Vermischtes

AGF-Plattformstudie 2025 II: Fernsehen wird digitaler – aber nicht dezentraler

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Internetempfang, Connected TVs und neue Oberflächen verändern den Einstieg ins Bewegtbild, während sich Broadcaster im Streaming-Wettbewerb behaupten.

Der Fernseher bleibt der wichtigste Bildschirm in deutschen Haushalten – doch der Weg zum Programm verändert sich spürbar. Das zeigt die AGF-Plattformstudie 2025 II der AGF Videoforschung, die deutlich macht: Empfangswege, Endgeräte und Nutzeroberflächen verschieben den Zugang zu linearem Fernsehen und Streaming gleichermaßen.

Besonders auffällig ist der weitere Vormarsch internetbasierter Empfangsarten. Bereits 17,7 Prozent der TV-Haushalte nutzen ihren Fernseher primär über das Internet, ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr. Klassische Wege verlieren dagegen an Boden: Kabel sinkt auf 36,2 Prozent, terrestrischer Empfang spielt mit 2,8 Prozent kaum noch eine Rolle. Satellit bleibt mit 43,4 Prozent zwar führend, verzeichnet jedoch ebenfalls Rückgänge. Mit der IP-Nutzung verändern sich auch die Einstiegslogiken – immer häufiger beginnt die Fernsehnutzung nicht mehr mit einem Sender, sondern mit einer Oberfläche.

Connected TV ist dabei längst Standard. In über 70 Prozent der Haushalte steht mindestens ein internetfähiges Fernsehgerät, mehr als die Hälfte davon ist direkt online verbunden. Weitere Geräte greifen über Sticks oder Boxen ins Netz. Dass rund die Hälfte aller Fernseher jünger als fünf Jahre ist, erklärt diesen Trend: Moderne Betriebssysteme, App-Stores und Empfehlungslogiken sind inzwischen flächendeckend verfügbar.

Damit wächst die Bedeutung von Benutzeroberflächen deutlich. Bei 30,3 Prozent der Haushalte erscheint beim Einschalten zuerst eine Startseite statt eines laufenden Programms, bei internetbasiertem Empfang sogar bei fast 70 Prozent. Inhalte werden zunehmend über Kacheln, Apps und Empfehlungen ausgewählt. Dennoch bleibt das klassische Fernsehen präsent: Der Ziffernblock der Fernbedienung wird weiterhin von über drei Viertel der Nutzer eingesetzt – ein Indiz dafür, dass lineare Gewohnheiten noch nicht verschwunden sind.

Im Streamingbereich legt die Nutzung insgesamt weiter zu und erreicht 75,6 Prozent. Besonders stark wachsen YouTube sowie Social-Media-Plattformen. Auch die großen Abodienste Netflix und Amazon Prime Video steigern ihre Reichweiten. Bemerkenswert: 44,7 Prozent greifen weiterhin auf die Mediatheken und Online-Angebote der TV-Sender zurück – meist direkt über das Smart-TV-Gerät. Die Broadcaster bleiben damit auch im On-Demand-Umfeld relevant und verbinden lineares Programm und Streaming erfolgreich.

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