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Gemenschelt: Darum bleibt «Heroes Reborn» eine Mini-Serie

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Zwar wurde dem Format im Vorhinein ohnehin nur eine Staffel eingeräumt, dennoch liegt das Ausbleiben einer Fortführung vor allem an der schwachen Performance des Comebacks.

Facts zu «Heroes Reborn»:

  • Genre: Science Fiction / Mystery
  • Erfinder: Tim Kring
  • Darsteller: Jack Coleman, Zachary Levi, Robbie A. Kay, Kiki Sukezane, Ryan Guzman u.m.
  • Episodenzahl: 13
  • Executive Producers: Tim Kring, Dennis Hammer, Allan Arkush u.m.
  • Schnitt: Lori Motyer, Mike Ketelsen, Michael S. Murphy, Donn Aron u.m.
  • Drehorte: Los Angeles, Kalifornien & Ontario, Canada
  • Produktionsfirma: Universal Television
  • Erstausstrahlung: 24. September 2015 (NBC)
Wie kaum eine andere TV-Saison stach das Serienjahr 2015/2016 schon zu Beginn in Bezug auf die Wiederverwertung alter Ideen heraus. So feierten bei ABC die «Muppets» ihr Comeback und bei FOX widmeten sich in der Rückkehr von «Akte X» Mulder und Scully erneut mysteriösen Fällen des FBI. Auch NBC wartete unterdessen schon Ende September mit einem großen Comeback auf, das sich vor seinem Start am 24. September 2015 in einer vielversprechenden Ausgangsposition befand. Mit «Heroes» startete NBC einst im September 2006 einen Genremix aus Science-Fiction und Mystery, der es nicht nur schaffte, schnell eine große Fangemeinde um sich zu versammeln, sondern auch Schauspieler wie Hayden Panettierre und Zachary Quinto einem großen Publikum bekannt zu machen. Zwar wurde das Format aufgrund schwacher Quoten nach vier Staffeln abgesetzt, die Serie leidete jedoch nach der Debüt-Staffel massiv unter Hollywoods Autoren-Streik, aufgrund dessen die Geschichten klar an Qualität einbüßten.

So deutete «Heroes» damals nach einem starken Beginn das Potenzial an, langfristig für Quotenerfolge zu sorgen. Dieses Potenzial, das einst auch aufgrund der äußeren Umstände verloren ging, wollte NBC mit dem Spin-Off «Heroes Reborn» nun weiter ausschöpfen. Erneut entwickelte Tim Kring die Fortsetzung der Geschichte um die von normalen Menschen mit Skepsis bis Feindseligkeit betrachteten ‚Über-Menschen‘, da NBC jedoch um die einstigen Quotenschwächen wusste, die letztlich für das Ende des Formats verantwortlich waren, kündigte das Network den Ableger vorsichtig als Mini-Serie. Dass es sicher bei einen Staffel bleiben würde, war jedoch intern vermutlich lange nicht so klar, wie es aufgrund der Ankündigungen den Anschein machte. NBC wartete zunächst die Performance von «Heroes Reborn» ab und hätte die Serie eingeschlagen, hätte es keinen erfahrenen Beobachter verwundert, wenn der US-Sender «Heroes Reborn» nicht doch noch fortgesetzt hätte.

Die Quoten-Erfolge blieben jedoch aus und damit auch die Fortführung des Spin-Offs. Schon der Start der Mystery-Serie deutete darauf hin, dass man die Sehnsucht der «Heroes»-Fanbase in Bezug auf die Rückkehr der Serienidee überschätzt hatte. Die Premiere am 24. September machte mit einer Doppelfolge bereits keine besonders gute Figur, gleichwohl das Zuschauerinteresse im Rahmen der 13 Episoden noch deutlich abnehmen sollte. Mit 6,09 Millionen Zuschauern startete das Universal-Format zwar gegen den starken Staffelauftakt von «Grey’s Anatomy», aber auch gegen Reruns von FOX‘ «Scream Queens» oder «The Flash» bei The CW. Unter den Network-Sendern rangierte NBC zwischen 20 und 22 Uhr mit sechs Prozent Marktanteil auf Platz Drei hinter den ABC und der NFL bei CBS, die zunächst mit Vorberichterstattungen in den Abend startete, jedoch bereits um 20.30 Uhr in die eigentliche Partie überging. Auf dem 21 Uhr-Sendeplatz war gegen das Football-Spiel und dem Staffelauftakt von ABCs «Scandal» später schließlich nicht mehr viel zu holen.

