Quotencheck

«Frauentausch»

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Mit fünf neuen Folgen wartete die langjährige Erfolgs-Dokusoap von RTL II auf. Diese starteten sehr gut, rutschten aber zum Ende hin ins untere Mittelmaß ab.

Großes Qualitätsfernsehen war «Frauentausch» sicherlich nie, doch ein derart verlässlicher Garant für gute Einschaltquoten, dass man nach beachtlichen 15 Jahren Formatsgeschichte auf mehr als 500 produzierte Folgen verweisen kann. Fünf davon liefen seit Mitte September immer donnerstags zweistündig zur allerbesten Sendezeit um 20:15 Uhr auf RTL II. Doch nachdem die Rückkehr der Sendung offensichtlich noch von vielen alten Fans frenetisch bejubelt wurde, tat sie sich im Laufe der gar nicht mal so langen Ausstrahlungsperiode zunehmend schwerer - für ein gelungenes Staffelfazit langte es dank vieler junger Zuschauer aber dennoch.

Die erste Folge war wie schon erwähnt die mit Abstand quotenträchtigste und erreichte bei 1,08 Millionen Zuschauern schon insgesamt einen überzeugenden Marktanteil von 3,8 Prozent. Besonders stark war man allerdings in der klassischen werberelevanten Zielgruppe unterwegs, wo richtig tolle 8,4 Prozent bei 0,76 Millionen auf dem Papier standen. Interessant: An diesem Abend duellierten sich bei den 14- bis 49-Jährigen gleich fünf Sender nahezu auf Augenhöhe um den zweiten Platz zur Primetime hinter dem überragenden «Alarm für Cobra 11» (14,5 Prozent): ProSieben mit «Global Gladiators» (8,6 Prozent), VOX mit «Dirty Dancing» (8,3 Prozent), «Deception» sowie «Die Füchsin» mit jeweils 8,1 Prozent und eben «Frauentausch».

Nachdem der Staffelauftakt so stark verlief, mussten sich die Programmverantwortlichen im Rahmen der beiden weiteren September-Ausstrahlungen mit deutlich gemäßigteren 7,1 Prozent bei 0,61 bzw. 0,60 Millionen jungen Zuschauern begnügen, womit die Dokusoap aber noch immer weit überdurchschnittlich performte. Weitaus weniger stark war man hier jedoch schon beim Gesamtpublikum unterwegs: Folge zwei kam noch auf 0,90 Millionen sowie 3,3 Prozent, Folge drei allerdings schon nur noch auf sehr mittelprächtige 3,0 Prozent bei 0,84 Millionen - womit man beim Gesamtpublikum zur Primetime hinter allen acht klassischen großen Sendern außer kabel eins lag.

Wirklich problematisch wurden die Zahlen dann allerdings zum Endspurt im Oktober, wo insgesamt nur noch schwache 2,5 und 2,6 Prozent bei 0,75 bzw. 0,76 Millionen auf dem Papier standen, vor allem aber die bis dahin so makellose Zielgruppen-Bilanz Risse bekam. Die vorletzte Folge erreichte immerhin noch leicht überdurchschnittliche 5,8 Prozent bei 0,52 Millionen, die letzte jedoch rutschte mit 5,1 Prozent bei 0,47 Millionen sogar unter den Senderschnitt. Neben der naheliegenden Erklärung, dass die Sendung einfach sehr schnell an Reiz verlor, kann allerdings bei der Ursachenfindung insbesondere beim jungen Publikum auch auf die ungewohnt starke Konkurrenz verwiesen werden: Das Erste setzte sehr erfolgreich auf «Babylon Berlin», VOX zeigte mit «Minions» und einem «Harry Potter»-Streifen gleich zwei Quotengaranten und «Cobra 11» lief ja auch noch - alleine diese drei Sender teilten an beiden Abenden jeweils weit mehr als ein Drittel aller überhaupt fernsehenden jungen Menschen unter sich auf.

Unterm Strich kamen die fünf neuen Folgen von «Frauentausch» auf eine durchschnittliche Zuschauerzahl von 0,87 Millionen, womit 3,1 Prozent aller Fernsehenden ab drei Jahren mobilisiert wurden. Damit rettete sich das Format noch auf den Senderschnitt und gab ein durchschnittliches Quotenbild ab. In der werberelevanten Zielgruppe jedoch landete man bei guten 6,7 Prozent bei 0,59 Millionen, womit man rund einen Prozentpunkt oberhalb des Normalniveaus von RTL II lag. Der ganz große Hit ist die Dokusoap mittlerweile also nicht mehr, aber vor allem beim jungen Publikum noch immer ein Garant für bessere Solidität.

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