Popcorn & Rollenwechsel

Männerfilme, Frauenfilme?

von   |  1 Kommentar

Die FFA untersuchte die erfolgreichsten Kinofilme des vergangenen Jahres in Deutschland: Welche Filme lockten welches Geschlecht besonders stark an? Und welche Filme wurden von Vielfraßen geschaut?

Um mehr über das Kinogehverhalten in Deutschland in Erfahrung zu bringen, hat die Filmförderungsanstalt (kurz: FFA) die Ticketverkäufe für die 75 erfolgreichsten Filme im Kalenderjahr 2017 genau unter die Lupe genommen. So ergibt die FFA-Studie, dass unter den Filmen aus dem Jahr 2017 (marketingkonform) «Wendy – Der Film» mit 90 Prozent den höchsten weiblichen Publikumsschnitt hatte, gefolgt von Anika Deckers Romantikkomödie «High Society» mit 88% - im Schnitt gehen derweil 54% aller deutschen Eintrittskarten an weibliche Filmbegeisterte. Über 70 Prozent Frauenanteil hatten zudem das gesellschaftskritische sowie absurde Familienmusical «Bibi & Tina – Tohuwabohu total!» (78%), «Ostwind – Aufbruch nach Ora» (77%), das Erotik-Romantikdrama «Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe» (76%), das Disney-Musical «Die Schöne und das Biest» (73%), der deutsche Animationsfilm «Happy Family» (73%), «Pitch Perfect 3» (73%) sowie die Sony-Komödie «Girl's Night Out» (ebenfalls 73%).

Die höchsten Männeranteile hatten derweil Christopher Nolans Kriegsfilm «Dunkirk» (75%), Edgar Wrights musikalischer Gangster- und Autoactionfilm «Baby Driver» (74%), das Keanu-Reeves-Actionvehikel «John Wick: Kapitel 2» (74%), «The Great Wall» (71%) und «Alien: Covenant», «Blade Runner 2049» sowie der bereits 2016 gestartete, aber auch 2017 erfolgreich ausgewertete «Rogue One: A Star Wars Story» (jeweils 69%). Aber auch Patty Jenkins' Superheldinnenfilm «Wonder Woman» wurde mit 66% Männern im Publikum weit überdurchschnittlich von Herren besucht.

Der Film mit dem höchsten Anteil an Menschen in seinem Publikum, die mindestens das Abitur in der Tasche haben? Das war wiederum «Baby Driver» mit 73 Prozent – durchschnittlich sind 51 Prozent des Publikums dieser Edgar-Wright-Regiearbeit mit dem Abitur oder einer höheren Schulbildung gesegnet. Den niedrigsten Abiturientenanteil hatte 2017 dagegen «Hanni & Nanni - Mehr als beste Freunde» (25%). Ebenfalls faszinierend: «Vaiana» und «Paddington 2» waren 2017 für viele Filmfans ein regelrechtes Gruppenerlebnis. Jeweils 19 Prozent des Publikums dieser beiden Familienfilme gingen mit mindestens vier Begleitpersonen in den Saal.

Am anderen Ende der Skala steht «Blade Runner 2049»: Ein Viertel aller Menschen, die sich Denis Villeneuves Sci-Fi-Film im Kino angesehen haben, zog alleine los. Das gefräßigste Publikum hatte wiederum «Abgang mit Stil» mit 12,92 Euro Verzehr pro Kopf, gefolgt von «Transformers – The Last Knight»: Im Mittel gab jedes einzelne Publikumsmitglied des Michael-Bay-Spektakels 11,11 Euro für Verzehr im Kino aus. Zum Abschluss noch eine letzte Statistik: Die FFA-Analyse des vergangenen Kinojahres ergab zudem, für welchen Film am meisten geblecht werden musste – «Star Wars – Die letzten Jedi». Durchschnittlich 12,15 Euro kosteten die Tickets für Rian Johnsons Weltallabenteuer. Zum Vergleich: 2017 kosteten Kinotickets in der Bundesrepublik 8,63 Euro im Schnitt.

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04.07.2018 10:21 Uhr 1
"Den niedrigsten Abiturientenanteil hatte 2017 dagegen «Hanni & Nanni - Mehr als beste Freunde» (25%)"

In welcher Altersgruppe?

Ein Elternteiltaxi geht mit Kind und zwei Freunden in den Film = 25%.

Das sagt doch nichts über die Bildung aus.



Könnte man ergänzen, wie hoch die Abiturientenquote (bezogen auf die Ü20) bei den gefräßigsten Filmen (wie Transformers) war?



Mich würde ebenso der Abiturientenanteil von "Tschiller: Off Duty" interessieren.

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