Schwerpunkt

Gewinner des Jahres: Ralf Dümmel, der Löwe mit den Spendierhosen

von   |  1 Kommentar

Quotenmeter.de kürt die Gewinner des Jahres und musste im TV-Sektor außerhalb der Branche suchen: Unternehmer Ralf Dümmel setzte dem VOX-Hit «Die Höhle der Löwen» seinen Stempel auf und pumpte hohe Summen in junge Firmen.

«Die Höhle der Löwen»-Quotenverlauf

  1. Folge: 2.63 Mio. (10.0% / 18.0%)
  2. Folge: 2.80 Mio. (10.5% / 18.4%)
  3. Folge: 2.67 Mio. (9.9% / 17.8%)
  4. Folge: 2,65 Mio. (10,2% / 17,7%)
  5. Folge: 3,08 Mio. (11,2% / 19,4%)
  6. Folge: 3,08 Mio. (10,9% / 18,5%)
  7. Folge: 2,94 Mio. (10,4% / 17,3%)
  8. Folge: 2,68 Mio. (8,8% / 15,8%)
  9. Folge: 3,32 Mio. (11,3% / 19,4%)
  10. Folge: 3,06 Mio. (10,4% / 18,4%)
  11. Folge: 2,70 Mio. (9,1% / 15,9%)
Im Vorfeld der dritten Staffel «Die Höhle der Löwen» wurde im Blätterdschungel hauptsächlich über einen Neuzugang berichtet: Carsten Maschmeyer, umstrittener Finanzunternehmer mit engen Kontakten zu Spitzenpolitikern – und Ehegatte der Schauspielerin Veronica Ferres. Das Hinzustoßen des in einer NDR-Dokumentation als Drückerkönig bezeichneten Investors warf die Frage auf, ob das als freundlich empfundene, die Gründerszene vitalisierende Format durch ihn nicht einen Imageschaden erleiden könnte. Auch Maschmeyers wiederholten Streitigkeiten mit der Presse und sein ihm mehrmals unterstellter Drang zur Selbstdarstellung ließen Branchenbeobachter Sorgenfalten werfen.

Dass neben Maschmeyer ein weiterer neuer Löwe die vakanten Plätze der Aussteiger Vural Öger und Lencke Steiner übernimmt, generierte vor Staffelstart indes kaum Resonanz. Ab Ende August 2016 sollte sich das Blatt allerdings wenden: Maschmeyer zog kaum Aufmerksamkeit auf sich, während „der andere Neue“ sich schrittweise zum Lieblingslöwen vieler Zuschauer mauserte – und obendrein sukzessive den VOX-Quotenrenner an sich riss.

Es dauerte etwas, bis sich herauskristallisierte, welchen Energieschub Ralf Dümmel der Sendung verleiht. Spätestens, als VOX und Sony Pictures Television mit Ausgabe sieben eine Folge zusammenstellten, in der Dümmel sechs Deals abschloss, wurde er zum Internetfavoriten: Die rege Twitter- und Facebook-Fangemeinde von «Die Höhle der Löwen» kreierte fix Memes über den tüchtigen Investor und prägte nebenher das Verb „dümmeln“: Mit einem glücklichen Lächeln mal so ganz nebenher finanzschwere Geschäfte tätigen.

Dümmel, der vorher im Gegensatz zu den restlichen Löwen keine Person der Öffentlichkeit darstellte und vor Showstart auch der Presse erklärte, ob der durch «Die Höhle der Löwen» einhergehenden Bekanntheit nervös zu sein, wusste damit umzugehen: Als wäre er ein erfahrener Showhase interagierte der Geschäftsführer von DS Produkte mit den Fans, teilte pointierte Reaktionen und befeuerte letztlich selbst seinen augenzwinkernden Ruf, mit Geld um sich zu werfen – all das, ohne zu prahlen. Den Eindruck, ins Rampenlicht zu wollen, erweckte der Bad Segeberger zu keinem Zeitpunkt – seinen allerersten Talkshowauftritt absolvierte er konsequenterweise nach Staffelende in einem der dritten Programme.

