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Falsche Rangliste: ZDF-Programmchef Himmler sauer

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Noch mehr Ärger um «Deutschlands Beste»: Eine ZDF-Untersuchtung ergab, dass die Redaktion nicht nur auf die Berücksichtung einer Hörzu-Umfrage verzichtete, sondern auch vom Umfrageergebnis von Forsa abwich, um eingeladenen Gästen bessere Positionen zu geben. Das ZDF droht mit Konsequenzen.

Die von Johannes B. Kerner moderierte Ranking-Show «Die Besten»  sorgt weiter für Wirbel. Diesen gab es schon im Laufe der Woche, als bekannt wurde, dass für das Ergebnis in der Sendung ausschießlich zwei Forsa-Umfragen hergenommen wurden und nicht auch eine Online-Befragung ein Voting der Programmzeitschrift Hörzu. Das Blatt reagierte entsprechend verstimmt. Am Freitagnachmittag musste der öffentlich-rechtliche Sender aus Mainz nun auch noch zugeben, dass das präsentierte Ergebnis in der Sendung auch nicht der repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts entspricht.

Programmchef Norbert Himmler (Foto) hatte Anfang dieser Woche eine interne Untersuchung in Auftrag gegeben, die aber nicht den Vorstellungen der Redaktion der Sendung entsprachen. Schon angefragte Gäste, die in der Sendung auftraten, bekamen einfach attraktivere Plätze. Die Gäste sollen davon nichts gewusst haben. Entsprechend sauer ist ZDFs Norbert Himmler: „Die Veränderungen am Ergebnis der Forsa-Umfragen sind ein grober Verstoß gegen die Programmrichtlinien des ZDF. Das ist nicht zu rechtfertigen und schadet der Glaubwürdigkeit des ZDF. Daher werden auch arbeitsrechtliche Konsequenzen geprüft.“

Die eigentliche Studie des Instituts Forsa gliederte sich in zwei Teile: Im ersten Schritt wurde offen gefragt, welche noch lebenden deutschen Frauen und Männer für sie die "besten bzw. bedeutendsten" sind. Dafür waren 1016 repräsentativ ausgewählte Personen befragt worden. Es ging dabei um neun Kategorien. Hieraus wurde eine erste Liste von je 100 Männern und Frauen erstellt, aus denen im zweiten Schritt in einer weiteren Forsa-Befragung mit 2000 Teilnehmern sowie einem Online-Voting und der Hörzu-Abstimmung die jeweils 50 "Besten" nominiert werden sollten.

Bei der Auswertungen seien, so das ZDF, dann Probleme aufgetreten, weshalb entschieden wurde, sich nur auf die Forsa-Umfrage zu stützen. Danach nahm die Redaktion entsprechende Veränderungen vor. Franz Beckenbauer, eigentlich auf Platz 31 gewählt, durfte vor auf Position neun. Frank-Walter Steinmeier verbesserte sich von Platz zehn auf Position sechs. Bei den Frauen wurde ZDF-Neuzugang Helene Fischer um fünf Plätze auf Rang fünf vorgezogen, Ursula von der Leyen (eigentlich vierte) wurde Sechste.

Norbert Himmler verspricht: „Wir werden dem Fernsehrat außerdem spezifische Regeln für Voting-Shows vorlegen. Ein zentraler Bestandteil wird die Transparenz der Ergebnisse und der Befragungsmethode sein. Ich entschuldige mich bei allen Zuschauerinnen und Zuschauern, bei allen, die an den Abstimmungen teilgenommen haben, wie auch bei den betroffenen Prominenten." Denn: Vor der Offenlegung der internen Untersuchung hatte sich das ZDF vorgenommen, die Reihe «Deutschlands Beste» mit Johannes B. Kerner fortzusetzen.

Unter diesem Link hat das Zweite Deutsche Fernsehen inzwischen die korrekten Listen mit der Original-Reihenfolge veröffentlicht.

Kurz-URL: qmde.de/71799
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