Nein, wir haben gerade die letzte Staffel gedreht, die erst nächstes Jahr ausgestrahlt wird. Was uns als Dreh noch bevorsteht ist der Spielfilm, den wir kommendes Jahr drehen werden.
Seit Ihrem Einstieg haben Sie Rechtsanwalt Benjamin Hornberg über viele Jahre begleitet. Wie hat sich die Figur aus Ihrer Sicht am stärksten entwickelt?
Er ist reifer geworden, wie ich hoffentlich auch. Mein Spiel ist vor allem reifer geworden. Ich habe nicht nur als Mensch eine Entwicklung durchgemacht in den letzten 13 Jahren, sondern auch als Schauspieler. All das wirkt sich dann natürlich auch auf den Benni Hornberg aus.
Das Zusammenspiel mit Wanja Mues ist das Herzstück der Serie. Was hat Ihre Zusammenarbeit über all die Jahre so besonders gemacht?
Das ist für mich ganz schwer das zu beantworten. Ich könnte sagen unsere Freundschaft und so weiter, aber damit würde ich mich in Plattitüden retten. Ich weiß es nicht. Das ist eine Wirkung, die mir als Schauspieler, als Macher, verborgen bleibt.
«Ein Fall für zwei» gehört zu den großen Klassikern des ZDF. Wie schwierig war es damals, in ein Format einzusteigen, das bereits eine lange Geschichte hatte?
Die neuen Folgen greifen wieder sehr unterschiedliche gesellschaftliche Themen auf – von häuslicher Gewalt bis zu fragwürdigen Motivationscoaches.
Wie wichtig war es Ihnen, dass die Reihe nie nur klassische Kriminalfälle erzählt?
Das ist eine Entscheidung unserer ZDF-Redakteurin Dagmar Ungureit und unserer Produzentin Andrea Jedele, die ich gut finde, weil sie uns für den Zuschauer greifbar macht.
Benjamin Hornberg verbindet juristischen Scharfsinn mit trockenem Humor. Gibt es Eigenschaften der Figur, die im Laufe der Jahre auch auf Sie selbst abgefärbt haben?
Nein, das eigentlich nicht. Nur andersherum. Ist mein erster Impuls aber genau beurteilen kann ich das natürlich nicht.
In der kommenden Staffel stehen noch einmal vier sehr unterschiedliche Fälle an. Gibt es einen, auf den Sie sich besonders freuen und der Ihnen beim Dreh besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Das Hauboot. Das werde ich vermissen. Das war schon immer sehr besonders an dieser Stelle auf dem Main zu drehen und den Blick auf die Frankfurter Skyline zu
haben. Das ist einmalig. Die Sonnenuntergänge dort, die Stimmung…
Die Serie lebt von der Mischung aus Krimi, Anwaltsdrama und Buddy-Geschichte. Glauben Sie, dass genau diese Kombination der Grund dafür ist, dass «Ein Fall für zwei» über Jahrzehnte erfolgreich geblieben ist?
Ja, das ist ein Rezept das so nicht mehr gibt in der deutschsprachigen Fernseh-Landschaft, wenn ich das richtig beurteile.
Es wird noch eine letzte Staffel und anschließend einen Abschlussfilm geben. Wissen Sie schon, wie schwer Ihnen der endgültige Abschied vom Set fallen wird?
Ich werde mit einem weinenden und einem lachenden Auge gehen. Ich habe meinen ersten Kinofilm 1993 gedreht, da war ich 17 Jahre alt. Ich habe früh gelernt, dass wir während einer Produktion alle ganz eng sind und danach eigentlich keinen Kontakt mehr haben. Von daher gehören Abschiede zu meinem Berufsalltag hinzu. Das lachende Auge habe ich, weil ich dankbar bin, dass ich diese Rolle und wir diese Serie 13 Jahre lang machen konnten.
Wenn Sie an Ihre Zeit bei «Ein Fall für zwei» zurückdenken: Gibt es einen Moment vor oder hinter der Kamera, den Sie wahrscheinlich nie vergessen werden?
Sehr viele. Wir hatten so viele unterschiedliche Regisseure wie Andreas Herzog, Hannu Salonen, Florian Gottschick, Till Müller-Edenborn oder Janin Halisch und jetzt habe ich ganz viele vergessen und so viele Kolleg*innen mit denen ich arbeiten durfte, die von Dorothee Weyers und Emrah Ertem gecastet wurden – es war wirklich spannend mit so vielen verschiedenen Menschen vor der Kamera gestanden zu haben.
Viele Zuschauer sind über Jahre mit Benjamin Hornberg und Leo Oswald gewachsen. Spüren Sie diese besondere Bindung auch in den Begegnungen mit dem Publikum?
Ja, jeden Tag. Ich werde von Menschen angesprochen, die sich freuen uns zu treffen und die dankbar für einen kurzen Austausch und ein Bild sind.
Der Abschlussfilm bietet die Möglichkeit, die Geschichte würdig zu beenden. Was wünschen Sie sich für Benjamin Hornberg – und was wünschen Sie sich, dass die Zuschauer am Ende über diese Figur in Erinnerung behalten?
Dass man sie sich zurückwünscht, das wäre das größte Kompliment.
Wenn Sie heute auf Ihre Jahre bei «Ein Fall für zwei» zurückblicken: Wofür sind Sie der Serie und dem gesamten Team am dankbarsten?
Für das miteinander, für die schönen Zeiten und das zusammenraufen.
Gemeinsam mit Wanja Mues stehen Sie künftig auch abseits des Fernsehens als Pater Brown auf der Bühne. Was reizt Sie daran, Ihre eingespielte Partnerschaft aus
«Ein Fall für zwei» in Form eines Live-Hörspiels fortzuführen – und worauf dürfen sich die Zuschauer bei der Tour besonders freuen?
Wir haben mit „Pater Brown – Das Live-Hörspiel“ gemeinsam mit Stefanie Sick, die die künstlerische Leitung und Creative Producerin ist, eine eigene Produktion auf die Beine gestellt, mit der wir bis 2028 quer durch die Republik touren in Hallen und Theatern. Und wir sind noch auf der Suche nach Kooperationen. Wenn sich unter ihren Lesern jemand angesprochen fühlt: Gerne melden (lacht).
Danke für Ihre Zeit!
«Ein Fall für zwei» ist ab Freitag, 11. September, im ZDF zu sehen. Bereits seit 4. September sind die Folgen in der ZDFmediathek abrufbar.







Quotencheck: «Peacemaker»
Trotz mieser Quoten: DBB-Damen spielen in der Primetime

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