ProSieben beschenkte die Joko-und-Klaas-Fanbase mit einem weihnachtlichen, extralangen Mischmasch aus beliebten «Circus HalliGalli»- und «Late Night Berlin»-Rubriken.
Vom Set, dem Sendeplatz und der Laufzeit abgesehen, war «Weihnachten mit Joko und Klaas» zu großen Teilen eine geradlinige Fortsetzung dessen, womit Joko, Klaas und die Produktionsfirma Florida TV 2017 aufgehört haben: Der eröffnende Einspieler machte Seitenhiebe auf die einseitige «Galileo»-Themenwahl, gab den Joko-und-Klaas-Wegbegleitern Udo Walz und Palina Rojinski kleine Auftritte und parodierte die ikonische Liebeserklärung-via-Texttafeln-Szene aus «Tatsächlich... Liebe». Joko lief im Studio im Cousin-Eddie-Outfit aus «Schöne Bescherung» herum. Der berühmt-berüchtigte Countdown-Moment aus «Circus HalliGalli»-Zeiten feierte eine Rückkehr: Über zwei Stunden lang zählte eine Uhr runter auf den Moment, in dem die Moderatoren mit einem durchgeknallten Programmpunkt überrascht werden sollten. Und das war – wie es bei Joko-und-Klaas-Festtagssendungen längst Tradition geworden ist – eine riesige, inszenierte Schwachfug-Prügelei.
Viel Nostalgie, wenig Neues? Durchaus, aber wann passt so etwas besser als in einer Weihnachtssondersendung, noch dazu in einer, die sich die Rosinen aus einem beendeten Format raus pickt und so die Teile einer alten Formel fortführt, die noch immer funktionieren. Die Gefahr der Überreizung besteht nach über einem Jahr Pause seit dem «Circus HalliGalli»-Finale ja wahrlich nicht. Und etwas Abwechslung gab es dann doch: Mit sehr unterhaltsamen, aber bislang kaum genutzten «Late Night Berlin»-Rubriken, die sich in diese Weihnachtsshow gemischt haben. Olli Dittrich improvisierte mit Klaas Heufer-Umlauf ein absurdes Tischgespräch und Klaas, Lena Meyer-Landrut und Joko sangen (und "sangen") zu Hitmelodien über Probleme, über die nie zuvor gesungen wurde – dieses Mal rund ums Weihnachtsfest.
Dann könnten sie sich allerdings Gedanken um die Showtaktung machen: «Weihnachten mit Joko und Klaas» begann zügig, mit mehreren schnellen, lauten, irren Gags, Einlagen und Einspielern. Gegen Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Showdrittels wurde der Showrhythmus dann langsamer. Und der gefühlten Werbezeit tat man sich auch keinen Gefallen, indem man die erste Stunde komplett ohne klassischen Werbebreak abgehalten hat (stattdessen machten Joko und Klaas 'live' im Studio Werbung), während sich gegen Schluss auch die berühmten "Jetzt nur ein Spot"-Breaks eingeschlichen haben. Beim nächsten Mal, dann in der Ära Black Flamingo, wäre eine gegen Ende des Abends an Fahrt zunehmende Showstruktur sicher ein guter Einfall.

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