Am Donnerstagabend um 21.45 Uhr sendet Das Erste ein «Panorama»-Spezial, das derzeit für erhitzte Gemüter sorgt. Der Titel der Sendung lautet „Lügenfernsehen“, betrachtet werden sollen verschiedene Scripted Reality-Formate im Privatfernsehen – im Fokus steht hier der Kölner Sender RTL, der mit «Verdachtsfälle» und «Familien im Brennpunkt» teils über 30 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe generiert. Angesprochen werden in der Sendung aber auch Formate wie «Mitten im Leben» oder die Tine-Wittler-Show «Unterm Hammer», um die es im vorigen Jahr Schlagzeilen gab. Eine Sendung zum Thema Lügenfernsehen lief bereits kürzlich im NDR – für die Ausstrahlung im Ersten habe man jedoch neue Experten befragt, auch wenn sich manche Fälle wiederholen, erklärte die Redaktion im Gespräch mit Quotenmeter.de.
Genau diese Statistik gefällt RTL-Sendersprecher Christian Körner nun gar nicht. Gegenüber turi2 sagte er: "Im Eifer ihres manchmal eher verzweifelten Gefechts gegen die Erfolge der Privaten sind die ARD-Kollegen in Sachen Kennzeichnung von Programmen wohl selbst durcheinandergekommen: Wir jedenfalls weisen unsere Nachrichten als Information aus, unser Nachmittagsprogramm als Unterhaltung. Ein Blick in die Programmlisten der AGF hätte genügt." Das will der NDR hingegen nicht auf sich sitzen lassen und teilte groß in einer eigenen Medienmitteilung mit: "Offenbar hat die Ankündigung des 'Panorama'-Spezials einen Nerv getroffen. Allerdings hätte sich der RTL-Kollege die Mühe machen sollen, unsere Pressemeldung genau zu lesen. Der Absatz, auf den sich der Kollege Körner bezieht, hat die Programmanalysen von Prof. Hans-Jürgen Weiß und seines Institutes für die Landesmedienanstalten zum Thema - ihnen und nicht der AGF obliegt die Aufsicht über die Privatsender. Prof. Weiß betrachtet alle Sendungen durch die Brille des Zuschauers, der auch nicht anhand von AGF-Tabellen entscheiden kann, ob etwas Unterhaltung oder Information ist.“• Panorama
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