Alle Jahre wieder: Nach schwachem Start droht einigen Network-Serien die Absetzung. Welche muss bald dran glauben?
Ein Format hat es bereits früh getroffen: Dem CBS-Drama «Made in Jersey» wurde die zweifelhafte Ehre zuteil, die erste Absetzung der noch jungen TV-Season in den USA zu sein. Am Freitagabend war die Serie trotz halbwegs ordentlicher Zuschauerzahlen beim Gesamtpublikum – knapp acht Millionen sahen die Premiere – ein großer Flop bei den wichtigen jungen Zuschauern aus der werberelevanten Zielgruppe. Hier kam «Made in Jersey» mit der zweiten Folge nur noch auf drei Prozent Marktanteil – größer kann ein Flop bei CBS kaum werden. Mitte Oktober verschwand das Format nach nur zwei Folgen vom Bildschirm.
Heißester Kandidat für die nächste Comedy-Absetzung ist tatsächlich eine Serie von CBS, das sonst mit Hits wie «The Big Bang Theory» und «How I Met Your Mother» derzeitiger Primus im Genre ist. Am Montagabend dürfte man sich aber sehr über die Zahlen der neuen halbstündigen Serie «Partners» ärgern: Während alle anderen drei Comedy-Formate – darunter besagtes «How I Met Your Mother» und «2 Broke Girls» – gute sieben bis acht Prozent Marktanteil beim Zielgruppen-Publikum erreichen, kommt «Partners» dazwischen nicht über fünf Prozent hinaus. Zuletzt verzeichnete man sogar einen neuen Reichweiten-Negativrekord. Da CBS auch ein geeignetes Ersatzprogramm hätte – beispielsweise das für eine weitere Staffel verlängerte «Rules of Engagement» –, steht einer Absetzung nichts im Wege.
In ähnlich prekärer Lage befindet sich «Emily Owens, M.D.» beim kleinen Network The CW. Das Drama erreichte dort zuletzt nur noch gut eine Million Zuschauer und ein Prozent Zielgruppen-Marktanteil – tiefer kann es für den Neustart also kaum noch gehen. Eine Absetzung ist angesichts dieser Zahlen sicher, aber auch hier fehlt The CW vermutlich der kurzfristige Ersatz. Wahrscheinlicher ist daher, dass die komplette (aus ohnehin nur 13 Episoden bestehende) Staffel bis zum Winter abgeschlossen und dann offiziell abgesetzt wird. Schließlich ist «666 Park Avenue», ein Horror-Drama bei ABC am Sonntagabend, vom Prestige-Neustart zum großen Flop verkommen: Noch nicht einmal vier Millionen US-Bürger sahen die Serie zuletzt, dabei gerade einmal vier Prozent der werberelevanten Zuschauer. Selbst der Megaflop «Pan Am» holte vor einem Jahr auf dem gleichen Sendeplatz noch höhere Quoten als «666 Park Avenue». Weil ABC auch viele Midseason-Formate auf Lager hat, könnte eine Absetzung sogar noch vor dem planmäßigen Ende nach 13 Episoden erfolgen. Gleiches gilt für die CBS-Comedy «Partners». Beide Formate werden den TV-Herbst 2012 nicht überleben. Offen bleibt, welches zuerst auf den Serien-Friedhof wandert. • Partners • Emily Owens • Mob Doctor
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