Die meisten Promis erhoffen sich von der Teilnahme an der RTL-Eventshow «Ich bin ein Star – holt mich hier raus!» neben einem stattlichen Preisgeld mehr mediale Aufmerksamkeit, die sich im Anschluss an die Sendung in neue Auftritte und Engagements umwandeln lässt. Dass dies tatsächlich passieren kann, zeigte vor allem Ross Antony (im Bild links), der die Show im Januar 2008 gewann und auch drei Jahre später laut eigenen Aussagen noch immer davon profitiert. Er bekam zahlreiche Talkshoweinladungen, Gastrollen in Daily-Soaps und zwei Abendsendungen bei RTL. Auch Désirée Nick und Ingrid van Bergen tauchen seit ihrer Krönung zur Dschungelkönigin immer noch regelmäßig im Fernsehen auf und erhielten weitere Engagements.
So gesehen war ihre Teilnahme bisher von Erfolg gekrönt. Unter den rund 50 deutschen Dschungelkandidaten gab es eine Menge Personen, bei denen man schon längst vergessen hat, dass auch sie auf den harten Pritschen im Urwald gelegen haben. Oder wer erinnert sich noch an eindrucksvolle Momente von Michael Meziani, Harry Wijnvoord oder Susan Stahnke? Das wird Sarah Knappik so schnell nicht passieren. Dafür stand sie in den vergangenen Tagen zu sehr im Fokus. Letztendlich war sie der wahre Star der Staffel, denn sie füllte mit Abstand die meiste Sendezeit und sorgte für die häufigsten Diskussionen abseits der Sendung. Auch wenn dies schwer zu belegen ist, dürfte sie der Hauptgrund sein, wieso die Quoten nach einem anfänglichen Einbruch innerhalb weniger Tage auf Rekordmarktanteile von weit über 40 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe gestiegen sind.
Das vertrackte am Katalysator Dschungelcamp ist, dass er nur bei den wenigsten zündet. Die meisten Kandidaten überleben die Show zwar unbeschadet, erhalten aber nach ihrem Ende den gleichen (unbedeutenden) Status wie vorher. Doch selbst diese Option scheint für Sarah nicht mehr möglich zu sein. Dafür ist sie bisher zu negativ aufgefallen. Sicherlich wurde das Bild durch Schnitt und Auswahl des Materials stark verzerrt, doch letztlich waren es die dort gezeigten Szenen, die ihr Bild in der Öffentlichkeit prägten. Die zahlreichen Einspielfilme zeigten, dass sie nicht belastbar, egoistisch, launig, unbelehrbar und nicht anpassungsfähig ist. Wer möchte mit einer solchen Person zusammenarbeiten? Wer soll jemanden mit diesem Ruf künftig engagieren? Sie selbst äußerte in der Show mehrfach den Wunsch, weiter als Model arbeiten zu wollen, doch dies scheint in ungreifbare Ferne gerückt zu sein. Selbst wenn sich ein Unternehmen finden ließe, das ihre persönlichen Schwächen tolerieren kann, so haftet ihr weiterhin das Schmuddel-Image an. Welches Modelabel möchte gern mit Kakerlaken, Tierhoden und Fischschleim in Verbindung gebracht werden?
Und es gibt noch einen Unterschied zu anderen Teilnehmern. Sarah kann auf keine nennenswerte Karriere zurückblicken. Während Ross vor seiner Teilnahme als Musical-Darsteller und Sänger erfolgreich war und über ein entsprechendes Talent verfügt, scheint Sarah nichts zu können. Selbst ihre Fähigkeiten als Model wirkten in anderen Shows zweifelhaft. Dass sie auch für eine Musikkarriere ungeeignet ist, bewies sie mehrfach vor laufenden Kameras im Camp. Worauf soll also eine potentielle Folgekarriere aufbauen? Nur von einer bloßen Bekanntheit können die wenigsten Personen längerfristig leben. Im Grunde ist sie uninteressant und langweilig. Ihre Zickerein und ihre schlechte Laune sind nur nervig und haben nichts Einmaliges oder Außergewöhnliches. Während eine Daniela Katzenberger ihre Fehltritte wenigstens mit Selbstironie kommentiert, scheint sich Sarah dabei selbst viel zu ernst zu nehmen. Was soll also an dieser Frau noch interessant sein, wenn sie auf sich allein gestellt ist und es keine verweigerten Prüfungen oder ein lästerndes Camp mehr gibt?• Sarah Knappik • Ich bin ein Star
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