England, ca. 1924: Richtet man den Blick auf den Landsitz der Familie Whittaker, so kann zumindest hier von goldenen Zwanzigern nicht die Rede sein. Patriarch Jim findet seit dem Ende des ersten Weltkrieges keinen Gefallen mehr an der trüben Kulisse seines Geschlechts - dessen guter Ruf von seiner Gattin Veronica, die die Moral gepachtet zu haben scheint, indes mit allen Mitteln zu erhalten versucht wird. Mit ihren Ansprüchen scheitert sie allerdings nicht nur an den temperamentlosen Töchtern Marion und Hilda, sondern auch an Hoffnungsträger John, ihrem einzigen Sohn. Dieser kehrt nämlich als frisch gebackener Ehemann aus seinem Frankreichaufenthalt zurück. Getroffen hat es die hinreissende Witwe Larita, die mit ihrer unbekümmert amerikanischen Art den Haushalt und die Gemüter durcheinder bringt. Major Jim ist begeistert von der hübschen Dame, während Veronica sich bemüht, das junge Glück in eine Scheidung zu treiben. «Easy Virtue» basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Noël Coward, der beabsichtigte, den Rahmen eines Dramas für eine leichte Komödie zu nutzen – ein Konzept, das Anklang beim Publikum fand. Für die große Leinwand wurde der Stoff bereits 1928 adaptiert und zwar von niemand geringerem als Altmeister Alfred Hitchcock. Obwohl Cowards Arbeiten stets mit einer Menge Dialog verbunden waren, konnte der Stummfilm überzeugen. Das liegt weniger an der Story, als an den stilistischen Wegen, die Hitchcock vorsätzlich einschlug.
Es beginnt mit falschen Versprechungen, tödlichem Quecksilber und einer zerbrochenen Marienstatue. Grace (Jasmin Tabatabai) ist zwar erfolgreiche Kriegsfotografin, verflucht ihre Kamera allerdings seit Tagen. Ihr hat sie es zu verdanken, dass irakische Rebellen sie zwingen, die Hinrichtung ihres Begleiters zu fotografieren. Sie kann ihren durch den Beruf bedingen selbstzerstörerischen Lebenstil nicht mehr ertragen und beschließt, zurück in die Arme ihres geliebten Mannes Max (Oliver Gourmet) zu flüchten. Doch das Unheil scheint kein Ende zu finden – Grace erreicht die Nachricht des Todes ihres Gatten. Die Ursache: Eine Quecksilberkontaminierung, ausgelöst durch Minenarbeiten. Grace bricht nach Südamerika auf, um Antworten und innere Ruhe zu finden. Es ergeht ihr wie Saturnia (Magaly Solier), deren Verlobter ebenfalls einer Vergiftung zum Opfer fällt. Ohne eine Begegnung kämpfen die beiden Frauen für Recht, Seele und Zukunft. • Neu im Kino • Easy Virtue • Altiplano
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