360 Grad

Was geht los da rein?

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Im Dschungelcamp ist der Wurm drin - und das zum zweiten Jahr in Folge. Das Problem ist systemimmanent, meint unser Kolumnist.

So. Das war’s. Ich bin raus. Ich habe das Dschungelcamp für mich dieses Jahr vorzeitig beendet.

Auch 2015 habe ich schon nicht bis zum Schluss durchgehalten. Zu wenige Konflikte im Camp, zu uninteressante Protagonisten – und die Dramaturgie der Ekelprüfungen ist eben keine, von der dieses Format seine Kraft zieht. Die kam, seit man sich entschlossen hat, nicht mehr so zu tun, als seien die Campbewohner tatsächlich mehr oder weniger prominente Kandidaten, schon immer aus dem sozialen Experiment, ein Dutzend schräger Typen mit gehöriger Selbstüberschätzung und merkwürdigen Schrullen zwei Wochen dicht beieinander wohnen zu lassen und zu warten, bis diese Mischung eskaliert.

Doch letztes Jahr eskalierte eben nichts. Und dieses Jahr auch nicht so wirklich. Spätestens seit mit der Abwahl von Ricky Harris dem Konflikt die Grundlage entzogen wurde. Helena Fürsts Totalverweigerung trägt diese Sendung nicht.

Ich komme also zu einem ähnlichen Schlusspunkt wie schon Hans Hoff bei DWDL. An sich ist die Sendung gut produziert und geschrieben. Nur leider eben stinklangweilig.

Die besten Jahrgänge waren die, in denen es hoch herging: Als alle gegen Sarah Dingens waren oder Larissa Marolt sich von der verhassten Außenseiterin zur Dschungelkönigin der Herzen wandelte. Staffeln, von denen ich mir vorstellen könnte, sie heute nochmal zu bingen, gäbe es sie denn als DVD oder on demand.

Dass mich das Dschungelcamp aber dieses Jahr so kalt lässt, liegt nicht an einem Versagen der Macher, sondern einem Versagen der Rahmenbedingungen. Oder einfacher formuliert: Nichts wirklich Spannendes passiert im Camp. Und damit lassen sich auch keine interessanten Geschichten erzählen. Da können die Moderationstexte noch so gut geschrieben sein.

Man könnte nun, nach zwei inhaltlich wenig überzeugenden Jahrgängen, den falschen Schluss ziehen, diese Geschichten und Konflikte zu forcieren. So ähnlich hat man das zumindest im letzten Jahr schon probiert – auch damals schon ohne Erfolg.

Die richtige Conclusio ist eine andere: Es lässt sich schlicht recht wenig tun, um ein wirklich spannendes Dschungel-Jahr zu garantieren, was nicht jetzt schon getan wird. Die Gefahr, dass das Format in der einen oder anderen Staffel (weit) hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist systemimmanent. Eben weil die Konflikte aus der Konstellation der Kandidaten und der ironischen Brechung durch Zietlows und Hartwichs Spitzen entstehen sollen. Man könnte auch sagen: Das ist Reality-Fernsehen im besten Sinne.

Auch wenn es – wie in diesem Jahr – mal nicht so richtig klappen will.

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