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«Thunerts Thema»: Alarmstufe Rot – Warum die KI-Klausel von Netflix Synchronsprecher beängstigt

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„Menschen wollen von Menschen angesprochen werden, und nicht von computergenerierten Tonspuren in Serverparks“, sagt Matti Klemm. Der Sprecher von Jason Momoa und Mahershala Ali schildert Mario Thunert seine Position im KI-Streit mit Netflix.

Viele bekannte Synchron-Sprecherinnen und Sprecher, die normalerweise auch in Netflix-Produktionen zu hören sind, stehen derzeit nicht im Tonstudio, so die Einschätzung von Anna-Sophia Lumpe vom Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS). Die Sprecherinnen und Sprecher nutzen diese Verweigerung vor allem auch als Protestsymbol, das sich gegen eine neue Klausel zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz richtet. Netflix fordert darin die Zustimmung, Sprachaufnahmen für das Training entsprechender Systeme nutzen zu dürfen – ohne dafür zu zahlen und ohne den Betroffenen eine Wahl zu lassen. Denn wer die neuen Vertragsmodalitäten nicht unterzeichnen will, bekommt keine Alternativ-Option und kann folglich auch nicht für den Streamer arbeiten.

Aus Sicht der Synchron-Schauspieler und Schauspielerinnen bergen die neuen KI-Kontrakte nicht nur aufgrund der fehlenden Vergütung Brisanz, sondern auch, weil sie nicht genau wissen, was mit ihrem Stimm-Material zukünftig im KI-System gemacht wird, sprich wozu es verwendet, wohin es entwickelt wird. Wehren können sich die fraglichen Protagonisten bei einmal gegebener Zustimmung nur schwer, weil sie gleich eine Rechteabtretung an der eigenen Stimme für 50 Jahre beinhaltet.

Bei vielen im Verband klingt daher die Befürchtung mit durch, ob kurz oder lang unkalkulierbarer Weise an der Abschaffung des eigenen Arbeitsplatzes mitzuwirken, perspektivisch mit dem eigenen Material also synthetisch generierte KI-Stimmen und Deepfakes auszubilden, die sie irgendwann ersetzen könnten - sie sehen die gesamte Synchronisationskultur in Gefahr.

Zwar betont Netflix aktuell, dies nicht tun zu wollen, klar geregelt sind die fraglichen Aspekte in den neuen KI-Klauseln allerdings nicht – die Sprecherinnen und Sprecher hätten nach jetzigem Stand aufgrund der fehlenden dezidierten Leitplanken folglich wenig Handhabe, wenn dies dennoch passieren sollte. Diese Befürchtung äußert auch Matti Klemm (Foto oben), Sprecher von Hollywood-Größen wie Jason Momoa, Mahershala Ali und Terry Crews im Gespräch mit Mario Thunert.

Regelungen, die Sychronsprecher stärker schützen, werden momentan in Mexiko erarbeitet.

Hier gehts zum Download der Klemm-Folge.

Kurz-URL: qmde.de/169292
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