dürften sicherlich die Pakete am Samstag eingestuft werden. Um 15.30 Uhr holt der Sender die besten Quoten, um 18.30 Uhr finden die stärksten Matches statt. In Unterföhring und London müssen daher nun folgende Fragen beantwortet werden. Reicht es Sky am Samstagnachmittag vielleicht nur noch die Konferenz zu haben? Kann also auf Einzelspiele vielleicht verzichtet werden?
Manuel Weis ist seit 2006 bei Quotenmeter und seit 2007 verantwortlicher Chefredakteur. Er ist somit in allen Bereichen der Seite im Einsatz. Nebenberuflich arbeitet er als freier Sportreporter mit Schwerpunkt auf Fußball, Eishockey und Boxen.
Aktuell hält Eurosport ein Paket mit 45 Spielen. Wie viele Leute dafür ein Eurosport-Player-Abo abgeschlossen haben, ist vollkommen unklar. Der Sender hat nie irgendwelche Zahlen veröffentlicht. Subjektiver Eindruck: Der Ansturm hielt sich tendenziell in Grenzen, die Liga hat Eurosport aber geholfen, bekannter zu werden. Die Bundesliga bleibt für Discovery aber interessant: Ab Sommer soll der Eurosport Player auf der neuen P7S1-Streaming-Plattform Joyn mit integriert und somit für etliche Kunden greifbarer werden. Vor diesem Hintergrund würde ein größeres Invest für Discovery durchaus Sinn machen. Man muss sich die Frage stellen, was Eurosport gewonnen hätte, wenn man das Abenteuer Bundesliga nach nur vier Jahren wieder verlässt?
Mittelfristig auf fünf Millionen Kunden zu kommen, hatte DAZN vor einiger Zeit als Ziel ausgegeben. Aber klappt das? Um die Masse zu erreichen, braucht DAZN exklusive Inhalte. Die Bundesliga ist da Wunsch-Objekt Nummer eins. Klar ist seit dem Verlust der Premier League Rechte an Sky aber auch folgendes: DAZN kann trotz potentem Investor nicht mit Geld um sich schmeißen. Daher ist für den Sender sicherlich eines der kleineren Pakete interessant.
Bis 2013 hatte die Telekom schon Bundesliga-Rechte, verwertete diese über das Projekt „Liga total!“. Aktuell ist die Telekom Sky-Partner, bringt zum Beispiel die Bundesliga-Konferenzen über das angebotene Projekt „Sky Sport kompakt“ in die Wohnzimmer. Damit fährt der Konzern gut. Die Frage ist: Wie viel Energie steckt die Telekom in den Sport-Bereich, der ja mit Basketball, Eishockey und dritter Liga schon recht ordentlich gefüllt ist.

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Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
16.05.2019 16:58 Uhr 1
Da hätte man als Kunde die Wahl "Stream von jemand, der das kann" oder "Alle Spiele, alle Tore im PayTV bei Sky".
Sky Ticket hat zum einem mehrfach bewiesen, dass Sky Streaming NICHT kann - und die Zukunft des Dienstes steht eh in Frage (s. Sky X in Österreich). Also sollte Sky das lieber lassen (für Serien reicht's ja vielleicht mit den 25 Bildern/s)
Vorteile für Comcast/Sky: Weniger als 1 Milliarde+X an Kosten (wegen der fehlenden Exklusivität am Samstag Nachmittag und Fr+So.) - und DAZN wäre zur Kundengwinnung besser beraten als mit einem "kleinen" Paket.
Ob Sky weiterhin an Liga 2 festhält oder alles in Richtung Liga 1 bündelt, bleibt abzuwarten. Der HSV zieht noch Zuschauer (dankenswerter Weise ja ein Jahr länger in Liga 2)
Alles wird Sky sich nicht leisten können - und selbst wenn: Jahrelang hat man die kompletten Ligen exklusiv gehabt und ist nie über die Abozahlen hinaus gekommen. Warum sollte es diesmal klappen? Dann lieber 1/2 Kosten und vielleicht 1/5 Abgänge mit Premier League und neuen Serien kompensieren.
