Pure Profitgier, für die unser aller Leben aufs Spiel gesetzt wurde.
Das Kino ist nicht nur eine Stätte fiktiver Geschichten, sondern auch ein Ort, der uns mit unumstößlichen Wahrheiten konfrontiert. Wahrheiten, die oft lange zurückliegen, vertuscht oder runtergespielt wurden und in der Öffentlichkeit nicht selten kaum wahrgenommen wurden. Meist sind es die Mächtigen, die in solchen Filmen zwangsläufig an den Pranger gestellt werden, weil sie Skandale provozierten, die uns mit einem unglaublichen Unrechtsgefühl zurücklassen.
Seit die Chemiewerke DuPont in Virginia giftige Abfälle entsorgt, gehen immer mehr Rinder in der Gegend elendig zugrunde. Viehzüchter Wilbur Tennant (Bill Camp) wendet sich an eine renommierte Anwaltskanzlei. Der Wirtschaftsjurist Robert Bilott (Mark Ruffalo) nimmt sich der Sache an und gerät dadurch in einen Konflikt. Einerseits vertritt seine Kanzlei große Chemie-Konzerne, andererseits deutet alles darauf hin, dass hier was faul läuft. 
Mark Ruffalo (Rob Bilott)
Das muss man erst mal schaffen in einer Zeit, in der die Sehgewohnheiten im Kino nach mehr und mehr tricktechnischem Spektakel verlangen, um dabei unkontrolliert das Popcorn in den Mund zu führen. «Vergiftete Wahrheit» indes ist ein Film, der uns spätestens nach 20 Minuten das Kauen vergessen lässt. Denn die Geschichte, die hier nacherzählt wird, beruht auf Wahrheiten Regisseur Todd Haynes, der schon mit «Dem Himmel so nah» oder «Carol» kontroverse Themen behandelte, muss sich noch nicht mal dramaturgischer ‚Tricks‘ bedienen, um vom Publikum die volle Aufmerksamkeit zu bekommen.
Robert Bilott gibt es wirklich. Der heute 55-Jährige setzte sich erstmals 1998 mit dem Fall auseinander und stellte fest, dass das Trinkwasser nahe der Entsorgungsdeponie von DuPont in Parkersburg, West Virginia, tatsächlich mit der Substanz PFOA (Perfluoroctansäure) kontaminiert war. Nicht nur Tiere, sondern auch Menschen erkrankten und starben an Krebs. Erst 2017 wurde der DuPont-Konzern für schuldig gesprochen und zahlte 70.000 Geschädigten eine Gesamtsumme von knapp 672 Mio. Dollar. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Abgesehen davon, dass der Schadstoff PFOA weltweit in den Wasserfluss gelangte, existieren 600 ähnliche synthetische Substanzen, die nicht abbaubar sind. Und auch hier kämpft Robert Bilott an vorderster Front.

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