Nash Edgerton begibt sich mit seiner Actionkomödie «Gringo» hinter die US-amerikanische Grenze nach Mexiko und lässt David Oyelowo in die Hände halbseidener Ganoven geraten.
Auf dem Plakat zu «Gringo» prangt eine riesige Cannabis-Pflanze; dass der Film damit aber direkt mit dem Thema Drogen zu tun hat, ist ein Trugschluss, denn die einzige relevante Verbindung zu dem Rauschgift ist die, dass der Konzern, für den Hauptfigur Harold arbeitet, Cannabis in Tablettenform verkauft. Nein, «Gringo» ist trotz diverser fies-humoriger Spitzen sogar eine überraschend ernste Angelegenheit, denn die Umstände, durch die Harold nach Mexiko reist, hier schließlich seine eigene Entführung vortäuscht und letztlich doch irgendwie durch Umwege in den Händen von Ganoven landet, entbehrt ob der diesem Szenario innewohnenden „Murphys Gesetz“-Skurrilität zwar durchaus einer gewissen Komik, doch die Art und Weise, wie Nash Edgerton all das aufbereitet, könnte auch aus einem x-beliebigen Gangsterthriller stammen.
Die Autoren versuchen, in «Gringo» so viele verschiedene Dinge zusammenzuführen, dass der Fokus dadurch vom Wesentlichen genommen wird. Angefangen beim Nebenhandlungsstrang rund um Sunny und Miles, dessen Entbehrlichkeit schon dadurch deutlich wird, dass die beiden in der Plotbeschreibung gar nicht erst auftauchen, über Harolds angerissenen Beziehungsprobleme bis hin zur plötzlich im Raum stehenden Entlassung von Elaine oder Richard ist «Gringo» bis oben hin vollgestopft mit mal mehr, vor allem aber mit mal weniger unterhaltsamen Eskapaden, die für den eigentlichen Kern der Geschichte gar keine Rolle spielen. Zum Schluss müht sich Nash Edgerton zwar sichtlich, sämtliche Handlungsfäden zusammenzuführen, doch wie aus einem Guss wirkt das alles nie. Auch die permanente Aufmerksamkeit, die notwendig ist, um der Geschichte zu folgen, wird dadurch mehr als einmal auf eine harte Probe gestellt. «Gringo» böte Stoff für drei Filme ganz unterschiedlicher Ausrichtung, doch zusammengestampft auf einen einzigen, noch nicht einmal sonderlich langen Spielfilm funktionieren schließlich nur ausgewählte Teilaspekte.
Zu denen gehören in erster Linie die Schauspieler, allen voran Charlize Theron. Ihre Performance würde glatt ein Spin-Off ausschließlich rund um ihre abgefuckte Businessleaderin rechtfertigen, deren Methoden und vorgetäuschtes Interesse an ihren Mitmenschen ungeheuer unterhaltsam sind. Gleiches gilt für Joel Edgerton, in dessen vermeintlich toughem Firmenboss ein ziemlich armes Würstchen steckt; Edgerton verkörpert beides auf eine betont kantige Art und sieht neben Theron, die hier mit Abstand die besten Szenen erhält, trotzdem alt aus. David Oyelowo («Das Zeiträtsel») trifft das harte Los, mit seiner fast duckmäuserischen Rolle gegen zwei so starke Figuren anzuspielen. Genau das gelingt ihm nämlich nicht; zwar gibt sich der zweifach Golden-Globe-nominierte Schauspieler Mühe, möglichst viel mit seiner unspektakulär geschriebenen Figur anzufangen, doch ohne Gegenpart kämpft Oyelowo auf verlorenem Posten, genau wie Amanda Seyfried («Alle Jahre wieder») und «Penny Dreadful»-Star Harry Treadaway. 

• Alle Jahre wieder • American Ultra • Das Zeiträtsel • Ein (un)möglicher Härtefall • Ein tödlicher Plan • Fury Road • Gringo • Hardcore • Jane Got a Gun • Mad Max • Mad Max: Fury Road • Penny Dreadful • Straight Outta Compton • The Gift • The Square • The Square – Ein tödlicher Pl
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