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Darum fällt YouTube auch 2019 mit dem Rewind durch

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Es ist Mitte Dezember… Zeit auf das Jahr zurückzublicken. Während YouTube mit dem eigenen Rückblick scheinbar wieder ins Klo gegriffen hat, präsentiert Google die interessanten Suchtrends im Jahr 2019.

Im Dezember blicken alle möglichen Menschen, Institutionen, Formate usw. auf das ablaufende Jahr zurück. So ist es auch bei der größten Videostreaming-Plattform der Welt schon lange Tradition gegen Ende des Jahres im «YouTube Rewind» auf die Topthemen der Plattform und seiner Community zurückzublicken. Während das «YouTube Rewind» vor einigen Jahren noch sehr beliebt bei den Nutzern war und Likes im siebenstelligen Bereich bekam, mussten die Rückblicke in den vergangenen Jahren herbe Kritik einstecken. Das ging sogar so weit, dass der «YouTube Rewind 2018» derzeit den Rekord für die meisten Dislikes auf der Plattform hält. Über 17 Millionen Zuschauer gaben einen Daumen nach unten, Will-Smiths-Auftritt wurde zum Internet-Meme. 2016 sah noch alles gut aus mit 3,8 Millionen Daumen nach oben zu 560.000 negativen Bewertungen. Ab 2017 ging es nach Meinung der Community bergab.



In diesem Jahr gelobte YouTube natürlich wieder Besserung. Nach dem verheerenden Feedback 2018 wollte man auf keine Fall nochmal so eine Klatsche einfahren. Das ist ganz klar in dem neuen «Rewind» zu sehen. Doch genau da liegt auch das Problem. Zwar haben sie ihr größtes Teilziel erreicht: Der neue Rückblick wird nicht mehr so hart abgestraft wie das Video von 2018, allerdings konnten sie auch dieses Mal keinen Shitstorm verhindern. Denn das Video von 2019 ist vor allem eins: Unkreativ. YouTube geht auf Nummer sicher. Anstatt etwas eigenes zu produzieren, ist das Video einer Anreihung von Hit-Listen aus dem Jahr 2019, das hätten auch zahlreiche andere Kanäle gekonnt, so der Tonus. Genau wegen dieser Uninspiriertheit wird YouTube abgestraft. Denn die wichtigen Themen des Jahres, die wirklich relevant waren, werden in diesen schlichten absoluten Zahlen nicht wirklich abgebildet. YouTubes größtes Gesicht, PewDiePie, bringt es in seinem Video-Reaktion auf den Punkt. Wer Ideen bekommen will, wie es hätte besser laufen können, sollte mal einen Blick reinwerfen.



Über sieben Millionen Menschen gaben dem Rewind innerhalb einer Woche vor allem wegen der fehlenden Kreativität, die eigentlich der Kernwert der Plattform sein sollte, einen Daumen nach unten. Dagegen stehen 2,9 Millionen Daumen nach oben. Natürloch ist klar, dass es für YouTUbe schwer ist die Erfolge der Rewinds in den früheren Jahren zu wiederholen. Die Plattform wird immer größer, Nutzer aus verschiedenen Alters- und Gesellschaftgruppen treffen immer mehr aufeinander, neue Märkte, Genre etc. erschließen sich. Da alles im Blick zu behalten und das wichtigste davon in ein interessantes 10-Minuten-Video zu packen, gar nicht so einfach. Wahrscheinlich haben auch zahlreiche Zuschauer einfach aus Prinzip und Unzufriedenheit ein Downvote gegeben und sich nicht auf den Inhalt des Videos bezogen. Doch trotzdem hätte YouTube den Rewind so viel besser gestalten können. Vielleicht würde mal etwas besseres Herauskommen, wenn man sich für den Rückblick ernsthaft mit den Topcreatoren zusammensetzen und diese einfach mal machen lassen würde. Immerhin scheine sie ja Ahnung zu haben, was in der Community gut ankommt. Wenn man weiter nur auf Hitlisten setzt, dann kann YouTube sich den Rewind auch sparen.

Google-Such-Statistik 2019: Das hat die Deutschen bewegt


Während YouTube mit seinen Hitlisten wegen mangelnder Kreativität, die erwartet wird, einen Shitstorm abbekam, ist es für Google natürlich völlig normal, dass man gegen Ende des Jahres die angesagtesten Suchanfragen des Jahres veröffentlicht. Basierend auf den Begriffen, die im Vergleich zum Vorjahr im Suchtrend lagen, gab Google am Mittwoch wieder die Topbegriffe der Suchmaschine preis. Dominiert werden die “Suchbegriffe des Jahres” von tragischen Ereignissen. So thront leider der Name “Rebecca Reusch” auf Platz eins. Im Februar war die Berliner Schülerin verschwunden. Seitdem fehlt von ihr jede Spur.

Hinter der vermissten Teenagerin bewegte die Deutschen die “Notre Dame” am meisten. Auch diese geriet eher tragisch in die Trends, als es im April zu einem Großbrand der Kathedrale kam und das Dach weitestgehend zerstört wurde. Auf Rang drei kommt mit der “Handball WM” der erste erfreuliche Begriff in der Hitliste. Komplettiert werden die Top fünf der gefragtesten Suchbegriffe des Jahres von dem verstorbenen “Karl Lagerfeld” und dem kleinen “Julen”, der in einem Schacht in Spanien tragisch verunglückte und nur noch geborgen werden konnte. Die gefragteste Persönlichkeit des Jahres war Greta Thunberg, die jüngst auch vom Time-Magazin zur “Person des Jahres” gekürt wurde. Auf Platz zwei der Persönlichkeiten kommt ein TV-Sternchen. Evelyn Burdecki tauchte in diesem Jahr in zahlreichen Shows auf, nachdem sie als neue Dschungelkönigin die Zuschauer bei «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!» begeisterte. Rang drei fällt Alice Merton zu, die in diesem Jahr neue Jurorin bei «The Voice Germany» wurde und auf Anhieb die Staffel mit ihrer Kandidatin Claudia Emmanuela Santoso gewann.

Auf politischer Ebene schien vor allem “Artikel 13” die Leute im Netz zu beschäftigen. Der Begriff liegt im Politikbereich nur hinter der Europawahl und ist mit “Was ist Artikel 13?” die heißeste “Was-Frage” gewesen. Gefragtester Film des Jahres war «Joker», der sogar «Avengers: Endgame» hinter sich ließ. Weitere interessante Zahlen von Google findet man hier.

Kurz-URL: qmde.de/114356
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