Mindestens neun Livespiele von der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 wird RTL ab dem 11. Juni übertragen dürfen. Obgleich dies im Vergleich zu den beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, welche von 46 Livespielen berichten werden, eine vergleichsweise geringe Zahl ist, legte sich der Kölner Privatsender in den vergangenen Monaten mächtig ins Zeug, um seinen Zuschauern ein namhaftes Team mit großen Fachkenntnissen präsentieren zu können. So werden Günther Jauch und Jürgen Klopp aus dem RTL-Truck, einem 14 Meter langen Lastfahrzeug mit einer ausfahrbaren Showbühne, live aus verschiedenen deutschen Städten mit großem Public-Viewing die TV-Events gemeinsam mit den Fans vor Ort präsentieren.
Jürgen Klopp wird indes als Fußballexperte in besagtem WM-Truck tätig sein. Der überaus beliebte "Kloppo" hat dabei neben seiner jahrelangen Erfahrung als Profispieler nun bereits neun Jahre Trainertätigkeit in der deutschen Bundesliga vorzuweisen. Zudem berichtete und analysierte der gebürtige Stuttgarter bereits bei den beiden letzten großen internationalen Fußballturnieren, damals noch für das Zweite Deutsche Fernsehen an der Seite von Johannes B. Kerner, Urs Meier und Franz Beckenbauer. Auch der derzeitige Trainer äußerte sich nur positiv zu seinem Kollegen, den er als "intelligenten, sehr interessieren, lustigen und dem Eindruck nach nicht leicht zu händelnden" Menschen charakterisierte. Seine Aufgabe sieht der 43-Jährige darin, im Rahmen der Fanfeste "den Leuten vor Ort Spaß (zu) machen", als Turnierfavorit nennt er Europameister Spanien.
Als zweiter WM-Experte wurde Jürgen Klinsmann engagiert, welcher bei der letzten Weltmeisterschaft noch Bundestrainer des deutschen Nationalteams war und bislang noch keine großen Fernseherfahrungen sammeln konnte. Anders als Jauch und Klopp wird der ehemalige Topstürmer gemeinsam mit Florian König live aus Südafrika berichten und will seinem Naturell entsprechend "die Aufgabe offensiv angehen". Dass dies aber keinesfalls bedeutet, dass er andere Trainer, Schiedsrichter oder Spieler persönlich angreift, sondern eine "sachliche Auseinandersetzung" ohne Selbstprofilierung präferiert, stellte der 45-Jährige klar. Ein "großes Zeichen für den Fußball" wäre für "Klinsi" der Erfolg einer afrikanischen Mannschaft in der diesjährigen WM, obgleich bislang noch nie ein Team dieses Kontinents überhaupt das Endspiel zu erreichen wusste.
An seiner Seite in Südafrika moderiert der vielen Zuschauern bereits aus Formel 1-Übertragungen bekannte Florian König. Der gebürtige Tübinger, der für RTL bereits für etliche Sportübertragungen im Einsatz war, gehört damit nach 2006 bereits zum zweiten Mal zum WM-Team des Senders. Die logistische Meisterleistung, Spiele zunächst zu moderieren und direkt im Anschluss auch zu kommentieren, wird dadurch gelingen, dass er gemeinsam mit Klinsmann direkt nach der Tätigkeit als Moderator zum Kommentatoren-Platz hochgeht und von dort aus kommentiert. Wie dies in der Halbzeitpause und nach Spielende aussehen wird, verriet der 42-Jährige jedoch nicht. Besonders freut sich König auf die Zusammenarbeit mit Klinsmann, für welchen er zuvor schon immer eine stille Bewunderung hegte.• RTL • Fußball-WM • Südafrika
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