Das macht total Spaß, weil es sie unabhängig macht und vom Präsidiumsalltag befreit. Ich bin gerne in Baumärkten, Ira offensichtlich nicht. Sie vermisst ihren alten Job - und trotzdem kriegt man ganz schnell mit wie sie drauf ist und ahnt warum das schief gehen musste als Ermittlerin. Ich liebe an ihr, dass sie so hart austeilt - aber immer nur nach oben tritt, niemals nach unten. Und sie ist grundehrlich. Und wenn das bedeutet, dass man die Leute eben davon abhält Schrott zu kaufen, dann ist das eben so. Außerdem wollte ich unbedingt mal eine Frau verkörpern, die tief in Bayern verwurzelt ist.
Ira ist erfahren, unbequem und kennt die Region – Daphne Meindl dagegen neu, ehrgeizig und regelkonform. Wie würden Sie die Dynamik zwischen diesen beiden Frauen beschreiben?
Sie stehen sich beide oft selbst im Weg und finden deswegen auch nur schwer zueinander. Obwohl die Realität eine andere ist benimmt sich Ira sofort wieder wie ihre Vorgesetzte und kommandiert sie rum.
Der Wolf ist im Film weit mehr als nur ein Motiv, sondern Auslöser eines gesellschaftlichen Konflikts. Was erzählt der Krimi Ihrer Meinung nach über den Umgang mit Angst, Natur und Macht?
Ich glaube nicht, dass der Wolf der Auslöser ist, sondern, dass der Streit um den Wolf nur die Gräben aufreißt. Es geht viel mehr als um den Wolf, er ist ein Symbol dafür wie verhärtet die Fronten mittlerweile sind. Die einen pochen auf Umwelt - und Tierschutz und tun die Ängste der Gegner als Bequemlichkeit - und Luxusprobleme von Hinterwäldlern ab, während die alteingesessenen Bauern ernsthaft um ihre Existenz fürchten. Tragisch wird das Ganze dadurch, dass dieser Gegensatz vielleicht gar nicht so radikal sein müsste, wenn er nicht von dort, wo sich die Macht konzentriert - nämlich beim Kapital und nicht bei den nicht Menschen vor Ort, instrumentalisiert und geschürt würde.
Ira Zach steht zwischen Rückzug und Einmischung. Wie schwer fällt es Ihrer Figur, loszulassen – und wo merkt man, dass sie das Ermittlerin-Sein nie ganz abgelegt hat?
Ich glaube das ist von Anfang an klar. Das ist ihr Blick auf die Welt. Nur jetzt darf sie auch Schimanskimässig die Regeln brechen.
Der Film verhandelt den Konflikt zwischen Bauern, Aktivisten und Politik sehr zugespitzt. Wie wichtig war Ihnen, dass der Krimi dabei nicht in einfache Lagerlogik verfällt?
Essentiell. Wenn ich eine gute Geschichte erzählen will kann ich nicht anders als erstmal davon ausgehen, dass jeder Mensch aus seiner Perspektive gute Gründe für sein Handeln und Verhalten hat. Nur dann wird es nicht billig pädagogisch.
Mit Saralisa Volm führt eine Regisseurin Regie, die für klare Haltungen und eigene Handschriften steht. Wie hat sich das auf die Arbeit am Set ausgewirkt?
Sie wusste was sie wollte und hat Spaß daran Entscheidungen zu treffen, das macht alles leicht.
„Wolfsmord“ ist deutlich rauer und politischer als viele klassische Regionalkrimis. Spüren Sie eine Veränderung darin, was der Samstagskrimi heute erzählen darf oder sogar muss?
Ich glaube es hätte wenig Sinn gemacht das Gleiche nochmal aufzugießen, das gibt es ja schon ganz viel und erfolgreich. Die Bereitschaft was anderes auszuprobieren dazu war da - ob sie ernst gemeint ist stellt sich heraus, wenn aufzugießen wir wissen wie der Film ankommt und ob die Reihe fortgesetzt wird.
Ihre Figur ist keine klassische Identifikationsfigur, sondern widersprüchlich, kantig und manchmal sperrig. Wie wichtig sind Ihnen solche Rollen im heutigen Fernsehkrimi?
Früher war das den männlichen Helden vorbehalten, ist doch toll, dass man jetzt weniger stereotyp denkt. Ich habe die Anti-Helden eh schon immer geliebt.
Die Landschaft rund um Garmisch spielt eine große atmosphärische Rolle – zugleich ist sie Konfliktraum. Wie haben Sie das Zusammenspiel von Naturidylle und Eskalation erlebt?
Wie eine Wanderung durch die Partnachklamm. Sauschön und saugefährlich gleichzeitig.
Danke für Ihre Zeit!
«Der Garmisch-Krimi» ist am Samstag, den 28. Februar, um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen. Dieser ist seit 21. Februar in der ZDFmediathek abrufbar.







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