Jeff Bridges verbindet mit seiner Widelux-Kamera eine jahrzehntelange Leidenschaft. Seit den späten 1970er-Jahren fotografiert der Schauspieler damit an seinen Filmsets und hat die Aufnahmen bereits in mehreren Bildbänden veröffentlicht. Doch als sein eigenes Exemplar zunehmend Probleme bereitet, beginnt eine ungewöhnliche Suche nach Hilfe. Die Dokumentation «Jeff Bridges’ analoges Abenteuer. Der Filmstar, seine Frau Susan, zwei Hessen, eine Kamera» begleitet diese Mission und ist ab Samstag, 24. Oktober, in der ARD Mediathek abrufbar.Unterstützung finden Bridges und seine Frau Susan, die ebenfalls Fotografin ist, in Bad Nauheim. Dort leben Charys und Marwan, zwei begeisterte Analogfilm-Fans, die sich auf das Vorhaben einlassen, obwohl sie selbst noch nie eine Kamera gebaut haben. Gemeinsam wollen sie die Widelux neu auflegen, deren besonderes Panoramaformat seit Jahrzehnten auch Bridges’ fotografische Arbeit prägt.
Die technischen Voraussetzungen machen das Projekt allerdings schwierig. Die erstmals 1958 gebaute Kamera wird seit einem Brand beim japanischen Ursprungshersteller Panon Camera Shoko im Jahr 2000 nicht mehr produziert. Mit dem Werk wurden auch die Unterlagen vernichtet. Das Wissen um die Konstruktion ist deshalb nur noch eingeschränkt vorhanden – entsprechend viel Recherche und handwerkliche Arbeit verlangt der Versuch einer Neuauflage.
Filmemacher Ingo Schmoll begleitet das Vorhaben über sechs Jahre hinweg. Der Weg führt die Beteiligten von Bad Nauheim über Wetzlar bis nach Hollywood. Die Dokumentation zeigt Rückschläge und Fortschritte und geht zugleich der Frage nach, ob sich heute noch genügend Menschen für eine solche analoge Kamera interessieren. Neben dem technischen Projekt steht die Freundschaft zwischen Bridges, seiner Frau und den beiden Hessen im Mittelpunkt.
Darüber hinaus spricht der Oscarpreisträger ausführlich über seine Arbeit als Fotograf und Schauspieler. Er erinnert sich an Filme wie «The Big Lebowski», «Die fabelhaften Baker Boys» und «King Kong», mit dem seine eigene fotografische Arbeit begann. Gemeinsam mit Susan erzählt er von der Suche nach dem richtigen Moment und zieht auch Parallelen zwischen analogem Film und selbstgerollten Joints. Die Dokumentation versteht die Begeisterung für das analoge Handwerk zugleich als Gegenentwurf zu einer zunehmend digitalen, von Künstlicher Intelligenz geprägten Welt. Redaktionell verantworten Simon Broll, Carla Reitter und Adrian Lehnigk den Film.







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Primetime-Check: Montag, 12. Oktober 2026

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