Eine aktuelle Umfrage unter mehr als 1.600 Mitarbeiter:innen eines der weltweit größten Online-Reiseunternehmen, Trip.com, belegt, dass Angestellte, die zwei Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten, genauso produktiv sind und genauso häufig befördert werden wie ihre Kolleg:innen, die Vollzeit im Büro arbeiten.
Die bisher umfangreichste Studie wurde im Juni von Nicolas Bloom, einem amerikanischen Experten für Homeoffice-Arbeit, in der renommierten wissenschaftlichen Wochenzeitschrift Nature veröffentlicht.
„Die Ergebnisse sprechen für sich: Hybrides Arbeiten ist ein Gewinn für Produktivität, Leistung und Mitarbeiterbindung“, erklärt Bloom, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Stanford School of Humanities and Sciences.
„Unsere neue Studie liefert starke Beweise dafür, warum 80 % der amerikanischen Unternehmen ihren Mitarbeiter:innen heutzutage irgendeine Form von Remote-Arbeit anbieten. Die restlichen 20 %, die dies nicht tun, zahlen vermutlich einen hohen Preis dafür.“
Große Einsparungen
Vier Jahre nach der COVID-19-Pandemie, die die globalen Arbeitsmuster verändert hat, teilen mittlerweile etwa 100 Millionen Angestellte weltweit ihre Arbeitswoche zwischen Homeoffice und Büro auf.
Heute arbeiten viele hybride Büromitarbeiter:innen in Berufen wie Anwält:innen, Buchhalter:innen, Marketingfachleuten, Softwareentwickler:innen und anderen, die einen Hochschulabschluss oder eine vergleichbare Qualifikation besitzen.
„Die Studie zeigt auch, dass die Kündigungen bei Trip.com um bis zu 33 % zurückgingen, als Mitarbeiter:innen von der Vollzeitarbeit im Büro auf einen hybriden Zeitplan wechselten“, fügt Nicolas Bloom hinzu.
Frauen, Nicht-Führungskräfte und Angestellte mit langen Arbeitswegen waren am wenigsten geneigt zu kündigen, wenn sich ihre Büroanwesenheit auf drei Tage pro Woche reduzierte. Trip.com schätzt, dass die geringere Fluktuation dem Unternehmen Millionen von Dollar an Einsparungen gebracht hat.
Skepsis überwunden
Die Homeoffice-Tage der Mitarbeiter:innen hatten keinen negativen Einfluss auf Leistungsbewertungen, Beförderungen oder die Anzahl der Codezeilen, die Programmierer:innen produzierten.
Unabhängig von den aktuellen Kennzahlen schnitten die Testpersonen im Hybrid- und Homeoffice-Modell genauso gut ab wie ihre Kolleg:innen, die Vollzeit in den Büros von Trip.com arbeiteten.
Vor Beginn des Versuchs waren viele Führungskräfte der Ansicht, dass Homeoffice die Produktivität schaden würde, da Ablenkungen durch private Aufgaben wie Wäsche waschen oder ein allgemeiner Mangel an Disziplin zu Hause auftreten könnten.
Am Ende der Studie änderten 395 Führungskräfte ihre anfänglich negative Einschätzung der Produktivität zu einer sehr positiven Haltung – eine Veränderung, die mit anderen Forschungsergebnissen übereinstimmt, die zeigen, dass Mitarbeiter:innen ihre Produktivität im Homeoffice aufrechterhalten können.
Ein Gewinn für alle
Die positiven und konstruktiven Ergebnisse der Testphase führten dazu, dass Trip.com die Testzeiträume mit hybriden Arbeitsmodellen und Homeoffice-Tagen verlängerte.
Ganz gleich, wie du es betrachtest – reduzierte Kündigungsraten helfen Unternehmen, Kosten für die Rekrutierung, Einarbeitung und Schulung neuer Mitarbeiter:innen zu senken.
„Für skeptische Unternehmensleiter:innen zeigt unsere Studie deutlich, dass ihre Bedenken, hybrides Arbeiten schade mehr, als es nütze, stark übertrieben sind“, resümiert Nicolas Bloom.
„Wenn du zwei bis drei wöchentliche Homeoffice-Tage sinnvoll managst, kann das Unternehmen das Mentoring, den Aufbau der Unternehmenskultur und Innovationen aufrechterhalten. Aus wirtschaftlich-politischer Sicht schafft hybrides Arbeiten nur Gewinner.“





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