Aber nicht nur in Sachen Entertainment lieferte Dümmel: Der Unternehmer ging in der Kommunikation sehr offen damit um, wenn Deals geplatzt sind – ein Punkt, den Fernsehende an den ersten zwei Staffeln kritisierten und der auch in Runde drei zumindest in der Show selbst noch immer kurz kam. Viel musste Dümmel online allerdings nicht kommentieren: Über 20 Deals ging er vor den Fernsehkameras ein (zum Vergleich: In Staffel eins und zwei wurden insgesamt 35 Pitches von den Löwen positiv begrüßt). Nur drei scheiterten (in Staffel eins und zwei waren es 26), drei weitere sind noch immer in der Verhandlungsphase. Zudem half Dümmel auch bei geplatzten Deals zuweilen bei der Distribution der in «Die Höhle der Löwen» vorgestellten Produkte.

Gewiss, auch ein Publikumsliebling muss Kritik einstecken: Dümmel setzt einen anderen Themenschwerpunkt als die reale Gründerszene. Im Gegensatz zu Start-up-Risikoinvestoren wie sie auch Maschmeyer und Frank Thelen darstellen, investiert das Nordlicht nicht ausschließlich in Gründer, denen zuzutrauen ist, ein globales Multi-Millionen-Euro-Unternehmen zu stemmen. Ihm reichen auch kleine Produkte für den Massenmarkt, die zwar Gewinn abwerfen, nicht jedoch enorm skalieren können und so die von Thelen oft zitierte Rakete zünden. Dümmel nutzt sehr geschickt den Werbeeffekt von «Die Höhle der Löwen», was manche begrüßen (weil es nicht zu Lieferengpässen kommt), andere als kurzfristig gedachte Geschäftsmache sehen.

Dennoch: Mit Investments von mehr als zwei Millionen Euro erwies sich Dümmel als wichtiger neuer Player in der «Höhle der Löwen». Inhaltlich wie tonal. Denn einen Sympathieträger konnte die Sendung gebrauchen – waren die anderen Löwen in Staffel drei doch weniger zu Späßen aufgelegt als in den ersten beiden Staffeln. Ob es Dümmel zu verdanken ist, dass Runde drei dessen ungeachtet quotentechnisch durch die Decke ging und zur bis dato erfolgreichsten VOX-Eigenproduktion wurde, lässt sich nicht belegen. Aber eins ist klar: Er kam aus der Obskurität der Geschäftswelt. Schlug zu. Und siegte! Noch dazu in einem Fernsehjahr, in dem strahlende Erfolgsgeschichten eher rar gesät waren. Ralf Dümmel: Sie haben den Deal, Sie sind unser TV-Gewinner 2016. Auf eine weitere «DHDL»-Staffel mit Ihnen!

Kurz-URL: qmde.de/89823
Finde ich...
super
schade
92 %
8 %
Teile ich auf...
Kontakt
vorheriger ArtikelNun in deutscher Sprache: Sarah Jessica Parker lässt sich scheidennächster Artikel«Hairspray Live» kann nicht an die früheren Erfolge anknüpfen
Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
Gnutzhasi
09.12.2016 09:58 Uhr 1
Mutter Teresa ist der auch nicht ! Wenn ich nach den Sendungen die Ware in den Läden sehe, dann sehe ich bei ihm gleichzeitig Dollarzeichen in den Augen :-)
Weitere Neuigkeiten

Optionen

Drucken Merken Leserbrief



Heute für Sie im Dienst: Fabian Riedner Veit-Luca Roth

E-Mail:

Quotenletter   Mo-Fr, 10 Uhr

Abendausgabe   Mo-Fr, 16 Uhr

Datenschutz-Info

Letzte Meldungen

Werbung

Mehr aus diesem Ressort


Jobs » Vollzeit, Teilzeit, Praktika


Surftipp


Surftipps


Werbung