US-Fernsehen

Rettungstruppe, «Kingsman»-Style: «DuckTales»-Macher plante ambitioniertes «Chip & Chap»-Reboot

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«DuckTales»-Autor und -Produzent Frank Angones plante eine ungewöhnliche Disney-Serie, die eine völlig neue Vision der Rettungstruppe verfolgen sollte.

Das 2017 gestartete Reboot der Disney-Zeichentrickserie «DuckTales» erfreut sich großer Beliebtheit: Die Abenteuerserie rund um den reichen Unternehmer Dagobert Duck, seinen Neffen Donald Duck, dessen Neffen Tick, Trick und Track sowie eine illustre, schräge Riege an Freunden und Feinden dieser chaotischen Enten wird mit überaus positivem Presseecho bedacht und ist bereits für eine dritte Staffel bestätigt. Die befindet sich derzeit in Arbeit und wird sich unter anderem um Erfinder Daniel Düsentrieb drehen und eine neue Interpretation von Daisy Duck einführen. Zudem enthüllte Autor und Co-Produzent Frank Angones bereits auf der San Diego Comic Con 2019, dass er in den neuen «DuckTales»-Folgen die Rettungstruppe aus «Chip & Chap – Die Ritter des Rechts» neu erfinden wird.

Was Angones bislang aber unter Verschluss hielt: Er plante ursprünglich Größeres mit den kampflustigen Nagern. Wie er jetzt via Twitter verraten hat, pitchte er Disney ein ambitioniertes «Chip & Chap»-Reboot, das von Matthew Vaughns populären «Kingsman»-Filmen inspiriert ist. Die Serie sollte auf drei Zeitebenen spielen und zudem Querverweise auf die Disney-Zeichentrickfilme «Bernard und Bianca» und «Basil, der große Mäusedetektiv» enthalten. Die Referenzen auf «Bernard und Bianca» wären gewissermaßen ein Insidergag gewesen, da die 1989 entstandene Trickserie «Chip & Chap – Die Ritter des Rechts» eingangs nicht als Vehikel für die Streifenhörnchen Ahörnchen und Behörnchen geplant war, sondern als Spin-Off von «Bernard und Bianca».

Angones' «Chip & Chap – Die Ritter des Rechts»-Reboot sollte davon handeln, dass im Viktorianischen London die kleine Maus Olivia Hampelmann nach den Ereignissen aus «Basil, der große Mäusedetektiv» die Rettungshilfsvereinigung gründete, die bezweckt, dass Nager und andere Tiere heimlich Menschen in Not helfen. Viele Jahrzehnte später wurde diese Vereinigung jedoch von ihren Feinden zersplittet. Die Niederlassung in Manhattan besteht nun, in der Gegenwart, nur noch aus einem gealterten Bernard, der sich über eine verschollene Bianca den Kopf zerbricht, als er von Chip und Chap angefleht wird, der Rettungshilfsvereinigung beitreten zu dürfen.

Bernard verweigert dem streng Regeln befolgendem, seit seiner Kindheit von der Rettungshilfsvereinigung schwärmendem Chip und seinem eher auf Improvisation stehendem Kumpel Chap jedoch, sich der Organisation anzuschließen. Denn in der Rettungshilfsvereinigung galt seit jeher das Motto: "Streifenhörnchen halten Ärger nicht auf, sondern verursachen ihn." Bernard lässt sich aber letztlich erweichen und hilft dem Duo, eine Tochtergruppe zu gründen und so die Anti-Streifenhörnchen-Regel der Rettungshilfsvereinigung zu umgehen – so wird die Rettungstruppe begründet, die alsbald einer tödlichen Verschwörung auf die Schliche kommt: Einst plante der diabolische Professor Rattenzahn, die Menschheit zu zerstören – und der gemeine Kater Al Katzone tüftelt an einem Weg, diesen alten Plan durchzuführen.

Angones sah vor, die Serie frisch zu halten, indem es neben Episoden in der Gegenwart auch Folgen geben sollte, die im London zur Zeit von Basil spielen sowie Episoden rund um Bernard und Bianca, die in den 1980ern angesiedelt sind. Die «Kingsman»-Einflüsse sind in der Herangehensweise an die Mythologie rund um die zentrale Geheimorganisation zu spüren. Zudem hätte es eine erzählerische Parallele gegeben: So, wie Taron Egertons Eggsy der erste «Kingsman»-Rekrut aus einem sozialen Brennpunkt ist und seine Kollegin Roxy die erste Frau bei Kingsman, wären Chip und Chap (dank Trick 17) die ersten Backenhörnchen der Rettungshilfsvereinigung.

Alle Serienfans, die sich nun nach diesem «Chip & Chap – Die Ritter des Rechts»-Reboot sehnen, müssen sich nun aber auf eine herbe Enttäuschung gefasst machen: Disney lehnte Angones' Pitch ab. Der Autor und Produzent fürchtet, dass die Serie nach einer zu dichten Kontinuität griff, und Disney sich das nicht im animierten Familienfernsehen zutraute. Außerdem arbeitet Disney bereits an einem anderen Rettungstruppe-Projekt, nämlich an einem «Chip & Chap – Die Ritter des Rechts»-Realfilm (mehr dazu). Angones beteuert dennoch, die Figuren zu lieben und dass er weiterhin unbedingt eine Chance haben möchte, mehr mit ihnen zu machen.











Disney-Fans mit unbändigem Optimismus können nun hoffen, dass der «Chip & Chap»-Gastauftritt in Staffel drei von «DuckTales» so gut ankommt, dass Disney Angones' Idee noch einmal hervorholt. Die dichtere Erzählweise würde sich ja für ein Disney+-Projekt eignen, wo sich Folgen leichter bingen lassen als im linearen Fernsehen. Pessimistische Gemüter wiederum können fortan dieser Idee hinterher trauern. Und Realistinnen sowie Realisten können erst einmal auf die Disney+-Kurzfilme mit den frechen Streifenhörnchen warten (mehr dazu).

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