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ffn: Durchstarten mit Jens Küffner

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Der Sender aus Niedersachsen ist in seinem Kerngebiet in der Zielgruppe an NDR2 vorbeigezogen. Das ist bei Weitem nicht der einzige Erfolg der Station in den vergangenen Jahren.

Am 15. Juli ist für Deutschlands Radiomacher wieder Zeugnis-Tag. Dann werden die wichtigen Media-Analyse-Zahlen aktualisiert. Schon im April gab es eine solche Erhebung, doch jeweils die zweite eines Jahres im Sommer legt die Werbepreise für das komplette nächste Jahr fest. Bis zur MA II 2020 stellt sich Quotenmeter.de jede Woche die Frage: Wie steht es eigentlich um die langfristige Entwicklung Deutscher Sender im klassischen Radio, einem Feld, dem seit Jahren schon das Aussterben nachgesagt wird. Wir haben dazu die Langzeit-Entwicklung von elf großen Stationen überprüft.

Mit einem Hörerplus von 18,8 Prozent in den zurückliegenden fünf Jahren ist der niedersächische Privatradiosender ffn auf einer Erfolgswelle unterwegs. In unserer Liste von elf wichtigen Radiosendern in ganz Deutschland ist ffn damit einer von vier Kanälen, der überhaupt zulegen konnte. Der Erfolg hat grundlegend einen Namen: Jens Küffner. Der aus Bayern kommende Programmdirektor wechselte Anfang 2018 von Nord-Sender R.SH nach Hannover und trat damit die Nachfolge von Ina Tenz an, die fast zwei Jahrzehnte lang die Geschicke von ffn leitete. Sie verabschiedete sich Ende 2016, um eine neue Herausforderung bei Antenne Bayern zu suchen.

Tenz ging mit steigenden Zahlen: Sie hatte in der ersten Erhebung 2016 aus 389.000 Hörern in der durchschnittlichen Stunde 417.000 gemacht, dann allerdings im Sommer 2016 auch wieder ein bisschen verloren – ffn kam auf 376.000 Hörer. 2017 ging dann als schweres Jahr für den Sender ein – einen Programmchef fand das Unternehmen nämlich über Monate nicht. Dass das in aller Regel problematisch ist, belegen auch die Zahlen. Der Sender ffn verlor binnen eines Jahres fast 50.000 Zuhörer, landete in der durchschnittlichen Stunde bei der Sommer-Erhebung also noch bei 324.000 Zuhörern. Umso schwerer war also der Start für den neuen Mann an der Programmspitze. Küffner traute sich etwas – er zog zum Beispiel die Nachrichten vor, seit 2018 werden ffn-Hörer immer um Fünf vor Voll informiert. Zusammen mit weiteren Aktionen, etwa einer neuen Senderverpackung, wurde der Auftritt des Senders mit Sitz in Hannover komplett modernisiert.

Das sorgte zwar einerseits für Kritik, andererseits aber für durch die Decke gehende Zahlen. Ein bisschen außen vor zu lassen ist die MA I 2018 (mit Zahlen aus 2017), die leicht steigende Werte auf 339.000 ausweist. Bei der MA I 2018 gelang Küffner das Kunststück, sich auf 420.000 zu steigern, Anfang 2019 wurde über sogar 432.000 Hörer gejubelt. Dass die Küffner-Maßnahmen vollends greifen, zeigte sich spätestens im Hochsommer 2019, als 461.000 Hörer zu Buche standen. Im Frühjahr 2020 hielt ffn gegen den deutschlandweiten Trend als Mainstream-Radio die Zahlen und kam auf 462.000 Hörer. Erstmals in seiner Historie wurde zudem NDR 2 in der klassischen Zielgruppe als Marktführer im Sendegebiet Niedersachsen abgelöst.

Lesen Sie in dieser Rubrik auch, wie sich Berliner Rundfunk
und Radio Bob zuletzt sehr positiv entwickelten
.

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