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Das Trauerspiel mit der «Lindenstraße»

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Die Weekly durchlebt gerade im Ersten keine gute Zeit. Inzwischen sind auch die Zuschauerzahlen in der Gruppe 14 bis 49 ziemlich deutlich rückläufig.

Sie ist die dienstälteste deutsche Weekly – die «Lindenstraße». Die WDR-Produktion wird im Dezember 32 Jahre alt. Bei Menschen würde man in dem Alter vorsichtig beginnen mal nach grauen Haaren zu schauen, die TV-Serie hat inzwischen jedoch wesentlich größere Gebrechen. Seit Sommer 2015 kam keine Folge der Produktion im Gesamtmarkt mehr über den Senderschnitt des Ersten hinaus. Nun war das selbst vor fünf oder sieben Jahren nur ganz wenigen Folgen vorbehalten, damals immerhin schaffte es aber so gut wie jede Ausgabe immerhin auf mehr als zehn Prozent. Selbst das hat nun Seltenheitswert.

Nach der Sommerpause, die erstmals eingeführt wurde, waren 8,7 Prozent Marktanteil insgesamt das höchste der Gefühle. Die seit Spätsommer gezeigten acht Episoden landeten im Schnitt bei gerade einmal 7,8 Prozent, was inzwischen selbst für eine so legendäre Produktion brenzlig wird. Das Problem in diesem Herbst ist noch ein anderes: Zwei Mal lief überhaupt keine Folge im Ersten (sondern bei One); am Abend der Bundestagswahl und am Abend der Wahlen in Niedersachsen wurde auf eine Ausstrahlung verzichtet. Das bindet nicht unbedingt die Zuschauer.

Bisher war die Serie immerhin bei den 14- bis 49-Jährigen noch ziemlich gefragt: Zwischen Januar und Juli 2017 landeten immerhin zwölf Ausgaben – und somit knapp die Hälfte – bei überdurchschnittlichen Ergebnissen. Der Spitzenwert im Jahr 2017 liegt bei neun Prozent Marktanteil. Seit dem Ende der Sommerpause ist davon nur zu träumen. Einzig die Folge vom 1. Oktober kam mit 8,3 Prozent bei den Jungen auf wirklich schöne Werte. Seitdem fielen die Quoten auf 5,5 und 6,2 Prozent. Problematisch und den Schnitt drückend waren vor allem die Ausgaben direkt noch im August, als man mit 4,1 und 3,8 Prozent Tiefstwerte generierte.

Es muss sich also etwas tun am Set der bekanntesten Weekly des Landes. Noch im November sollen jetzt zwei neue Figuren für frischen Wind sorgen. Axel Holst spielt Roland Landmann, Gabi Zenkers (Andrea Spatzek) Cousin aus Görlitz. Arne Rudolf verkörpert seinen 28-jährigen Film-Sohn Konstantin Landmann. Beide hat es in die «Lindenstraße» verschlagen, da Gabi für Konstantin als Knochenmarkspenderin infrage kommt. Der junge Mann ist an Leukämie erkrankt und sucht dringend einen Stammzellspender. Schon einmal, vor genau 30 Jahren, gab es in der «Lindenstraße» eine Knochenmarkspende. Nun haben sich die Macher der Serie entschieden, sich diesem brisanten und wichtigen Thema noch einmal anzunehmen.

Um den leukämiekranken Konstantin so authentisch wie möglich spielen und sich richtig in ihn hineinfühlen zu können, beschloss der 28-Jährige, sich nicht nur den Kopf komplett rasieren zu lassen, sondern auch seine Augenbrauen: "Es wirkt. Man bekommt plötzlich in der U-Bahn Seitenblicke zugeworfen und fragt sich, wer dieser Mensch da im Spiegel ist. Zum Glück sind die meisten Leute in meiner Familie und in meinem Freundeskreis eher beeindruckt und finden es gut, wie ich die Sache angehe." Mit Axel Holst verstand er sich auf Anhieb. "Ich bin gespannt, wie sich das zerbrochene Vater-Sohn-Verhältnis entwickeln wird. Konstantin ist ja aus guten Gründen sehr abweisend, aber tief in seinem Herzen will doch jeder Sohn von seinem Vater geliebt werden."

So geht es am Sonntag in der «Lindenstraße» weiter


Jack glaubt, dass ihr alter Freund Enzo der Vater ihres ungeborenen Kindes ist. Aber Jack verschweigt Enzo die Neuigkeiten, weil sie ernsthaft über eine Abtreibung nachdenkt. Wird Enzo überhaupt von alldem erfahren? Unter Iffis Wohnung hat eine Shisha-Bar eröffnet. Lärmpegel, Geruch und Publikum sind Iffi schnell ein Dorn im Auge. Weil Betreiber Murat Iffis Beschwerden nicht allzu ernst nimmt, riecht es neben Tabakqualm schon bald nach handfestem Ärger. Eine Rückkehr wider Willen: Wegen eines Dienstvergehens wird Polizistin Nina von ihrem Auslandseinsatz im Kosovo vorzeitig nach Hause geschickt. Zuhause angekommen, wird sie direkt zu ihrer Chefin zitiert. Wird Nina ihren Job verlieren?

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