Am Sonntag, 20. September, stehen gleich zwei wichtige politische Entscheidungen an: In Mecklenburg-Vorpommern wird ein neuer Landtag gewählt, während die Berliner über die Zusammensetzung ihres Abgeordnetenhauses entscheiden. Das ZDF baut deshalb sein Vorabendprogramm um und beginnt bereits um 17.30 Uhr mit «Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern». Durch die Sendung führt ZDF-Politikchefin Shakuntala Banerjee aus dem Wahlstudio in Schwerin.Der Wahlabend besitzt auch bundespolitische Bedeutung, schließlich handelt es sich um die letzten beiden Landtagswahlen des Jahres. Zudem finden sie nur zwei Wochen nach der Wahl in Sachsen-Anhalt statt, wo die Alternative für Deutschland (AfD) stark abschneiden könnte. In Mecklenburg-Vorpommern steht vor allem die Zukunft von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Mittelpunkt. Die SPD-Politikerin regiert das Land seit 2017, doch ihre Partei liegt in den Umfragen inzwischen deutlich hinter der AfD. In der jüngsten vorliegenden Infratest-dimap-Erhebung vom 9. Juli erreichte die AfD 36 Prozent, während die SPD auf 29 Prozent kam. Die Linke lag bei zwölf und die CDU bei neun Prozent. Die Grünen erreichten fünf Prozent und könnten damit für die Mehrheitsbildung entscheidend werden.
Für die AfD tritt Enrico Schult als Spitzenkandidat an, zusätzlich positioniert die Partei den Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm als Ministerpräsidentenkandidaten. Die CDU geht mit Daniel Peters in die Wahl, während Simone Oldenburg die Linke anführt. Sollte es für die derzeitige rot-rote Regierung nicht mehr reichen, könnte bei einem Wiedereinzug der Grünen rechnerisch ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen eine Möglichkeit sein. Entsprechend dürfte bereits die erste Prognose um 18.00 Uhr zeigen, wie schwierig die Regierungsbildung in Schwerin werden könnte.
Nicht weniger unübersichtlich ist die Situation in Berlin. Dort hatte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner nur zehn Wochen vor der Wahl seine erneute Kandidatur zurückgezogen. Für die CDU übernahm Finanzsenator Stefan Evers. Die SPD tritt mit Steffen Krach an, die Linke mit Elif Eralp, die Grünen mit Werner Graf und die AfD mit Kristin Brinker. Eine Civey-Erhebung von Ende Juli und Anfang August sah die Linke mit 21 Prozent knapp vor CDU mit 19, AfD mit 18 und Grünen mit 17 Prozent. Die SPD kam lediglich auf zwölf Prozent. Damit ist selbst die Frage, welche Partei stärkste Kraft wird, weitgehend offen.
Das ZDF steuert den Doppelwahlabend hauptsächlich aus Schwerin. Banerjee wird dort von Parteienforscher Karl-Rudolf Korte begleitet. «heute journal»-Leiter Stefan Leifert präsentiert gemeinsam mit der Forschungsgruppe Wahlen Hochrechnungen und Analysen. Für die Berliner Ergebnisse meldet sich Landesstudioleiter Stephan Merseburger direkt aus dem Abgeordnetenhaus.
Um 19.00 Uhr unterbricht das ZDF seine eigentliche Wahlsendung für «heute», wobei auch die Nachrichtensendung im Zeichen der beiden Wahlen steht. Ab 19.25 Uhr geht die Wahlberichterstattung weiter. Wenig später verlagert sich ein Teil der Aufmerksamkeit nach Berlin: Ab 19.30 Uhr empfängt ZDF-Hauptstadtstudioleiterin Diana Zimmermann Vertreter der im Bundestag vertretenen Parteien zu einer Gesprächsrunde. Um 20.15 Uhr kehrt das ZDF dennoch zu seinem regulären Sonntagsprogramm zurück. Dann läuft wie geplant die neue «Inga Lindström»-Produktion «Rezept für die Liebe». Die Wahlberichterstattung setzt sich um 21.45 Uhr im «heute journal» fort, das ausdrücklich mit dem Schwerpunkt «Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern» angekündigt ist.







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