Quotencheck

«Helena Fürst – Die Anwältin der Armen»

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Wirklich überzeugen konnte die RTL-Doku-Soap nicht. Zum Ende hin sah es quotentechnisch aber dann doch noch versöhnlich aus.

Der Doku-Mittwoch hat RTL in der letzten Zeit nicht wirklich glücklich machen können. Mit ungewohnt schwachen Quoten hatte der Kölner Privatsender zu kämpfen, eine Mitschuld an dieser Misere hat unter anderem «Helena Fürst – Die Anwältin der Armen» getragen. Einst nur den Zuschauern von «Punkt 12» bekannt, eroberte die ehemalige Sozialfahnderin Ende Mai 2011 die Primetime. Schließlich hat sich schon eine einmalige Test-Ausgabe im April 2010 beweisen können: Damals wurden am Sonntagvorabend 19,9 Prozent Marktanteil gemessen. Doch von solchen Werten konnte die erste Staffel nur träumen. Viel zu oft lag man unter dem Senderschnitt – was jedoch auch ein wenig an dem schwachen Vorprogramm lag. Quotenmeter.de legt die Fakten auf den Tisch.

Zum Start am 25. Mai 2011 schalteten um 21.15 Uhr 2,09 Millionen 14- bis 49-jährige Zuschauer ein, damit erreichte man immerhin einen Marktanteil von 17,3 Prozent in der Zielgruppe – für den Marktführer eigentlich zu wenig, bewegte sich der Durchschnittswert hier im Mai 2011 doch bei 18,7 Prozent. Blickt man jedoch auf die Quoten des Lead-Ins, nämlich «Nachbarschaftsstreit», so konnte man mit diesen Zahlen im Grunde genommen noch völlig zufrieden sein. Mediator Franz Obst brachte es im Vorfeld nämlich nur auf 14,0 Prozent der Werberelevanten. Insgesamt interessierten sich 4,57 Millionen Zuschauer ab drei Jahren für die Premiere Fürsts, das entsprach einem soliden Marktanteil von 15,5 Prozent.

Eine Woche später fiel dann aber auch Helena Fürst in den roten Bereich. Nur noch 3,37 Millionen Zuschauer konnten sich für das Format begeistern, im Vergleich zur Vorwoche gingen mehr als eine Million Zuschauer verloren. Der dazugehörige Marktanteil lag bei äußerst mageren 12,0 Prozent. Auch bei den jungen Zuschauern musste man Abstriche machen. Von 17,3 Prozent ging es auf 15,2 Prozent hinab, die Reichweite belief sich auf 1,61 Millionen. Auf diesem Niveau schlug sich auch die nächste Ausgabe, es wurden unspektakuläre 15,3 Prozent generiert.

Weiter nach unten ging es dann am 15. Juni 2011, wo nur noch 3,17 Millionen aller Fernsehenden zusahen und RTL mit 11,4 Prozent den tiefsten Gesamt-Marktanteil der Staffel bescherten. Auch in der wichtigen Zielgruppe hagelte es einen Negativ-Rekord. Aus 1,62 Millionen jungen Leuten resultierten 14,6 Prozent Marktanteil. Da das Vorprogramm mit circa zwölf Prozent Marktanteil einmal mehr nicht überzeugen konnte, wurde «Nachbarschaftsstreit» kurzerhand aus dem Programm verbannt. Den frei gewordenen Sendeplatz um 20.15 Uhr übernahm fortan «Helena Fürst – Die Anwältin der Armen», direkt im Anschluss sollte dann «Einspruch!» beim Publikum punkten. Letzterer Plan ging nicht auf, dafür wurde aber Helena Fürst neues Leben eingehaucht.

3,61 Millionen Zuschauer ab drei Jahren sahen sich die fünfte Ausgabe auf dem neuen Sendeplatz an, der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag somit bei 12,5 Prozent. In der Zielgruppe verbesserte man sich um rund zwei Prozentpunkte auf 16,7 Prozent – auch hier war also ein leichter Aufwärtstrend zu spüren. Genauso ging es schließlich die letzten drei Wochen weiter, RTL musste sich also keine allzu großen Sorgen mehr machen. Und das, obwohl man zeitweise gegen die quotenstarke Fußball-WM der Frauen antreten musste.

Trotzdem: Ein wirklich gutes Fazit kann man über die Doku nicht ziehen. Womöglich war die Primetime dann doch eine Nummer zu groß für Helena Fürst. Jedenfalls sprechen die Einschaltquoten für diese These. Im Schnitt wurden die acht Ausgaben von 3,70 Millionen Menschen angesehen, das entsprach einem mauen Marktanteil von 12,8 Prozent bei allen. Normalerweise kommt RTL in dieser Gruppe auf fast 15 Prozent Marktanteil. Von den Umworbenen sahen im Mittel 1,83 Millionen Zuschauer zu, das hatte einen klar unterdurchschnittlichen Marktanteil von 16,3 Prozent zur Folge. Ob das für eine zweite Staffel reicht, darf bezweifelt werden.

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