Chris Pine, Kevin Costner und Keira Knightley agieren unter der Regie des «Thor»-Regisseurs in einem mageren Agententhriller mit einem starken Mittelpunkt.
Jedoch: Abseits dieser zentralen Szene hat das Reboot der Jack-Ryan-Filmreihe bloß überaus rar gesäte Qualitäten aufzuweisen. Es ist fast so, als hätte Kenneth Branaghs öde Agentenposse die Kernsequenz eines wesentlich besseren Films transplantiert bekommen, um das größte Übel abzuwenden. So fehlt dem ersten Drittel sämtliches Gefühl für Spannung oder effizientes Geschichtenerzählen, das in der großartigen Dinner-Szene zur Geltung kommt. Der Einstieg etwa, der erläutert, wie Jack Ryan über Umwege an seine Anstellung beim CIA gelang und dann nach einigen Jahren zum Feldagenten berufen wurde, nimmt durch seine zerfahrene Erzählweise keinerlei Fahrt auf. Die ersten Beziehungsprobleme zwischen Ryan und Muller wiederum sind so durchsichtig konstruiert und unplausibel vermittelt, das anfangs kaum Sympathie für die zankenden Turteltauben aufkommen will: Keira Knightley äußert die Sorge, Jack Ryan sei untreu, in einem anstrengend quengeligen Tonfall, und weshalb Chris Pines verzweifelter Agent sich kaum Mühe gibt, die Ängste seiner Freundin zu zerstreuen, bleibt unverständlich. Selbst wenn er sich an die im Film erläuterte CIA-Regel halten will, dass nur Ehepartner in die beruflichen Tätigkeit der Geheimagenten eingeweiht werden dürfen, so lassen sich die eingangs geäußerten Sorgen Mullers leicht aus der Welt schaffen – dass Ryan dies nicht gelingt, lässt den Konflikt zwischen den beiden Hauptfiguren lächerlich wirken.
Direkt danach plätschert Branaghs Thriller dank ungeschliffener Dialoge, einem nichtssagenden Filmlook und mühevoll eingearbeiteter Subplots aber ziellos vor sich hin, bis die eingangs erwähnte Kernsequenz in die Wege geleitet wird. In deren Anschluss überschlägt sich «Jack Ryan: Shadow Recruit» wieder mit kleinen Schlampigkeiten: Branaghs Schurke droht Ryan beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt mit manischer Stimme, er würde grauenvolle Dinge anstellen, wenn dieser nicht sofort bei ihm auftaucht – eine konventioneller Plotpunkt für dieses Genre, in diesem Fall aber kurioser Unsinn, da Viktor Cherevin in diesem Moment vor Ryan flieht. Das große Finale schlussendlich ist viel zu beiläufig inszeniert und zudem aufgrund eines plötzlich auftauchenden, zuvor kaum bekannten Gegners nahezu antiklimatisch, womit Branaghs pseudo-realistischer Thriller trotz dröhnender Musikbegleitung spannungsfrei seinem Ende entgegen stolpert.• Jack Ryan • Jack Ryan: Shadow Recruit • Shadow Recruit
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