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Sarandos: Film «Cuties» sei 'missverstanden'

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Ted Sarandos, Co-CEO und Content Chief Officer bei Netflix bilanzierte am Montag das Wachstum des Streaming-Giganten Netflix in den vergangenen fünf Jahren und äußerte sich zu der Kontroverse, die der französische Arthouse-Film «Cuties» in den USA aufgeworfen hatte.

Sarandos nahm an einer Frage-Antwort-Runde teil, die Variety und Mipcom bei der Verleihung des „Vanguard Award“ durchführte. Mipcom ist die jährliche Konferenz zu globalem Content, die in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie im virtuellen Format stattfand. Im Januar 2016 gelang Sarandos und CEO Reed Hastings der Switch, Netflix in über 130 Ländern bekannt zu machen. Je mehr Zeit Sarandos in anderen Ländern verbrachte, desto mehr sah er die Notwendigkeit, globale Strategien zusammenzubringen, meint er.

Es hätte ein interessantes Ungleichverhältnis bestanden in der Storytelling-Arena, welche die USA repräsentierte (eine vergleichsweise geringe Prozentzahl weltweiter Zuschauer) und der anderer Länder. „Wir wussten, dass es großartigen Content gibt auf der ganzen Welt, aber die existierenden inländischen Vertriebsmodelle machten es uns ziemlich schwierig“, so Sarandos.

Je mehr man die lokalen Geschmäcker, lokalen Kulturen, Geschichten und Produktionen kenne, realisiere man, dass es enorme Möglichkeiten gäbe für unterbediente Zuschauer, die ziemlich und dramatisch unterbedient seien wie Kunden in Indien oder in Indiana.

Sarandos wurde mit Nachdruck gebeten, sich zum französischen Arthouse Film «Cuties» zu äußern, der Mädchen in sexualisierten Positionen zeige. Mehrere konservative US-Senatoren hatten Briefe an Netflix geschrieben und den Film geschmäht. Sarandos meinte der Film sei „missverstanden“ und erhob Kritik über die Anstrengungen der Regierung, das Unternehmen unter Druck zu setzen. Netflix habe keine Pläne, den Film zu ändern, der die autobiografische Geschichte der Regisseurin Maïmouna Doucouré erzähle.

„Der Film spreche für sich selbst. Er ist ein sehr persönlicher ‚Coming of age‘-Film. Es ist die Geschichte der Regisseurin und er hat offensichtlich ziemlich viel Erfolg beim Sundance Film Festival gehabt ohne in Europa eine Kontroverse ausgelöst zu haben“, sagte Sarandos. Es sei ein wenig überraschend, dass wir 2020 in Amerika eine Diskussion haben, Storytelling zu zensieren.

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