Interview

‚Okay, jetzt gibt es kein Zurück mehr‘ – Katharina Xenia erlebt 24 Stunden bei «Alles was zählt»

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Für Katharina Xenia wurde ein Traum – und zugleich eine echte Herausforderung – Realität: Die Content-Creatorin tauchte für einen Tag in den Produktionsalltag der RTL-Soap Alles was zählt ein.

24 Stunden als Serienstar – Ihr Konzept lebt vom Eintauchen in fremde Welten. Was hat Sie am meisten überrascht, als Sie tatsächlich einen Tag lang Teil von «Alles was zählt» waren?
Mich hat am meisten überrascht, wie viele Leute an so einer Serienproduktion beteiligt sind. Ich kenne Produktionen bisher ja nur von meinem eigenen Kanal, bei dem wir mit vier Leuten versuchen, alles so professionell und qualitativ wie möglich umzusetzen. Vor Ort dann auf unzählige Menschen allein für Licht und Ton zu treffen, war beeindruckend, aber auch ein bisschen beängstigend.

Sie spielen mit Tamara Voss eine Sportmanagerin, die ziemlich selbstbewusst auftritt. Wie leicht oder schwer fiel es Ihnen, diese Figur anzunehmen – gerade weil Sie sonst immer „Sie selbst“ sind?
Es hat mir richtig Spaß gemacht, in so eine selbstbewusste Rolle zu schlüpfen. Das bin ich zum Glück meistens auch – kommt aber auf den Tag an, haha.

Vor der Kamera stehen Sie seit Jahren, trotzdem beschreiben Sie das Schauspielern als große Herausforderung. Was war für Sie der entscheidende Unterschied zwischen YouTube und täglicher Serienarbeit?
Ja, absolut. Was mir dabei schwergefallen ist, war, Text zu spielen, den andere Leute geschrieben haben und den ich in meinem eigenen Sprachgebrauch niemals so sagen würde, und ihn trotzdem so rüberzubringen, als wäre das gerade wirklich genau das, was ich sagen möchte. Denn normalerweise formuliere ich Sätze in meinen eigenen Videos immer so, wie ich sie auch meiner Familie oder meinen Freunden erzählen würde.

Sie mussten an einem einzigen Tag Kostüm, Maske, Schauspieltraining und mehrere Szenen bewältigen. Gab es einen Moment, in dem Sie dachten: Jetzt wird’s wirklich ernst?
Ja, der Moment kurz bevor es ans Set für meine Szenen ging, war der Punkt, an dem ich realisiert habe: „Okay, jetzt gibt es kein Zurück mehr.“ Danach ging alles super schnell los, sodass sich für mich alles wie im Zeitraffer angefühlt hat. Es ist einfach alles an mir vorbeigezogen.

«Alles was zählt» ist bekannt für sein hohes Tempo und klare Abläufe. Wie haben Sie diesen professionellen Serienrhythmus erlebt – eher einschüchternd oder motivierend?
Ich glaube, ich hatte ein bisschen den Neulingsbonus. Ich habe alle vor Ort als unfassbar rücksichtsvoll erlebt. Gleichzeitig hat man aber auch gemerkt, dass im Hintergrund ein extrem hohes Tempo herrscht. Gerade in Momenten, in denen die Maske zum Beispiel länger gebraucht hat und unten der Dreh schon weitergehen sollte, wird es natürlich stressig. Da bin ich dann auch mal gestresst durch den Hausflur gerannt, um pünktlich am Set zu sein. Aber ich habe mir sagen lassen: Das gehört einfach dazu.

Ihre Aussage, dass Sie beim Schauspielern gemerkt haben, wie schwer Ihnen „Lügen“ fällt, klingt sehr ehrlich. Hat diese Erfahrung Ihren Blick auf Schauspiel als Handwerk verändert?
Ja, komplett. Jedes Mal, wenn ich jetzt einen Film schaue, denke ich mir: Wow, ist das gut geschauspielert. Gerade wenn man den Leuten die Emotionen richtig abkauft – jetzt, wo ich weiß, wie schwer das ist. Das ist wirklich eine Kunst für sich. Ich habe dadurch einen riesigen Respekt vor der Schauspielerei bekommen.

Ihr YouTube-Format lebt von Spontaneität und Selbstbestimmung. Was würden Sie aus der strukturierten Serienarbeit gern mit in Ihre eigenen Videos übernehmen?
Ich habe angefangen, mir genauere Pläne zu schreiben, wann im Ablauf was passiert. Aber da bei meinen Videos vieles spontan entsteht und das auch so bleiben soll, bleibe ich dann doch ganz gerne bei: „Mal schauen, was mich heute erwartet.“

Viele Influencer träumen von klassischen TV-Rollen. War diese Gastrolle für Sie eher ein einmaliges Experiment – oder hat sie Lust auf mehr Schauspiel gemacht?
Mein Traum von Anfang an war es immer, Moderatorin zu werden. Das ist tatsächlich auch mein nächstes Ziel, auf das ich hinarbeite. Schauspiel hat mir aber auch Spaß gemacht – und zu einer weiteren kleinen Schauspielrolle würde ich auf jeden Fall nicht Nein sagen.

Ihre Oma ist ein großer «Alles was zählt»-Fan. Wie besonders ist es für Sie, ausgerechnet in einer Serie mitzuspielen, die in Ihrer Familie schon lange dazugehört?
Das fühlt sich unfassbar toll an. Meine Oma hat mir gesagt, wie stolz sie auf mich ist, und ich konnte es kaum abwarten, ihr davon zu erzählen. Ich freue mich einfach riesig auf den Moment, wenn die Folgen endlich ausgestrahlt werden. Ich werde das gemeinsam mit meiner Oma und meiner Mama zu Hause schauen und bin unfassbar dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe.

Wenn Sie heute auf diese „24 Stunden als Seriendarstellerin“ zurückblicken: Was haben Sie über sich selbst gelernt, das Sie vorher noch nicht wussten?
Ich habe über mich gelernt, dass ich mir definitiv öfter Dinge vornehmen sollte, bei denen ich vorher denke: „Das schaffe ich niemals.“ Vielleicht kann ich den einen oder anderen ja auch dazu inspirieren, etwas anzugehen, das man schon lange ausprobieren möchte, sich aber selbst nicht zutraut. Denn am Ende weiß man es erst, wenn man es wirklich probiert hat.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Die Episoden sind am 19. und 20. Januar 2026 bei RTL zu sehen.


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