Die Kritiker

«Wilsberg: Tod auf Rezept»

von
Story
Kommissar Wilsberg ist ans Krankenbett gefesselt: Nach einem Unfall musste sich der Ermittler einer OP unterziehen. Doch ein Spürsinn ist deswegen keinesfalls gemindert: Eines Nachts erkennt er, wie im gegenüberliegenden Krankenhaustrakt eine Schwester hart von einem Arzt angegangen wird. Wilsberg schlägt Alarm, aber niemand glaubt ihm. Nebenwirkungen des Schmerzmittels hätten dazu geführt, beschwichtigt die Nachtschwester.

Auch Alex, Ekki und Anna schenken Wilsberg nach dessen Entlassung keinen Glauben. Stattdessen bemuttern sie ihn, da er im Rollstuhl sitzt. Wilsberg ist das höchst unangenehm. Dann erfährt Wilsberg, dass Anna genau gegenüber von Arzt Suhlke wohnt. Unter dem Vorwand, ihre Pflege zu benötigen, nistet sich der Kommissar bei ihr ein und stellt schon bald fest, dass der feine Arzt wohl etwas zu verbergen hat: Der Arzt hatte Streit mit einem Fremden, wie der Ermittler dank eines Fernglases beobachten konnte – zudem versteckte er kurze Zeit später etwas unter seinem Parkettboden. Da er aber nichts genaueres erkennen konnte, beschließt er, kurzerhand in das Appartement des Arztes einzubrechen.

Das ist mühsam, denn schließlich sitzt der Kommissar noch immer im Rollstuhl. Besonders als Suhlke plötzlich zurückkommt, kann Wilsberg nicht so schnell fliehen wie gewollt. Sein Fluchtversuch endet mit einem Sturz die Treppe hinunter. So kommt es, dass sich der Ermittler schneller als gedacht im Krankenhaus wieder findet. Sein behandelnder Arzt ist ausgerechnet Suhlke – und dieser ordentlich zunächst einmal die Fixierung an…

Darsteller:
Leonard Lansink («Löwenzahn – Die Reise ins Abenteuer») ist Georg Wilsberg
Oliver Korittke («Reine Formsache») ist Eddi Talkötter
Ina Paule Klink («Geile Zeiten») ist Alex
Rita Russek («Stimme des Herzens») ist Anna
Steffen Münster («Otto – Der Katastrofenfilm») ist Dr. Suhlke


Kritik:
Dem Regisseur Marc Hertel ist mit dem neuen «Wilsberg»-Krimi ein wundervoller Film gelungen. Die Story bietet neben witzigen Momentan auch richtig spannende Elemente, in denen man mit dem gehandicapten Kommissar mitfiebert. Ohnehin: Die Tatsache, dass der Hauptdarsteller nach einer OP im Rollstuhl sitzt und somit seinen Ermittlungsdrang nicht voll und ganz ausleben kann, verleiht dem Film einen besonderen Reiz.

Schauspielerisch überzeugt der Film auf ganzer Linie – hier gibt es wirklich rein gar nichts auszusetzen. Auch die Musik, die man ausgewählt ist, ist in der Regel passend. Vor allem besticht der aktuelle «Wilsberg» allerdings durch passenden Humor. „Nicht zu viel und nicht zu wenig“ – lautet hier die Devise. Es passt einfach, denn der Krimi verkommt nicht zum lustigen Schenkelklopfer, sondern lockt dem Zuschauer hin und wieder ein Grinsen ins Gesicht.

Obwohl der Fall recht originell ist, geht es manchmal etwas zu langsam voran. Das Hauptproblem der deutschen Krimis, ist derzeit ja ohnehin, dass sie an das schnelle Erzähltempo von US-Formaten nicht herankommen. Ob das gut oder schlecht ist, soll jeder selbst entscheiden. Beim aktuellen «Wilsberg» wäre etwas mehr sicherlich nicht ganz verkehrt gewesen. Mehr gibt es aber nicht zu bemängeln.

Das ZDF strahlt «Wilsberg: Tod auf Rezept» am Samstag, 4. Dezember 2006, um 20.15 Uhr.

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