Banijay Entertainment richtet seinen Blick auf das amerikanische Film- und Seriengeschäft. Auf der Mipcom in Cannes erklärten Chairman Jeff Zucker und CEO Marco Bassetti gegenüber „Variety“, dass der Zusammenschluss mit All3Media die finanziellen Voraussetzungen für eine stärkere Präsenz in diesem Markt geschaffen habe. Konkrete Projekte oder Übernahmen kündigten die beiden allerdings nicht an. Der Ausbau soll in den kommenden Jahren geprüft werden.Bassetti verwies darauf, dass Banijay im Fictionbereich bereits in Europa, Brasilien, Mexiko, Australien, Indien und Israel aktiv sei. Das US-Geschäft stelle jedoch andere Anforderungen als der europäische Markt. Einige Wettbewerber hätten dort einen Einstieg versucht, seien nicht erfolgreich gewesen und hätten sich wieder zurückgezogen. Entscheidend seien deshalb die richtigen kreativen Partner, geeignete Stoffe und die Bereitschaft, in den USA zu investieren.
Zucker sieht den Konzern dafür inzwischen gut aufgestellt. Die Fictionkompetenz sei mit Produktionen wie «Peaky Blinders» und «Hamnet» bereits vorhanden, hinzu komme die verbesserte Kapitalausstattung. „Ich denke, die USA sind für uns eine neue Chance im Fictionbereich“, erklärte er. Banijay müsse allerdings keine bestimmte Firma kaufen. Man sei offen für gute Ideen und wolle Gelegenheiten zum Wachstum nutzen, stehe dabei aber nicht unter Handlungsdruck.
Der rund acht Milliarden US-Dollar schwere Zusammenschluss von Banijay Entertainment und der zu RedBird IMI gehörenden All3Media wurde vor zwei Monaten abgeschlossen. All3Media-Chefin Jane Turton übernahm im gemeinsamen Unternehmen die Position der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Die Gruppe verfügt über einen Katalog mit mehr als 265.000 Programmstunden und vereint Aktivitäten in Fernsehproduktion, Film und Vertrieb. Durch die Fusion ist insbesondere ihre Präsenz bei englischsprachigen Produktionen gewachsen.
Die Gespräche über den Zusammenschluss hatten laut Zucker früh begonnen. Bereits acht Tage nach dem Erwerb von All3Media durch RedBird IMI habe Bassetti erstmals wegen einer möglichen Fusion angerufen. Auch Banijay-Gründer Stéphane Courbit habe anschließend für eine Vereinbarung geworben. Zwischenzeitlich wurden die Gespräche zurückgestellt, während Zucker eine Übernahme von ITV Studios verfolgte. Nachdem diese Verhandlungen ohne Ergebnis geblieben waren, nahmen die Beteiligten den Austausch über Banijay und All3Media wieder auf.







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