Vermischtes

Sex und Medien: Wie Musik, Stille & Streaming Intimität begleiten

Eine repräsentative Umfrage zeigt, welche Rolle Musik, TV und Stille beim Sex spielen – und wie unterschiedlich Intimität in Deutschland gelebt wird.

Was beim Sex wirklich läuft: Neue Umfrage zeigt Mediengewohnheiten der Deutschen


Was läuft im Schlafzimmer, wenn es zwischen zwei Menschen ernst wird? Eine sorgfältig zusammengestellte Playlist, eine Serie, die ohnehin schon eingeschaltet war – oder einfach gar nichts? Eine neue repräsentative Umfrage von ErotikBase.com in Zusammenarbeit mit Appinio gibt darauf überraschend differenzierte Antworten. Sie zeigt: Intimität hat heute viele Klangfarben. Für manche gehört Musik selbstverständlich dazu, andere lassen Netflix im Hintergrund weiterlaufen – und für viele ist gerade die Stille ein wichtiger Teil der Nähe.

Befragt wurden 1.000 Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren. Die Ergebnisse zeichnen ein vielschichtiges Bild, das weniger über spektakuläre Vorlieben erzählt als über den ganz normalen Alltag zwischen Mediennutzung, Gewohnheit und dem Wunsch nach Geborgenheit. Während jüngere Menschen Medien häufiger in intime Situationen integrieren, entscheiden sich viele Ältere bewusst dagegen. Nähe, so scheint es, braucht nicht immer Begleitung.

Zwischen Stille und beiläufigem Bildschirm


Ein erster Blick auf die Zahlen überrascht dennoch. Mehr als ein Drittel der Befragten (36,5 Prozent) gibt an, beim Sex grundsätzlich keine Medien zu nutzen. In der Altersgruppe zwischen 55 und 65 Jahren steigt dieser Wert sogar auf fast die Hälfte. Für viele bedeutet Intimität hier Konzentration auf den Moment – ohne Ablenkung, ohne Geräuschkulisse.

Bei jüngeren Erwachsenen zeigt sich ein anderes Bild. Rund 34 Prozent lassen einfach das weiterlaufen, was ohnehin an war: eine Serie, Musik oder das Radio. Nicht unbedingt bewusst ausgewählt, eher beiläufig. Das passt zu einem Alltag, in dem viele Räume dauerhaft beschallt sind – und in dem das Ausschalten selbst schon eine bewusste Entscheidung wäre.

Gezielt Musik auswählen immerhin rund 25 Prozent. Wenn Musik eingesetzt wird, dann meist mit einem klaren Zweck: Sie soll eine angenehme Atmosphäre schaffen, Unsicherheiten dämpfen oder Geräusche überdecken. Dass auch Streamingdienste oder Fernsehen eine Rolle spielen, zeigt, wie selbstverständlich Bildschirme selbst in sehr private Momente eingebunden sind – ohne dabei zwangsläufig im Mittelpunkt zu stehen.

Leise Klänge statt großer Gefühle


Fragt man nach der passenden Musik, zeigt sich ein klarer Favorit: Chillout-, Ambient- und Lounge-Musik. Über ein Drittel der Befragten empfindet diese ruhigen, zurückhaltenden Klänge als angenehm. Besonders Frauen greifen häufig darauf zurück. Pop, R’n’B und Soul folgen mit Abstand – Musikrichtungen, die vertraut sind, ohne zu dominant zu wirken.

Am unteren Ende der Skala landen Genres wie Schlager oder Heavy Metal. Sie sind nicht verboten, aber offenbar selten gewünscht. Musik soll unterstützen, nicht ablenken. Interessant ist auch die große Gruppe derjenigen, denen das Genre schlicht egal ist. Besonders bei älteren Befragten zählt weniger der Sound als die Erfahrung selbst.

Warum überhaupt Medien?


Spannend ist nicht nur, was läuft – sondern warum. Für viele sind Medien ein Mittel, um leichter in Stimmung zu kommen. Andere nutzen sie ganz pragmatisch, um Geräusche zu überdecken – gerade in jungen Altersgruppen ein häufig genannter Grund. Dünne Wände, Wohngemeinschaften oder kleine Wohnungen spielen hier eine Rolle, die wenig mit Romantik, aber viel mit Realität zu tun hat.

Ein Teil der Befragten berichtet auch, dass Musik oder Hintergrundgeräusche helfen, Hemmungen abzubauen oder Sicherheit zu gewinnen. Gleichzeitig empfinden manche Medien als störend oder ablenkend. Und rund ein Fünftel sagt offen: Es macht für mich keinen Unterschied.

Kein richtig, kein falsch


Die Umfrage zeichnet kein einheitliches Bild davon, wie Intimität in Deutschland gelebt wird. Vielmehr zeigt sie ein Mosaik aus Gewohnheiten, Vorlieben und kleinen Alltagspraktiken, die sich je nach Lebensphase, Wohnsituation und persönlichem Bedürfnis unterscheiden. Für manche gehört Musik selbstverständlich dazu, andere lassen Medien beiläufig laufen – und viele entscheiden sich bewusst für Stille.

Gerade diese Vielfalt macht deutlich, dass es beim Sex weniger um die perfekte Atmosphäre geht als um das individuelle Wohlgefühl. Intimität entsteht dort, wo Menschen sich sicher, verstanden und präsent fühlen – ganz unabhängig davon, was im Hintergrund läuft.

Kurz-URL: qmde.de/167801
Teile ich auf...
Kontakt
vorheriger ArtikelPrimetime-Check: Dienstag, 6. Januar 2026 (Heilige Drei Könige)nächster Artikel«sportstudio live»: Wintersport-Marathon nur wenige Tage vor Olympia
Schreibe den ersten Kommentar zum Artikel
Weitere Neuigkeiten

Letzte Meldungen


Mehr aus diesem Ressort


Jobs » Vollzeit, Teilzeit, Praktika


Surftipp


Surftipps


Werbung