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ARTE erzählt den Justizskandal um Enzo Tortora

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«Portobello – Unschuldig verurteilt» rekonstruiert in sechs Teilen den wahren Fall des italienischen Fernsehstars, dessen Leben durch falsche Mafia-Anschuldigungen zerstört wurde.

ARTE startet am Donnerstag, 15. Oktober, um 22.45 Uhr die sechsteilige Serie «Portobello – Unschuldig verurteilt». Das italienisch-französische Drama von Regisseur Marco Bellocchio basiert auf einem der aufsehenerregendsten Justizskandale Italiens. Im Mittelpunkt steht der populäre Fernsehmoderator Enzo Tortora, gespielt von Fabrizio Gifuni. Alle sechs Folgen sind bereits ab Donnerstag, 8. Oktober, online verfügbar und bleiben bis zum 7. April 2027 abrufbar.

Die Handlung setzt 1982 ein. Enzo Tortora befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und gehört zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Italiens. Seine RAI-Sendung «Portobello», eine Mischung aus Unterhaltungsshow, Kuriositätenkabinett und öffentlichem Marktplatz, erreicht zeitweise bis zu 28 Millionen Zuschauer. Tortora ist damit nicht nur Moderator, sondern eine nationale Berühmtheit.

Auch in italienischen Gefängnissen wird «Portobello» verfolgt. Dort sitzt Giovanni Pandico, ein Vertrauter des mächtigen Camorra-Bosses Raffaele Cutolo. Ausgerechnet einige handgefertigte Spitzendeckchen setzen eine Entwicklung in Gang, die Tortoras Leben zerstören soll. Ein Mithäftling möchte diese über die Fernsehsendung verkaufen, doch die Ware verschwindet. Pandico steigert sich in die Vorstellung hinein, Tortora habe ihn betrogen. Seine bisherige Bewunderung für den Fernsehstar schlägt in Hass um.

Gleichzeitig beginnen die Strukturen der Nuova Camorra Organizzata zu zerbrechen. Pandico fühlt sich von seinen bisherigen Verbündeten verraten und entscheidet sich zur Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden. Dabei fällt ein überraschender Name: Enzo Tortora. Aus einer Anschuldigung entwickelt sich eine Ermittlung, die den prominenten Moderator schließlich seine Freiheit kosten wird.

Die sechs Folgen verfolgen die Konsequenzen Schritt für Schritt. Nach den ersten Anschuldigungen wird Tortora in einem Hotelzimmer festgenommen. Während die Ermittlungen gegen die Camorra ausgeweitet werden, verdichten sich auch die Vorwürfe gegen ihn. Selbst widersprüchliche Aussagen verschiedener Belastungszeugen werden schließlich zu einem vermeintlich schlüssigen Bild zusammengesetzt. Tortora verbringt Monate im Gefängnis und muss später vor Gericht um seinen Ruf und seine Freiheit kämpfen.

Regisseur Marco Bellocchio interessiert sich dabei nicht nur für den eigentlichen Justizirrtum. «Portobello – Unschuldig verurteilt» stellt die glänzende Fernsehwelt der frühen 1980er-Jahre der abgeschotteten und gewalttätigen Welt der Camorra gegenüber. Gerade der enorme Bekanntheitsgrad Tortoras macht den Fall zu einem öffentlichen Spektakel. Aus einem gefeierten Fernsehstar wird innerhalb kürzester Zeit ein Mann, dessen Name mit organisierter Kriminalität verbunden wird.

Bellocchio schrieb die Serie gemeinsam mit Stefano Bises, Giordana Mari und Peppe Fiore. Neben Fabrizio Gifuni als Enzo Tortora spielen Barbora Bobulova dessen Schwester Anna, Lino Musella Giovanni Pandico und Romana Maggiora Vergano Francesca Scopelliti. Gianfranco Gallo verkörpert Camorra-Boss Raffaele Cutolo. Die Musik stammt von Teho Teardo, für die Kamera war Francesco Di Giacomo verantwortlich.

Produziert wurde die Serie von Our Films und Kavac Film gemeinsam mit ARTE France. Die ersten beiden Episoden laufen am 15. Oktober, die dritte Folge folgt am 16. Oktober. Die verbleibenden drei Teile sind für den 22. Oktober vorgesehen. Damit widmet ARTE dem Fall Tortora eine umfangreiche fiktionale Aufarbeitung und erzählt zugleich davon, wie Anschuldigungen, Ermittlungsdruck und öffentliche Vorverurteilung das Leben eines der berühmtesten italienischen Fernsehmoderatoren seiner Zeit zerstörten.

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