US-Fernsehen

Upfronts 2007: Der abschließende Überblick

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In der Woche vom 14. bis 17. Mai 2007 präsentierten die fünf amerikanischen Networks ihr Herbstprogramm. Wie schon in den Vorjahren berichtete das Online-Fernsehmagazin Quotenmeter.de auch in diesem Jahr über die Entwicklungen.



Am Montag präsentierte NBC als erster der fünf Sender sein Programm, doch schon vorher waren viele Informationen an die Presse durchgesickert. So wurden zwar alle «Law & Order»-Serien verlängert, aber der Spin-Off «Criminal Intent» (Bild) wandert zum Tochtersender USA Network. Dort sollen ab Herbst 2007 22 neue Folgen ausgestrahlt werden. Unterdessen trennt sich der Sender auch von seiner Spielshow «Identity», für die ProSieben eine Aufzeichnung vornahm. „Im vergangenen Jahr haben wir ein NBC versprochen, das zu der für NBC selbstverständlichen Qualität zurückkehrt“, teilte Kevin Reilly, NBC-Chef, mit. Nun fehlen dem Sender nur noch starke Zuschauerzahlen.



ABC baute sein Programm teilweise um, doch an den Erfolgsschienen wurde im Gegensatz zum Vorjahr nichts verändert. „Uns steht eine neue Saison mit einem starken Line-Up aus wiederkehrenden Shows, die wir in den vergangenen Jahren gehegt und gepflegt haben, bevor“, so Steve McPherson. So darf die neue Serie «Big Shots» direkt hinter «Grey’s Anatomy» (Bild) laufen, abgesetzt wurden dafür «The Nine», «Six Degrees» und «What About Brian».



Im Hause CBS gab es in diesem Jahr keine überraschenden Absetzungen, denn das Ende von «Close to Home» (Bild) war schon lange Zeit abzusehen und «Jericho» holte auch nur mäßige Reichweiten. Die größere Überraschung war eigentlich die Bekanntgabe, dass «Without a Trace» und «Shark» die Sendeplätze wieder tauschen. Die Jerry Bruckheimer-Serie mit Anthony LaPaglia verlor im letzten Jahr vier Millionen Zuschauer, nachdem man direkt nach «Cold Case» einstartete. Nina Tassler, Präsidentin von CBS Entertainment ist überzeugt vom neuen Programm: „Die Herbst und Mid-Season-Serien, die wir ausgewählt haben, bieten Kreativität und Abwechslung – sie haben ein großes Potential die Zuschauer überall zu überraschen und zu begeistern."



Im Vorfeld wurde bei FOX spekuliert, dass der Sender seinen Comedyblock am Sonntag völlig verändert. So sollten «Die Simpsons» am Donnerstag einstarten, gefolgt von einer weiteren Cartoonserie. Der Sender blieb aber seiner Linie treu. FOX-Präsident Peter Ligouri äußerte sich sehr positiv zum neuen Programm: „Wir werden an sechs Abenden mit bekannten Shows zurückkehren”.



Die Sendetage im Überblick



Der Montagabend wird ab September 2007 ABC mit seiner Tanzshow «Dancing with the Stars» sowie FOX mit «Prison Break» gehören. Zur späteren Sendezeit werden die «Heroes» wieder sehr gute Reichweiten für NBC erzielen, Charlie Sheen wird zur gleichen Zeit viele Amerikaner in «Two and a Half Men» zum Lachen bringen. Dass «Journeyman» nicht gegen «CSI: Miami» gewinnen kann, sollte den Verantwortlichen klar sein.





Mit «The Biggest Loser» und «Beauty and the Geek» sollen zur besten Sendezeit gleich zwei Reality-Shows gegeneinander laufen. Doch der klare Sieger wird «NCIS» heißen. Danach wird die neue FOX-Serie «New Amsterdam» folgen. Mit der Entscheidungsshow von «Dancing with the Stars» wird ABC erneut Millionen zum Einschalten überzeugen können, da man aber gegen die Erfolgsserie «House» laufen wird, werden vermutlich kaum Zuschauer für NBC, CBS und The CW übrig bleiben. Einzig «The Unit» wird möglicherweise noch hohe Zuschauerzahlen erzielen können.





Der «Grey’s Anatomy»-Spin-Off «Private Practice» soll das neue Aushängeschild am Mittwochabend für ABC werden. Doch die Konkurrenz um 21.00 Uhr ist sehr stark, denn dagegen laufen die Profiler-Serie «Criminal Minds» von CBS und die FOX-Krimiserie «Bones». Die jungen Fernsehzuschauer werden sich eventuell für «Gossip Girl» entscheiden – dann würden kaum Menschen für «Bionic Woman» von NBC übrig bleiben. In der 22.00 Uhr-Stunde wird CBS hoffen, die Marktführung mit «CSI: New York» beizubehalten. Doch die Konkurrenz schläft nicht und das schwächste Glied der «CSI»-Kette könnte zu Fall gebracht werden.





Erneut werden ABC und CBS eine große Quotenschlacht am Donnerstag austragen. Dort treffen «Ugly Betty», «Grey’s Anatomy», «Big Shots» auf «Survivor», «CSI» und «Without a Trace». Mit «Without a Trace» wird CBS die Marktführung am Donnerstag erreichen, doch «Grey‘s Anatomy» schlägt «CSI» bei den Erstausstrahlungen – wie bisher – deutlich. Die NBC-Sitcoms können ebenfalls einen Teil des Zuschauerkuchens abbekommen, im aktuellen Fernsehjahr liefen die Zuschauer allerdings ab 21.00 Uhr davon. Dies versucht man mit dem Sendeplatztausch von «30 Rock» und «The Office» zu ändern.





Um 21.00 Uhr starten am Freitag gleich drei neue Serien, die die Zuschauer unterhalten wollen. Die besten Chancen zu gewinnen hat die CBS-Serie «Moonlight», da man durch «Ghost Whisperer» entsprechend gefördert wird. Das quotenschwache NBC-Format «Friday Night Lights» wurde nicht abgesetzt, sondern bekommt am späten Freitagabend gegen das ABC-Nachrichtenmagazin «20/20» und die Krimiserie «Numb3rs» eine letzte Chance.





Nachdem im letzten Jahr umfangreiche Änderungen am Samstag vorgenommen wurden, bleibt das gesamte Programm im Herbst 2007 so bestehen. Damals führte ABC die College-Football-Übertragungen ein und NBC setzte auf Wiederholungen.





Der Sonntagabend schließt die Fernsehwoche ab, auch an diesem Tag wurden starke Änderungen vorgenommen. The CW setzt in der 19.00 Uhr-Stunde auf eigenproduzierte Shows, danach startet die neue Dramaserie «Life Is Wild». Ob sich diese zwischen einem Society-Magazin und der Wiederholung von «America’s Next Top Model» durchsetzen kann, ist fraglich. Die Konkurrenz ist zur selben Zeit nicht sonderlich stark: «Die Simpsons» (FOX) und «Law & Order» (NBC) erreichen rund zehn Millionen Amerikaner, stärker ist die Einrichtungssendung «Extreme Makeover: Home Edition». Auf dem Timeslot könnte die neue CBS-Musical-Serie «Viva Laughlin» durchaus Chancen haben.

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