Quotencheck

«Newstime»

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Durchaus mit einigen Schwachpunkten präsentiert sich die ProSieben-Nachrichtensendung bislang in diesem Kalenderjahr. Alles in allem läuft es aber erneut ordentlich.

Quotencheck-Woche

Im Bereich Information ist ProSieben schon seit Jahr und Tag eher zurückhaltend, auch tagesaktuelle Nachrichten strahlt der Privatsender vorrangig deshalb aus, weil er als Vollprogramm dazu gezwungen ist. Immerhin gelingt es der zehnminütigen Newstime, zwischen «taff» und den «Simpsons» um 18:00 Uhr, auf ordentliche Einschaltquoten zu verweisen und beim Publikum keine hektischen Umschaltimpulse auszulösen. Dies gilt auch für das bisherige Kalenderjahr 2014 - obwohl man nach aktuellem Stand so schlecht da steht wie seit acht Jahren nicht mehr.

Die bis dato stärkste Sendewoche war dabei bereits die allererste, die vom 1. bis 5. Januar auf durchschnittlich 1,44 Millionen Zuschauer und 6,7 Prozent Marktanteil insgesamt sowie 1,11 Millionen und weit überdurchschnittliche 15,1 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe zu verweisen hatte. Sämtliche Ausgaben verbuchten hier zwischen 12,5 und 16,3 Prozent Marktanteil, doch gleich an Neujahr lief es mit 16,8 Prozent und 1,56 Millionen so gut wie in der Folge nie wieder. Auch beim Gesamtpublikum hatte die zehnminütige Ausstrahlung mit 2,11 Millionen und 8,5 Prozent auf herausragende Werte zu verweisen, von mehr als zwei Millionen Zuschauern kann man im Normalfall nur träumen.

Mit dem Ende der Ferienzeit schlich sich allerdings rasch wieder Normalität ein, bereits in der zweiten Woche des neuen Jahres fiel man auf 5,0 und 11,6 Prozent bei 0,99 Millionen Konsumenten zurück, im weiteren Verlauf des Januars fiel der Wochendurchschnitt kontinuierlich auf bis zu 0,85 Millionen. Die Marktanteile schwankten hier zwischen miesen 4,2 Prozent und sehr guten 7,5 Prozent des Gesamtpublikums, bei den 14- bis 49-Jährigen verfehlte lediglich eine Folge die Zweistelligkeit - am Mittwoch, den 29. Januar, wurden 9,7 Prozent bei 0,57 Millionen jungen Zuschauern verbucht. Die Höchstwerte betrugen ab der zweiten Januarwoche 14,8 und 15,8 Prozent bei maximal 1,19 Millionen.

«Newstime»-Monatsabrechnung

  • 01/14: 1,00 Mio. (5,1% / 12,1%)
  • 02/14: 0,84 Mio. (4,3% / 10,5%)
  • 03/14: 0,84 Mio. (5,0% / 11,7%)
  • 04/14: 0,75 Mio. (5,0% / 11,5%)
  • 05/14: 0,67 Mio. (4,7% / 10,9%)
  • 06/14: 0,60 Mio. (4,2% / 9,4%)
Durchschnittliche Werte aller Folgen der jeweiligen Monate.
Deutlich weniger Grund zur Euphorie gab es im Februar, wo insbesondere die Zugkraft beim jungen Publikum deutlich einbrach: Nur eine einzige Folge knackte mit 1,06 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauern die Millionenmarke, der hiermit einhergehende Marktanteil von 13,0 Prozent war der zweitbeste des Monats - lediglich am letzten Tag des Monats wurden herausragende 14,7 Prozent generiert. Dafür fielen gleich zwölf der 28 Folgen mit einstelligen Werten durch, sodass auch in der Monatsendabrechnung (siehe Infobox) über anderthalb Prozentpunkte verloren gingen. Ähnlich klar waren die Einbußen beim Gesamtpublikum ab drei Jahren, wo nur noch drei Folgen die Fünf-Prozent-Hürde knackten. Mit 4,3 statt 5,1 Prozent fiel der Februarschnitt richtig mies aus - allerdings sendete man zum Teil auch in direkter Konkurrenz zur sehr starken Olympia-Übertragung.

