Eine Free-TV-Premiere mit Tim Roth und Jack Lowden würde man normalerweise nicht unbedingt um 00.40 Uhr vermuten. Genau dort platziert das ZDF allerdings den britischen Spielfilm «Tornado». In der Nacht auf Montag, den 28. September 2026, feiert die Produktion von Regisseur John Maclean ihre deutsche Free-TV-Premiere im ZDF. Gerade angesichts der Finanzierung des Senders durch den Rundfunkbeitrag darf man sich fragen, welchen Wert ein eingekaufter Film entfalten soll, wenn er im linearen Fernsehen zu einer Zeit ausgestrahlt wird, zu der nur noch ein Bruchteil des Publikums erreichbar ist.Dabei handelt es sich keineswegs um eine Produktion, die aufgrund fehlender bekannter Namen zwingend im Nachtprogramm verschwinden müsste. Neben dem japanischen Model und der Schauspielerin Kôki gehören Tim Roth, Jack Lowden, Takehiro Hira und Rory McCann zur Besetzung. «Tornado» kam erst 2025 heraus und verbindet Historienfilm, Westernmotive und Samurai-Drama. Die Geschichte spielt im Jahr 1790 auf den Britischen Inseln und folgt Tornado und ihrem Vater Fujin, die als Schausteller durch das Land ziehen und ein Puppentheater über Samurai aufführen.
Als Tornado in den Besitz des Goldes einer Bande um den brutalen Sugarman gerät, beginnt eine Verfolgungsjagd. Ihr Vater wird getötet, während Tornado versucht, den Gangstern zu entkommen. Regisseur John Maclean zieht dabei bewusst Parallelen zwischen dem Großbritannien des ausgehenden 18. Jahrhunderts und dem amerikanischen Westen. Sugarman, gespielt von Tim Roth, verkörpert eine alte, gewalttätige Welt, die angesichts der bevorstehenden gesellschaftlichen Veränderungen ihrem Ende entgegengeht. Gedreht wurde der Film unter anderem rund um Carlops in den schottischen Pentland Hills.
Umso merkwürdiger erscheint die Programmierung. Natürlich steht «Tornado» anschließend im Streaming zur Verfügung, doch gerade das ZDF verfügt mit ZDFneo über einen linearen Sender, auf dem ein vergleichsweise aktueller internationaler Spielfilm deutlich prominenter eingesetzt werden könnte. Dort wäre beispielsweise ein Abendtermin denkbar, ohne dafür einen etablierten Primetime-Platz im ZDF-Hauptprogramm räumen zu müssen. Stattdessen kauft beziehungsweise lizenziert der öffentlich-rechtliche Sender eine Free-TV-Premiere, um sie um 00.40 Uhr zu versenden.







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