Im deutschen Fernsehen entsteht eine neue Band. Ganz ohne Jury und ohne Telefonvoting. Und trotzdem ist «Die Band» zu forciert ...
Vorm Start gab es für «Die Band» bereits Lob seitens des Spitzenverbands der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche (Society Of Music Merchants e. V., kurz: SOMM). Diese begrüßte in einem öffentlichen Statement die Idee hinter dem Konzept: Verbandsgeschäftsführer Daniel Knöll glaubt, dass die prominente Platzierung der Sendung das öffentliche Interesse am aktiven Musizieren stärken könnte. „In den letzten Jahren hat sich das Interesse von Jugendlichen am Musikmachen deutlich verändert. Immer weniger Jungen und Mädchen setzen sich in der Freizeitbeschäftigung mit instrumentalem Musizieren auseinander“, so Knoll. Weiter sagt er: „Das Überangebot der Freizeitindustrie und der Umgang mit Smartphones, Apps & Co. rücken das Spiel mit Musikinstrumenten leider immer mehr in den Hintergrund.“
Und tatsächlich blickt «Die Band» im Reportagestil darauf, was das Musizieren den Teilnehmern bedeutet und wie sie ihre arbeitsreiche Zeit in Barcelona erleben. Ganz von allein läuft die Band-Entwicklung dennoch nicht ab. Dass Schirmherr Samu zur Inspiration der Künstler und zur Bespaßung der Zuschauer diverse Bandgrößen einlädt, ist natürlich willkommen. Ebenso wie die Tipps von Musikproduzent André "Brix" Buchmann und Vocalcoach Sofi. Sowas passt auch zum Workshop-Gedanken. Dass das Reglement aber den Abgang von exakt zwei Kandidaten verlangt, statt den Musikern den Modus frei zu lassen, sofern zum Schluss eine Band entsteht, ist ein schwerer Fauxpas. Es stellt das Eingreifen einer unsichtbaren Hand dar. Bloß, dass diese unsichtbare Hand so stark zu spüren ist, dass der Grundgedanke des Konzepts darunter leidet. Wo bleibt die von SOMM gefeierte Würdigung des Musikmachens, wenn letztlich wieder einmal das Konkurrenzdenken angefeuert wird?

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