Nach «The Masked Singer»: ein flauschiges maskiertes «Takeshi's Castle»? Die neue, etwas sonderbare RTL-II-Game-Show «Wild im Wald» ist zwar herrliche Unterhaltung, hätte aber eigentlich besser zu arte gepasst...
Ich stelle mir gerade eine Spaziergängerin vor, die jetzt, wo es wieder früher dunkel wird, durch die Wälder streift, und dabei eines Tages auf Unglaubliches stößt: Ein riesiges anthropomorphes Eichhörnchen versucht mit einem Kescher in der Hand, eine ebenso überdimensionierte Ente einzufangen. Ein gigantischer Dachs transportiert unter ständiger Hummeleinwirkung ein Tablett mit Honiggläsern über einen Parcours aus Baumstämmen. Und ein Fuchs bahnt sich seinen Weg an einem elektrischen Weidezaun entlang, in der ständigen Gefahr, dass sein treu sorgender Ranger bei Berührung der Drähte einen Stromschlag versetzt bekommt.
Das Spielprinzip ist so unwesentlich wie schnell erklärt: Sechs Ehe-, Liebes- oder Geschwisterpaare treten an, um fünftausend Euro und eine Reise nach Ägypten zu gewinnen. Der Eine von ihnen wird flauschig kostümiert, sodass er in seiner Verkleidung nichts sehen kann. Sein Partner – laut «Wild-im-Wald»-Nomenklatur: der „Ranger“ – fungiert als sein Lotse und steuert seinen Wildtierkumpanen über ein Mikrofon einen Parcours entlang, an wild gewordenen Plüschhummeln und anderen Hindernissen vorbei. Die daraus entstehenden Bilder kann man sich am besten als knuffigere heimische Version von «Takeshi’s Castle» vorstellen, oder als waldpädagogische und deutlich weniger martialische Outdoor-Variante all der anderen Hindernisüberwindungsshows, die seit einiger Zeit im Trend liegen. 

• Wild im Wald • Wild-im-Wald • Takeshi’s Castle
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