Im März und April fing sich die Nachrichtensendung wieder merklich, obgleich die Reichweiten nicht anstiegen bzw. im April dann sogar noch deutlich zurückgingen. Da sich die Marktanteile mit 5,0 Prozent allerdings sehr stabil zeigten, ist dies eher der generell geringeren Fernsehnutzung zuzuschreiben als einer formatspezifischen Schwäche. In der werberelevanten Zielgruppe wurden in der Regel zwischen elf und zwölf Prozent verbucht, dies spiegelte sich auch in beinahe sämtlichen Wochenabrechnungen wider. Die stärkste Ausgabe dieser Zeit wurde am Sonntag, den 13. April, mit 15,1 Prozent bei 1,04 Millionen werberelevanten Fernsehenden ausgestrahlt, die schwächsten Werte (8,2 Prozent bei 0,37 Millionen) wurden nur sechs Tage später verbucht. Ein ähnliches Bild ergab sich angesichts von tollen 1,56 Millionen und 8,6 Prozent bzw. miesen 0,52 Millionen und 3,9 Prozent auch beim Gesamtpublikum.

Nachdem sich die Einbußen im Mai noch in Grenzen hielten, hatte vor allem der WM-Monat Juni drastische negative Auswirkungen auf die Gesamtbilanz der Sendung. Vom 13. Juni bis zum 5. Juli musste man sich von drei spielfreien Tagen abgesehen quasi täglich gegen König Fußball zur Wehr setzten, was erwartungsgemäß nur selten gelang: In der Regel sahen nur gut eine halbe Million Menschen um 18:00 Uhr die ProSieben-Nachrichten, dies entsprach miesen 3,3 bis 3,8 Prozent des Gesamtpublikums sowie 6,9 bis 8,4 Prozent der Zielgruppe im Wochenschnitt. Besonders schlimm fielen die Werte an den drei Tagen aus, wo parallel die deutsche Nationalelf antrat: Nur zwischen 1,4 und 2,2 Prozent wurden hier bei den Jüngeren verzeichnet, insgesamt standen kaum noch messbare 0,8 bis 1,2 Prozent bei bestenfalls 0,30 Millionen zu Buche.

Insgesamt kamen die über 200 bislang ausgestrahlten Folgen in diesem Kalenderjahr auf eine durchschnittliche Sehbeteiligung von 0,77 Millionen, die mit einem Marktanteil von 4,8 Prozent einherging. Damit lag «Newstime» recht deutlich unterhalb der 5,4 Prozent, die ProSieben in der ersten Jahreshälfte 2014 durchschnittlich für sich verbuchte. Etwas besser sah es in der werberelevanten Zielgruppe aus, wo 0,59 Millionen mit exakt 11,0 Prozent Marktanteil einhergingen. Hier schafften es die Unterföhringer zwischen Januar und Juni nämlich gerade einmal auf 10,7 Prozent und lagen somit leicht hinter der Sendung zurück.

Allerdings würden nach momentanem Stand die schwächsten Marktanteile seit acht Jahren erzielt werden. Im Jahr 2006 lief es mit 4,5 und 9,1 Prozent deutlich schlechter, allerdings ging das Format hier noch um 20:00 Uhr in direkter Konkurrenz zur «Tagesschau» auf Zuschauerjagd - und hatte entsprechend eine deutlich höhere Reichweite von 1,29 Millionen vorzuweisen. Allerdings klingt dies dramatischer als es letztlich ist, denn mit Jahresdurchschnittswerten zwischen 4,9 und 5,6 Prozent seit 2007 - wo die «Newstime» auf ihren jetzigen Sendeplatz gelegt wurde - beim Gesamtpublikum und 11,0 bis 11,7 Prozent in der besonders stark umworbenen Zielgruppe lief es auch in den Vorjahren stets nur minimal besser als bisher in diesem. Und mit Olympia und der Fußball-WM sind die größten Quotenhits der Konkurrenz bereits vergleichsweise schadlos überstanden worden.

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