Es hätte das epische Finale einer großen Erfolgsstory werden können, doch hätte die Musikfilmreihe mit «Pitch Perfect 3» begonnen, wäre aus ihr vermutlich nie eine geworden.
Der erste Teil erzählte die total absurde Geschichte der A-Capella-Band Barden Bellas, die sich im Laufe mehrerer Gesangswettbewerbe als beste Musikgruppe des Landes etablierte. Doch neben jeder Menge Competition, bestehend aus schwungvoll und oft ironisch inszenierten Shownummern, handelte «Pitch Perfect» auch von den Streitigkeiten und Freundschaften innerhalb der Clique, von Konkurrenzkampf, Hoffnung und dem Nachjagen nach viel zu großen Träumen. Am wichtigsten jedoch: Die Filme propagierten zu jedem Zeitpunkt, dass jeder Mensch stolz auf das sein soll, was er ist; und so wurde bei den Barden Bellas eben nicht nach Aussehen gecastet, sondern nach Stimme und Persönlichkeit. Die Folge: Eine Figur wie die beleibte Fat (!) Amy, die Rebel Wilson («Die Hochzeit unserer dicksten Freundin») mit so viel derbem Selbstbewusstsein ausstattete, dass für sie kein Zweifel darin bestand, sich auch selbst so zu nennen, wurde zum Liebling der «Pitch»-Community. Doch auch die zurückhaltende Beca (Anna Kendrick), die überambitionierte Chloe (Brittany Snow), die so gut wie nie sprechende Lilly (Hana Mae Lee) oder die im zweiten Teil dazu stoßende, absolut bodenständige Emily (Hailee Steinfeld) machten aus dem illustren Rund an Musikerinnen ein farbenfrohes Abbild der Gesellschaft; welche Hautfarbe oder sexuelle Ausrichtung sie besitzten, spielt dabei nicht bloß eine untergeordnete, sondern schlicht gar keine Rolle – auch wenn die Macher mit den Vorzügen einer ethnisch derart vielfältigen Gruppe durchaus respektvoll zu spielen wussten.
Nachdem «Pitch Perfect 2» die Idiotie des sich bierernst nehmenden A-Capella-Showkampfes noch einmal auf die Spitze trieb (und sich damit noch einmal besser verkaufte, als der erste Film ohnehin schon), scheint der dritte und letzte Teil mit seinen Vorgängern nun überhaupt nichts mehr gemein zu haben. Neben dem Ensemble und der Grundidee, eine A-Capella-Gruppe bei ihrem schwierigen Weg in Richtung Erwachsenwerden zu beobachten, lässt «Pitch Perfect 3» sämtliche Erfolgszutaten des Franchises vermissen; und leider scheint die Wahl der Regisseurin Trish Sie mit ein Grund für diesen niederschmetternden Eindruck zu sein, die mit «Step Up: All In» bereits bewiesen hat, dass sie schon für Tanzszenen nur ein mittelmäßiges, für inhaltlich relevante allerdings so gar kein Händchen zu besitzen scheint. Bildeten die in ihrer Einfachheit so clever choreographierten Gesangseinlagen – vom einfachen Straßenbattle bis hin zur großen Bühnenshow – in den ersten beiden Film immer die Höhepunkte (ganz zu schweigen von den süffisanten Kommentaren der beiden A-Capella-Insider Gail und John), wirken sie hier wie Füllmaterial. Schwungvolle Neuarrangements bekannter Popnummern weichen hier lieblos gecoverten Songs, von denen die Countryversion von „Wake Me Up“ noch das Highlight darstellt.
Genau hier findet sich dann auch das zweite große Problem: die Geschichte. Nachdem schon Teil zwei so konsequent einfach nur auf das Konzept des ersten Teils einen draufsetzte, wäre es – ganz im Stile von «Hangover» – gar nicht so schlimm gewesen, auch beim dritten Teil noch einmal so zu verfahren. Stattdessen saugt sich Drehbuchautorin Kay Cannon (schrieb auch schon das Skript zu Teil zwei) gleich mehrere abstruse Storylines aus dem Hut, von denen jene um Fat Amy und ihren verschollenen Geheimagentenvater, gespielt von einem immerhin ziemlich ordentlich aufgelegten John Lithgow («Daddy’s Home 2»), in seiner Konstruiertheit ausschließlich dazu einlädt, sich beim Schauen mehrmals mit der flachen Hand gegen den Schädel zu schlagen. «Pitch Perfect 3» wird zu einer Aneinanderreihung von Zufällen und bemühten Sketchen; und zwischendrin darf Rebel Wilson immer mal wieder derbstes Vokabular unterhalb der Gürtellinie von sich geben. 

• All In • Daddy’s Home 2 • Die Hochzeit unserer dicksten Freundin • Die Tribute von Panem • Hangover • Pitch • Pitch Perfect • Pitch Perfect 2 • Pitch Perfect 3 • Sisters • Step Up • Step Up: All In
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