16.05.2019 18:15 Uhr 2
16.05.2019 23:15 Uhr 3
Es wäre vielleicht billiger, da man sich vorab auf etwas einigen könnte. Dann bietet man sich nicht gegenseitig hoch und hat einen Konkurrenten direkt raus. Natürlich blöd wenn man sich nicht mit dem zusammenschließt der als zweithöchstes bieten wird. Gilt dann herauszufinden wer wie interessiert sein wird.
Was ich als problematisch sehe ist DAZNs Grundsatz. Eigentlich will man nämlich den gleichen Preis für alle und die Lizenzen durch alle gemeinsam finanzieren. Das hat man mal so gesagt, ob das dann immer noch gilt ist was anderes. Das bietet sich grundsätzlich an die unattraktiveren Lizenzen mit den attraktiven zu koppeln um die unattraktiveren indirekt teurer zu machen und die attraktiven massentauglich zu halten.
Gleichwohl kommt in dieselbe Rechteperiode ja auch die Rechtevergabe der Champions League und der Europa League.
Es ist wirklich schwer zu sagen wer welche Lizenzen bekommt. Das ZDF spielt ja auch mit, welches glaub ich mal überlegt hat sich bei den Rechten mit jemandem (erwähnt wurden Telekom und Amazon) zusammenzuschließen.
Die Konferenz wird sich wohl geteilt, denn es ist für einen Sender nicht entscheidend.
Einzig wird sie sich nicht geteilt, wenn Sky die Freitag und sonntagsspiele nicht bekommt. Sonst würde ja einer quasi alle spiele zeigen können, wenn er die Konferenz auch hat.
Dazn will ja 5 Millionen Kunden, und das schafft man nur mit der Bundesliga. Die 2. Bundesliga wird wohl nicht bei dazn landen. Bei 500.000 Abonennten für die 2. Liga kann man bei 20€/Monat maximal 80 Mio. € bieten. Da wird die DFL etwas mehr wollen.
Bei 5 Mio Abonnenten die eine 1. Bundesliga bringt könnte man mit der Hälfte der Spiele die 20€ ebenfalls halten und sogar etwas Geld verdienen. Bei 15€ kommt’s dann auf den Lizenzpreis an. Selbst bei 600 Millionen € würde das allerdings funktionieren.
Also wenn man seine großen Worte bewahrheitet sehen will, dann wird man für eines der beiden großen Pakete bieten.
Mein Tipp: Dazn erwirbt das Paket für Freitags und Sonntagsspiele und erhöht auf 15€.
Eurosport sehe ich nicht dabei. Der Empfang ist zu kleinteilig, zu schwierig. Ein drittes Abo schließt einfach keiner ab und für die samstags-parallel spiele kommt man wohl nicht infrage mit zur Zeit einem Kanal. Für die Einzelspiele wird die Konkurrenz mit dazn und Sky zu groß sein.
Mein Tipp: Man wird um Highlight-Lizenzen kämpfen. Des Weiteren wird man die Europa League erwerben.
Sky ist vollkommen abhängig. Man wird seine Preisstruktur ändern müssen oder auf Teufel komm raus jede Lizenz erwerben, koste sie was sie wolle.
Die CL hat mit über 200 Millionen € Kosten im Vergleich zur Bundesliga eine schwierige Bedeutung. Sie wird nur dafür sorgen, dass man Anbieter Nummer 1 wird.
Für Sky wichtig um das vertragsmodell zu rechtfertigen und den zweifelsfrei hohen Preis den man für die Lizenzen zahlt wieder zu verdienen.
Mein Tipp: Sky wird selbstverständlich die Samstagsspiele erwerben. Und zwar alle, samt Konferenz. Die Konferenz wird sublizensiert, an die Telekom. Vorstellbar ist auch eine kleine Sublizensierung des Topspiels an das ZDF. Also ein ausgewähltes Spiel pro Jahr.
Sky wird die Champions League erwerben.
Des Weiteren wird man auch eine Europa League Konferenz sublizensieren.
Magenta wird sich zu jetzt nicht ändern. Ein bisschen sublizenzen, das wars.
Auch wenn ich mir für die Telekom etwas anderes „wünschen“ würde, ich sehe da ja riesige Chancen. Aber ist wohl zu risikobehaftet und zu teuer.