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Dritte Daily: RTL II versucht es mit moderner Telenovela und «BTN»-Hilfe

von   |  3 Kommentare

Susanne Diekwisch verspricht für «Schwestern – Volle Dosis Liebe» „tiefe Abgründe und darum, wie weit unsere Figuren zu gehen bereit sind, um das zu erreichen, was sie sich wünschen.“ Helfen soll auch eine aus «Berlin – Tag & Nacht» bekannte Figur. Dennoch: Viel gemein mit der Berliner Chaos-WG hat das neue Format nicht. Wie damit umgegangen wurde, dass der Textlauf nach nur 15 Folgen wieder endet und wie Filmpool das sehr klassisch aufgeladene Genre Telenovela für sich interpretiert, verrät die Writerin/Producerin im Interview.

Echte Spielorte und die Tatsache, dass wir auf vorgegebene Dialoge verzichtet haben, trägt viel zur hohen Authentizität bei.
Susanne Diekwisch, Writer/Producer «Schwestern»
RTL II ist dieser Tage wieder auf der Suche – auf der Suche endlich ein gescheites Lead-In für die beiden Vorabend-Soaps «Köln 50667» und «Berlin – Tag & Nacht» zu finden. Die Liste der Sendungen, die sich zu dieser Zeit beim Münchner Sender probieren durften, ist lang: Angefangen von «X-Diaries» ganz früher bis hin zu den «Straßencops», die in verschiedenen Regionen Deutschlands unterwegs waren bis hin zu jüngsten Versuchen wie «Station B1» und «Workout». Die Muskel-Schweiß-und-Liebe-Soap hatte ihre Sache mit teils acht Prozent davon noch am Besten gemacht, die davor gelaufenen Klinikgeschichten kamen auf zwischen 3,7 und 6,7 Prozent um 17 Uhr. Jetzt nimmt der Münchner Sender mit Hilfe des «BTN»- und «Köln»-Produzenten filmpool nochmal Anlauf und probiert in der Tat eine dritte Daily Soap.

Konkret handelt es sich bei «Schwestern – Volle Dosis Liebe» um eine Krankenhaus-Telenovela, wobei es der erste Versuch ist das sehr klassische Modell einer Telenovela mit den Erzählerfahrung so genannter authentischer Soaps wie eben «Berlin – Tag & Nacht» zu kreuzen. Bei filmpool ist Susanne Diekwisch Writer/Producer des Neustarts. Im Gespräch mit Quotenmeter.de legte sie Wert darauf, dass auch bei der Telenovela die authentische Umsetzung nicht zu kurz kommt. „Uns war es sehr wichtig, an echten Locations zu drehen, ein Großteil der Serie spielt in einem echten Krankenhaus in der Nähe von Köln. Echte Spielorte und die Tatsache, dass wir auf vorgegebene Dialoge verzichtet haben, trägt viel zur hohen Authentizität bei.“ Zudem habe man es innerhalb kurzer Zeit geschafft, «Schwestern – Volle Dosis Liebe» einen hochwertigen Look zu verpassen. „Das Ziel war es nicht, im dokumentarischen Stil zu drehen, sondern eine fiktionale Serie zu sein, die den Zuschauer berührt.“

Die Serie wird, wie schon erwähnt, in einer Krankenhaus-Welt angesiedelt sein. Für Diekwisch ist der Schauplatz Krankenhaus ein „sehr dankbarer Spielort“. Es sei „ein Mikrokosmos, in dem es täglich um Leben und Tod geht, schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden müssen und persönliche Befindlichkeiten schnell erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen können.“ Nicht zuletzt dürften aber auch andere Faktoren die Macher ermutigt zu haben, eine Krankenhaus-Daily zu probieren. Im Ersten ist «In aller Freundschaft» am Dienstagabend weiterhin ein Renner, auch der jüngere Ableger am Donnerstagvorabend holt positive Zuschauerzahlen. Sat.1 hat jüngst mit «Klinik am Südring» nachmittags den Sprung in die Light-Fiction geschafft. Das ebenfalls von filmpool kommende Format hat sich inzwischen zwar etwas abgekühlt, die knapp 16 Prozent in der Spitze vom November 2017 stehen aber noch.

Dabei will die neue RTL II-Serie keine Krankenhaus-Serie im klassischen Sinn sein. Um Patienten und deren Sorgen gehe es nur sehr hintergründig. Vielmehr sollen die Blicke auf die Mitarbeiter der Klinik gerichtet werden. Es solle darum gehen, wie das täglich Erlebte auch die Menschen auch im Privaten beeinflusse, erklärt Diekwisch. „Es geht um Träume und Sehnsüchte, Liebe, Freundschaft und Eifersucht. Um tiefe Abgründe und darum, wie weit unsere Figuren zu gehen bereit sind, um das zu erreichen, was sie sich wünschen. Oder auch, um das zu schützen, was sie sich bereits aufgebaut haben.“

Dabei greifen die Macher auf eine populäre Konstellation zurück. Die Zuschauer bekommen die Geschichte eines kompletten Neueinsteigers ebenso erzählt wie die einer bestens bekannten Figur. Anker soll die aus «Berlin – Tag & Nacht» bekannte Miri sein. Josephine Welsch nimmt dafür ihre Rolle wieder auf. „Sie ist nun erwachsener geworden, will endlich Verantwortung für sich und ihr Kind übernehmen und ihrem Leben Struktur geben“, erklärt Diekwisch. „Doch der harte Krankenhausalltag und die Ausbildung zur Krankenschwester bringen sie mehr als einmal an ihre Grenzen.“ Und als sie sich in Pfleger Felix (Jan Sokolowsky) verliebt, glaubt sie nicht, dass es momentan Platz für die Liebe in ihrem Leben geben kann.

