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Statistisch gesehen

Die Fieberkurven der Sender

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Was die Quotenverläufe des Jahres über das Weltgeschehen verraten und was Private und Öffentlich-Rechtliche unterscheidet.

Statistisch gesehen macht jeder Mensch etwa fünf Erkältungen im Jahr durch. Was vielen dabei nicht bewusst und sicherlich für den Moment auch völlig egal ist: Auch unsere TV-Sender haben Fieberkurven.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und nachdem Kerner, Jauch und Gottschalk schon die großen Geschichten der letzten zwölf Monate aus aller Welt medienwirksam aufbereitet haben, soll auch an dieser Stelle Bilanz über 2010 gezogen werden. Dafür braucht es keine chilenischen Bergarbeiter oder überbezahlte Fußballspieler - ein Blick auf die Quoten der letzten zwölf Monate verrät zumindest, wie und wann wir das Jahr vor dem Fernseher verbracht haben, wann die Sender gefeiert haben, wann nicht und wann es ihnen relativ egal gewesen sein dürfte.

Auch wenn manch einer gerne behauptet, die öffentlich-rechtlichen Sender hätten sich durch das Abkupfern von Telenovelas und Quizshows bereits so sehr den Privaten angenähert, dass sie sich kaum mehr von diesen unterscheiden lassen, so gilt das natürlich nicht. Im Mittelpunkt der Analyse des Ersten und des ZDF steht aber zunächst einmal ein Ereignis, das nicht unzertrennlich mit den Öffentlich-Rechtlichen verknüpft ist.

Das prägende Ereignis war die Fußball-Weltmeisterschaft im Juni, das wird jeder Mediendoktor angesichts dieser Fieberkurven ohne Umschweife feststellen können. Beweisstück B: ein Zacken im Februar - Olympische Winterspiele! Diese gehen mit der Fußball-WM allerdings ohnehin einher. In den übrigen Monaten lag das Quotenfieber bei den beiden Sendern langweilig brach. Ganz anders bei den Privaten, wo nun der offensichtliche Unterschied zutage tritt:

Auch hier fällt natürlich die Weltmeisterschaft als erstes ins Auge, die allen Privaten zu schaffen gemacht hat. Auch RTL, das selber einige Spiele übertragen durfte, blieb nicht verschont. Auffallend: Die berüchtigten Herbst- und Frühjahrs-Saisons spiegeln sich tatsächlich in den Quoten wieder. Aus den Sommer- und Wintermonaten scheinen sich die Privaten nicht viel zu machen: Viele Wiederholungen, niedrige Marktanteile. Es wird abgeschenkt, zum Beispiel an kabel eins, das im August auf Rekordwerte kam.

Glückwünsche für ein Jahr, das einen deutlichen Aufwärtstrend zeigte, lassen sich einzig an RTL vergeben, das sein Quotenfieber aus diesem Herbst gar nicht mehr loszuwerden droht. Zu schwer ist die Infektion mit Scripted Reality und überdrehten Talentshows. Ich wünsche gute Besserung - mögen zumindest die Keime eingehen, wenn das Fieber schon bleibt.

2011 - Statistisch gesehen


Die sogenannte "Weisheit der Vielen" nahm schon Günther Jauch einst für RTL unter der Lupe: Die Gruppe entscheidet besser als der Einzelne - dahinter steckt das Gesetz der Großen Zahlen. 1906 ließ Sir Francis Galton in einem Schätzwettbewerb von 800 Menschen das Gewicht eines Ochsen schätzen, um zu beweisen, dass sie es nicht können. Doch im Mittel war das Schätzergebnis goldrichtig.

Da Statistisch gesehen nicht nur nach hinten blicken will, sondern auch voraus, schätzen Sie mit: Wie wird das Fernsehjahr 2011? Der nicht immer ganz ernst gemeinte Fragebogen zum Thema findet sich bis zum 31. Dezember hinter diesem Link.

Statistisch gesehen sagt wie das Fernsehjahr 2011 wird und ob es sich überhaupt lohnt, einzuschalten. Im Januar auf Quotenmeter.de.

Kurz-URL: qmde.de/46531
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