Stephenie Meyer kommt mit ihrer ersten Romanverfilmung nach der «Twilight»-Saga daher und dürfte damit sogar eingefleischte Fans enttäuschen.
Eines Tages gelingt es einer von ihnen (Diane Kruger) jedoch, Melanie zu überwältigen. Ab sofort muss sie sich ihren Körper mit Wanda teilen, weigert sich jedoch beharrlich, neben ihrem Bewusstsein auch sich selbst aufzugeben. Melanie gelingt es, Wanda zur Flucht zu überreden und nach ihrem Bruder und Jared zu suchen. Ihre schier endlose Reise führt sie in eine Wüste, wo sie nicht nur auf den verloren geglaubten Jared, sondern auch auf Teile ihrer Familie trifft, die sich zum Schutz vor den Suchern in einer Höhle verstecken. Auch der junge Ian (Jake Abel) gehört der Gruppe an, zu dem sich ausgerechnet der Teil in Melanie hingezogen fühlt, der zu Wanda gehört. Dieser innere Konflikt zwischen den jungen Frauen scheint unweigerlich darauf hinauszulaufen, dass letztendlich nur eine von beiden überleben kann…
Die Idee, dass eine besondere Spezies unter den von einem anderen Planeten stammenden Wesen vor allem deshalb die Erde heimsucht, um ihre Bewohner durch die Einpflanzung der Seelen zu willenlosen und damit besseren Menschen zu machen, ist nicht fantasielos. Zwar bleibt den Außerirdischen dadurch stets eine Antagonistenrolle zugeteilt, der Hintergrundgedanke und die damit aufkommende Frage, wie viel Gut und Böse in der heutigen Gesellschaft steckt, ist jedoch eine gelungene Ausgangsfrage. Leider holt Stephenie Meyer in ihrer Romanvorlage schon nichts aus dieser Prämisse heraus. Ungeachtet dessen klassifiziert sie die schwach geschriebenen und teilweise unterirdisch verkörperten Charaktere nämlich einfach nur in „gut“ und „schlecht“. Scheinbar wollte die Autorin gar nicht, dass man sich genauer mit den Figuren auseinandersetzt. Stattdessen setzt sie dem Publikum erschreckende Stereotypen vor, um dann das ganze Programm aus Lovestory und viel, viel Drama durchzuziehen.
Gerade das gelingt den Jungdarstellern jedoch in keinem Moment. Generell lässt sich aber vor allem der blassen Saoirse Ronan kein Strick daraus drehen. Sofern die von Natur aus recht unauffällige Erscheinung stark geschriebene Figuren bekommt, so gesehen in Joe Wrights «Wer ist Hanna?», kann die blonde Aktrice auftrumpfen. Muss sie wie in «Seelen» einen Charakter ohne jegliche Ecken und Kanten ausfüllen, erscheint Ronan fast unsichtbar sowie stets unterfordert. So lässt es sich auch ausschließlich der Figurenzeichnung zuschreiben, dass der Protagonistin Melanie, wie schon sämtlichen Charakteren der «Twilight»-Saga, nur ein Gesichtsausdruck vergönnt ist und man so etwas wie eine nachvollziehbare Fortentwicklung ihrer Figur vergeblich sucht. Lediglich in der Interaktion mit ihrem filmischen Love Interest Jared, verkörpert von einem nicht sonderlich mehr geforderten Max Irons («Das Bildnis des Dorian Gray»), hat sie ansatzweise die Möglichkeit, ihr Können auszuspielen. Gemeinsam schaffen es beide, ein glaubhaftes Paar zu verkörpern, das sich nicht ganz so bieder präsentiert wie Bella und Edward in «Twilight» und zudem nicht allzu vernebelt agiert. Doch auch hier schöpft man nicht aus den Vollen und besinnt sich auf das wenig vorhandene Potential der Vorlage. Stattdessen lässt man die Darsteller solange reden, bis sämtliche Romantik zerredet ist um daraus wieder Konflikte entstehen zu lassen, die in ihrer Entwicklung nicht glaubhaft sind und lediglich eine Alibilösung erfahren.
Die wenigen Szenen, die mit etwas mehr Tempo daherkommen, werden stets vom deutschen Hollywood-Export Diane Kruger («Der Nächste, bitte!») dominiert, die in ihrer Rolle als Sucherin einen kühlen Charme versprüht und noch eher in die Antagonistenrolle fällt als die lediglich als helles Licht dargestellten Seelen selbst. Dadurch bleiben allerdings viele Fragen über den Hintergrund der außerirdischen Spezies offen, die – wie so vieles mehr – nicht beantwortet werden. Dadurch wirkt «Seelen» wie der eilig hingeschriebene Versuch von Stephenie Meyer, nach der "Bis(s)“-Bestseller-Reihe um nichts in der Welt wieder in der Versenkung zu verschwinden. Dass Andrew Niccol daraus immerhin noch etwas optisch ansprechendes kreierte, grenzt fast an ein Wunder. An den hohlen Dialogen, einer Handlung, in der bis auf zwei, drei ordentliche, also das Geschehen vorwärts treibende Szenen nichts passiert und der Tatsache, dass nahezu jedes Potential direkt wieder im Keim erstickt wird, kann allerdings auch er nichts ändern.• Das Bildnis des Dorian Gray • Deine Zeit läuft ab • Der Nächste bitte! • Händler des Todes • In Time • In Time – Deine Zeit läuft ab • Lord of War • Lord of War – Händler des Todes • Oblivion • Seelen • Stay • The Host • Twilight • Wer ist Hanna?
Manager Creative Productions (m/w/d)
Jungredakteur/Redakteur Casting (w/m/d)
Pflicht/-Orientierungspraktikant Redaktion (w/m/d)
Redakteur (w/m/d) oder Jungredakteur (w/m/d)
Jungredakteur/Redakteur (w/m/d)