Die Kritiker

«Durch diese Nacht»

von

Story


Jan und Karla Kelm sind schon lange ein Paar und sehr glücklich miteinander. Sie ist eine erfolgreichre Fotografin, er ist Chef eines Musikunternehmens. Doch die Idylle wird gestört durch die Alpträume, unter denen Karla leidet und in denen stets ihr Mann zu sehen ist, und durch die Halluzinationen respektive Wahrnehmungsstörungen, die bei Jan auftreten. Kur bevor Jan Karla beim Abendessen ein wichtiges Geheimnis anvertrauen will, bricht er unter Krämpfen zusammen.

Mit starken Gehirnblutungen wird er sofort ins Krankenhaus eingeliefert und muss einer Operation unterzogen werden, um Überlebenschancen zu haben. Während Karla im Hospital an Jans Seite weilt, hat Tom Langer etwas ganz anderes im Sinn: Er war Mitgeschäftsführer des Musikunternehmens und will nichts mehr als alleiniger Geschäftsführer zu bleiben. Mit seinen Ambitionen stößt er bei Tina, der Assistentin, allerdings nach und nach auf Granit. Wie wird der Machtkampf an der “Tonpark”-Front ausgehen und wird Jan überleben?

Darsteller


Oliver Stokowski («30 Tage Angst») ist Jan Kelm
Katharina Böhm («Zeit zu leben») ist Karla
Tim Bergmann («Schuld und Rache») ist Tom Langer
Bernadette Heerwagen («Der Novembermann») ist Tina
Michael Brandneu («Männersache») ist Arto
Johanna Gastdorf («Hilde») ist Schwester Hanna
Yevgeni Sitokhin («Die Frau aus dem Meer») ist Professor Michailow
Anna Böttcher («Ich wollte mich töten») ist Bobbele

Kritik


“Ja, Freunde. So ist das. So kommt das. So wird man ganz einfach wie nebenbei zum Mörder. Glaubt es mir, es ist ganz einfach. Ganz einfach.” Mit diesen Worten beginnt der Film «Durch die Nacht», dazu sieht man Oliver Stokowski als Jan Kelm im Rollstuhl sitzen. Und schon ist ein Spannungsbogen über den gesamten Film gezogen: Wie kommt er, der erfolgreiche Mann, in eine solche Position und kann so etwas von sich behaupten?

Zwei Monate davor liegt das Ehepaar im Bett und Karla hat einen Alptraum. Diese toll montierte und gestaltete Sequenz hat direkten Anschluss zu den folgenden Paranoia- beziehungsweise Realitätsstörungen von Jan. Am Anfang herrscht erst einmal vollkommenes Unverständnis über die Personenkonstellationen und die Handlungsstränge. Bevor der Zuschauer die Möglichkeit hat, etwas nachzuvollziehen, bricht Jan zusammen.

Zu einem Teil nimmt man nun die Welt aus Jans subjektiver Sicht wahr, was zu hervorragenden Phantasie- und Wahrnehmungseinschüben führt, die beeindruckende Bilder zeigen und die außergewöhnliche Aufarbeitung demonstrieren. Hinzu kommt das große Spannungselement “Tom & Tina”, deren Handeln und Absichten nicht von Anfang an klar sind und die einen guten Gegenimpuls zum im Bett liegenden Jan darstellen.

In den ersten 40 Minuten lässt der von Rolf Silber inszenierte Film an Spannung und Dramatik nichts zu wünschen übrig. Hinzu kommt die schon erwähnte visuelle Umsetzung. Im hinteren Teil spielt die Humorkomponente eine immer größere Rolle, die den Film gut abrundet. Ganz speziell muss aber die Leistung von Oliver Stokowski gelobt werden. Auf dem Weg zur Besserung spielt er so eindringlich, dass dem Zuschauer einskalte Schauer den Rücken herunterlaufen. Der Film ist bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt und kann bis in die letzte Minute überzeugen. Diesen Fernsehfilm sollte man nicht verpassen.

Das ZDF zeigt «Durch diese Nacht» am Montag, den 11. Mai 2009, um 20.15 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/34795
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