Deutschlands Smalltalk-Thema Nr.1 war Johannes B. Kerner am späten Dienstagabend eine ganze Sendung wert: In der zweiten Show von «Kerner – Das Thema» drehte sich alles um das Wetter, nachdem die Premierensendung die Phänomene des Gehirns näher beleuchtete. Das Konzept des neuen Formats mit dem Sat.1-Talker ist so simpel wie interessant: Zehn Leitfragen zum Thema begleiten den Zuschauer durch die Show und sind Aufhänger für Experimente, Informationen und Gespräche. In seiner Wettersendung wollte Laien-Meteorologe Kerner also am Dienstag beispielsweise wissen, wie viel Wind der Mensch eigentlich aushält oder was mit Gegenständen in extremen Wettersituationen passiert. Die zehn Fragen präsentieren sich als interessanter Mix aus Basisinformation und unnützem, aber unterhaltsamen Wissen.
Letztlich wirkt die monothematische Kerner-Show unterhaltsam, aber etwas zu gehetzt, auch wenn diese schnelle Aneinanderreihung spezifischer Fragen ein besonderes Alleinstellungsmerkmal aufweist. Dennoch ist es eher unsinnig, bestimmte Themen innerhalb von einer Minute abzuhandeln, während anderen mehr als fünf Minuten gewidmet werden. Der Zuschauer kann sich so nur minimal auf ein bestimmtes Thema einlassen, bekommt Informationen im Fast-Food-Takt. Dies mag zwar dem Privatfernsehen angemessen sein – aber in «Kerner» am Donnerstag bekommt es die Redaktion besser hin. Somit bleibt eine Show mit hervorragendem Grundkonzept und guten Ansätzen. Das Problem der gefühlten Hetze lässt sich freilich leicht beheben: Weniger Fragen, mehr Zeit für die interessantesten unter ihnen. In jedem Fall ist «Kerner – Das Thema» eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Magazin-Einheitsbrei und gute Unterhaltung im Spätabendprogramm. Ob es nach den zwei Testshows mit neuen Folgen weiter geht, hat Sat.1 indes noch nicht entschieden. • Kerner
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