Ebenfalls im Fokus steht die für den Zuschauer noch unbekannte Anna, gespielt von Annemarie Schuster. „Sie kommt nach Berlin, um endlich die Rätsel aus ihrer Vergangenheit zu lösen und herauszufinden, wer ihr leiblicher Vater ist. Sie vermutet, dass es der Chefarzt der Klinik ist und sie ahnt nicht, was sie mit ihrem Auftauchen alles auslöst. Anna verguckt sich schnell in den attraktiven Stationsarzt Ben, doch der ist nicht nur verlobt, sondern möglicherweise auch Annas Halbbruder und so nimmt das Chaos seinen Lauf“, erklärt Diekwisch. Auch Ben (Manuel Hasni) selbst stellt sein komplettes Leben durch Annas Auftauchen in Frage und seine Verlobte Larissa (Christine Graß) tut alles, um ihre geplante Zukunft mit Ben zu schützen. Dafür ist sie bereit alles zu tun und jede Grenze zu überschreiten. Und dann ist da noch Chefarzt Kling (Robert Ritter), der Vater von Ben und Felix, der rund um seine Familie über Jahre ein Lügengerüst aufgebaut hat, welches nun zusammenzubrechen droht.

Allein die Tatsache, dass Sender und Produktionsfirma ganz offen mit den Namen der Schauspieler umgehen, zeigt, dass es Unterschiede zu den sonstigen Dailys des Kanals gibt. Gearbeitet habe man mit erfahrenen Schauspielern, aber auch mit „talentierten Newcomern“, wie filmpools Susanne Diekwisch betont. Unterscheiden von klassischen Telenovelas will man sich unter anderem durch das Weglassen Voice-Overs. Aber auch die sonst aus den filmpool-Soaps sonst bekannten O-Töne in Interviewpassagen sind nicht Teil der neuen Produktion. Zudem habe man „bewusst das erzählerische Tempo angezogen. Wir bleiben stets sehr nah an den Emotionen der einzelnen Figuren, erzählen aber dramaturgisch sehr dicht und auf den Punkt“, sagt Diekwisch.

Vorerst hat RTL II vorsichtigerweise nur 15 Episoden geordert. Ende März ist die Geschichte rund um Miri und Anna also zwangsläufig zunächst vorbei. Natürlich sind die Hoffnungen groß, dass aus dem Ende nur eine Pause wird. „Wir hoffen sehr, dass dem Zuschauer unser Format gefällt und wir es in der recht kurzen Zeit der dreiwöchigen Ausstrahlung schaffen, ihn für unsere Figuren und unsere Geschichten zu begeistern. Wir sind bereit, «Schwestern – Volle Dosis Liebe» schnellstmöglich weiterzuerzählen und haben bereits viele weitere Geschichten für unsere Figuren im Kopf“, sagt Diekwisch. Wie schnell, das war nicht zu erfahren. In der Regel muss man mit drei, wenn nicht gar vier Monaten Vorlauf rechnen. Dann ist Sommerzeit, die WM läuft, die Leute sind im Urlaub. Möglicherweise könnte man also Richtung August in eine reguläre Ausstrahlung starten.

Nach den 15 Folgen gibt es für den Zuschauer einen vorläufigen Endpunkt, einen Abschluss des erzählten Kapitels im Leben unserer Figuren. Es bleiben aber auch wichtige Fragen offen und es wird am Ende mehr als einen Cliffhanger geben.
Susanne Diekwisch, Writer/Producer «Schwestern»
Kein einfaches Unterfangen, bedenkt man, dass «Berlin – Tag & Nacht» einst in den ersten drei Wochen ein Flop war und sich erst nach sechs bis acht Wochen zum Hit entwickelte. „Nach den 15 Folgen gibt es für den Zuschauer einen vorläufigen Endpunkt, einen Abschluss des erzählten Kapitels im Leben unserer Figuren. Es bleiben aber auch wichtige Fragen offen und es wird am Ende mehr als einen Cliffhanger geben. Neben unseren Hauptfiguren war es uns wichtig, starke Nebenfiguren zu etablieren, mit denen man jederzeit auch eigene Geschichten erzählen kann. Die Grundlagen für eine größere Staffel sind damit auf jeden Fall gegeben“, sagt Diekwisch.





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Es gibt 3 Kommentare zum Artikel
Blue7
04.03.2018 11:58 Uhr 1
15 Folgen Telenovela. Wow nach 3 Wochen vorbei. Wird garantiert ein Erfolg wenn die Zuschauer erst gefunden werden müssen
tommy.sträubchen
04.03.2018 14:26 Uhr 2
Der eine war doch bei Love Island....ah Schauspieler naja Love Island war ja echt -Ironie off-... 15Folgen Test ist viel zu wenig gerade bei einer täglichen Serie...wenns relativ gut läuft kommt trotzdem ne längere Pause eh es weiter geht.Genug Zeit um die gefundenen Zuschauer wieder neu suchen zu müssen.
Sentinel2003
04.03.2018 15:23 Uhr 3
15 Folgen?? iSt ja wirklich ein wenig wenig....

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