Wie stark entscheidet die Herkunft über den schulischen Erfolg? Dieser Frage geht Adrian Oeser in der neuen «Y-History»-Dokumentation „Aussortiert im Schulsystem?“ nach. Der Film steht ab Montag, 28. September 2026, in der ARD Mediathek zur Verfügung. Das hr-fernsehen zeigt die Dokumentation am Dienstag, 6. Oktober, um 22.00 Uhr.Für seine Spurensuche kehrt Oeser zunächst an seine frühere Grundschule im südhessischen Groß-Umstadt zurück. Dort begleitet er die Viertklässler Phil und Tahira durch den Sommer und erlebt mit, wie sich ihre schulischen Wege nach der Grundschule trennen. Dabei greift der Reporter auch auf seine eigene Biografie zurück: Mit einem Notendurchschnitt von 3,2 setzte seine Mutter entgegen der Empfehlung der Schule durch, dass er ein Gymnasium besuchen konnte.
Einen anderen Weg nahm Comedian Abdelkarim. Er kam mit einem Dreier-Schnitt auf die Hauptschule und berichtet in der Dokumentation von seinen Erfahrungen. Anhand der unterschiedlichen Lebenswege beschäftigt sich Oeser mit der Frage, welche Folgen die Entscheidung über die weiterführende Schulform im Alter von zehn oder elf Jahren haben kann.
«Y-History» verweist dabei auf den Chancenmonitor des ifo Instituts. Demnach besuchen rund 80 Prozent der Kinder ein Gymnasium, wenn ihre Eltern Abitur haben und über ein hohes Einkommen verfügen. Bei Kindern aus finanziell schwächeren Familien, deren Eltern kein Abitur besitzen, seien es dagegen lediglich 17 Prozent. Oeser reist für die Dokumentation auch nach Estland. Dort lernen die Kinder bis zur neunten Klasse gemeinsam, während die Aufteilung auf unterschiedliche Schulformen in Deutschland in den meisten Bundesländern bereits nach vier Grundschuljahren erfolgt. Am estnischen Beispiel untersucht der Film, welche Alternativen zum deutschen Modell bestehen und warum sich die frühe Aufteilung hierzulande über Jahrzehnte gehalten hat.







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