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Doku-Doppel über Klinikkrise und Angstgesellschaft

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Am Dienstagabend verbindet das ZDF gesellschaftliche Realität und wissenschaftliche Analyse mit neuen Ausgaben von «37°» und «Terra X Harald Lesch».

Der Dienstag, 10. März 2026, steht im ZDF ab 22:20 Uhr im Zeichen großer struktureller Fragen. Zunächst beleuchtet «37°» „Die Landklinik: Patient Krankenhaus“ die dramatische Lage eines kleinen Krankenhauses in Brandenburg, ehe um 22:50 Uhr «Terra X Harald Lesch – … und die Welt in Angst» den Blick weitet und fragt, warum Angst zum Grundgefühl unserer Zeit geworden ist.

In «37°» rückt die Landklinik Wriezen in den Mittelpunkt, die für die medizinische Grundversorgung in der Region unverzichtbar ist, wirtschaftlich jedoch ums Überleben kämpft. Personalmangel, Inflation und steigende Kosten setzen dem Haus massiv zu, während die Krankenhausreform den Druck weiter erhöht. Der Film von Nadja Kölling ist der zweite Teil der Reportage «Die Landklinik» und porträtiert ein Krankenhaus im Umbruch – getragen vom Idealismus seiner Mitarbeitenden.

Geschäftsführerin Katja Thielemann steht vor der Aufgabe, Reformvorgaben umzusetzen, Leistungen zu bündeln und gleichzeitig Einsparungen zu realisieren. Chefarzt Georg Bauer versucht unterdessen, medizinische Qualität trotz wachsender Belastung sicherzustellen. Deutlich wird auch, wie abhängig der Klinikbetrieb inzwischen von internationalem Personal ist. Die indischen Ärztinnen und Ärzte Anoop Puritipati und Meghana Kurapati sind ein Beispiel dafür, wie Migration das System stützt – und zugleich neue gesellschaftliche Fragen aufwirft.

Direkt im Anschluss widmet sich «Terra X Harald Lesch – … und die Welt in Angst» einem Gefühl, das weit über das Gesundheitswesen hinauswirkt. Harald Lesch untersucht, warum Kriege, Klimakrise und wirtschaftliche Unsicherheit Angst zur ständigen Begleiterin gemacht haben – und wie Medien und Politik diese Emotion teils gezielt verstärken. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erklärt Lesch, wie unser Gehirn auf Bedrohungen reagiert und warum Unsicherheit oft belastender ist als konkrete Gefahr. Die Folge zeigt zugleich Wege aus der Angstspirale auf: von besserem Umgang mit Unsicherheit bis zur sogenannten Ambiguitätstoleranz, also dem Aushalten widersprüchlicher Realitäten.

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