Vom Start hatte sich NBC also sicher etwas mehr erhofft, zurückkehrende Formate ersetzten in den Folgewochen jedoch Wiederholungen auf den Konkurrenz-Sendern und erschwerten so die Lage von «Heroes Reborn» noch. Weiterhin musste sich das Tim Kring-Format gegen «Grey’s Anatomy» und gegen den Thursday Night Football bei CBS herumschlagen, in Woche zwei startete zudem «Bones» in seine neue Staffel bei FOX. So blieben NBC noch 5,00 Millionen Zuschauer treu, die allerdings noch immer sechs Prozent der jungen Zuschauer enthielten. Noch bis Episode sechs ging es in Sachen Reichweite danach kontinuierlich abwärts für «Heroes Reborn», das in Woche drei auch die neuen Folgen von «The Vampire Diaries» vorgesetzt bekam. Die The CW-Serie komplettierte die Timeslot-Konkurrenz, die «Heroes Reborn» am US-Donnerstag für den Rest des Runs weiter Zuschauer abspenstig machte. Mit der Rückkehr der Vampir-Serie wandten sich schließlich auch sichtlich mehr 18- bis 49-Jährige von «Heroes Reborn» ab. 4,41 Millionen Zuschauer der dritten Episode beinhalteten noch vier Prozent der Zielgruppe.

So hielt der Zuschauerrückgang noch bis zum 22. Oktober an. Ausgabe fünf verlor am 15. Oktober erneut 400.000 Zuschauer und schnitt so noch mit 4,01 Millionen Interessenten ab. Sieben Tage später erreichte «Heroes Reborn» sogar nur noch 3,80 Millionen Zuschauer, hielt sich aber dennoch bei vier Prozent der jungen Zuschauerschaft. Die Lage besserte sich etwas, als am 29. Oktober wieder 3,95 Millionen Fernsehende ab Zwei zu NBC schalteten. Mit 3,97 Millionen hielt «Heroes Reborn» dieses Niveau am 5. November, als auch «The Big Bang Theory» auf CBS wieder mit neuen Folgen aufwartete, die dem Football quotentechnisch jedoch in nichts nach standen. Schon am 12. November 2015 waren die leichten Reichweitensteigerungen wieder passé, die Zuschauerzahl fiel auf 3,78 Millionen Zuschauern, wobei «Heroes Reborn» noch immer seinen Zielgruppen-Marktanteil von vier Prozent hielt.

Die letztlich niedrigste Reichweite der Mini-Serie stand am 19. November zu Buche und damit unmittelbar vor der Winterpause des NBC-Formats, das erst wieder im Jahr 2016 zurückkehren sollte. 3,72 Millionen Zuschauer zum Jahresabschluss ergaben einmal mehr vier Prozent der Umworbenen. Erst am 7. Januar 2016 hatte «Heroes Reborn» danach wieder die Chance, diesen Tiefpunkt vergessen zu machen. Dies gelang mit erneut sehr schwachen 3,74 Millionen Interessenten nicht, erstmals verzeichnete die Serie sogar nur drei Prozent der 18- bis 49-Jährigen, weil auch das bei den jungen Zuschauern beliebte «American Idol» von nun an am Donnerstagabend auf Zuschauerfang ging. Dass NBCs Entscheidung, «Heroes Reborn» nur in einer Staffel zu zeigen nicht von Vornherein in Stein gemeißelt war, zeigte sich am 13. Januar, als NBC offiziell und endgültig ankündigte, von einer zweiten Staffel des Formats abzusehen, obwohl davon ja vor dem Auftakt der Serie scheinbar sowieso keine Rede gewesen sein soll. Am Tag darauf gewann «Heroes Reborn» gegenüber der Vorwoche 90.000 Interessenten hinzu, lag damit jedoch weiterhin bei drei Prozent der Zielgruppe. Das Format endete schließlich am 21. Januar unter den Augen von erneut 3,83 Millionen Personen ab zwei Jahren sowie drei Prozent der jungen Zuschauer.

Dass die Rückkehr alter Ideen nicht gleichzeitig die Rückkehr zu den Quoten-Erfolgen von einst bedeutet, zeigte sich im Rahmen der «Muppets» bei ABC in dieser Saison bereits. Auch «Heroes Reborn» fiel wohl NBCs Fehlkalkulation angesichts der Zuschauer-Sehnsucht gegenüber einer «Heroes»-Fortsetzung zum Opfer. Im Schnitt schalteten pro Folge 4,32 Millionen Zuschauer ein sowie meist vier Prozent der 18- bis 49-Jährigen. Zu wenig für NBC, dass das Format wohl nun auf ewig zu den Akten legen wird.

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