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Juwelen des Fernsehens: «Marienhof»

von  |  Quelle: Wikipedia, marienhof-page.de.vu, daserste.de
Seit nunmehr über 3.000 Folgen läuft die Daily-Soap bei der ARD. Das bedeutet: 16 Jahre Herzschmerz, Liebe & Hass, Freude & Trauer. Das heißt aber auch: 22 Hochzeiten, 13 geborene Kinder, 12 Totgeburten und 46 verschiedene Tode.



Man kann es schon ahnen: In der täglichen Seifenoper liegen die unterschiedlichsten Gefühle so dicht nebeneinander wie in kaum einem anderen deutschen Format. Mithalten können da nur noch „Riesen des Geschäfts“ wie «Gute Zeiten, Schlechte Zeiten» oder «Verbotene Liebe». Doch nun feiert der «Marienhof» am 08. Mai seine 3.333 Folge – ein Grund, zurückzublicken, zu feiern und zum in die Zukunft schauen. „Im «Marienhof» werden aktuelle, gesellschaftsrelevante Themen emotional erzählt. Die Serie ist ein modernes Schlüsselloch. So vermitteln wir Werte, nach denen jeder sucht“, so Bea Schmidt, Produzentin der Sendung.



Von der ersten Idee

Im April 1989 wurde zum ersten Mal über die neue deutsche Serie gesprochen. Auch die Ausrichtung des Inhalts war schon weitgehend klar, so sollte sich alles um die privaten und geschäftlichen Probleme der Menschen drehen. Anfängliche Titelvorschläge wie «Das Kleeblatt», «Das Kaufhaus» oder «Das Krankenhaus inmitten der Stadt» wurden schnell aus dem Gedächtnis gestrichen, um auf die Idee zu kommen, dass die Geschichten in einem eigenen Stadtviertel spielen könnten. Im November 1989 war der «Marienhof» geboren.



Konkrete Vorbereitungen

Im April 1991 nahm das Konzept langsam Gestalt an: Auf dem Gelände der Bavaria Film in München Grünwald kreierte man eine der größten Außenkulissen der deutschen Filmgeschichte (4450 m²). In 18 Wohn- und Geschäftshäusern plus einer Schule sollten bald die Dreharbeiten stattfinden. Die eigentliche Planung, die Serie täglich auszustrahlen, wurde von den ARD-Verantwortlichen erst einmal über den Haufen geworfen: Zwei Mal die Woche, dienstags und donnerstags, wurde für jeweils 50 Minuten aus dem «Marienhof» gesendet. „Manchmal schien es uns so, als würden wir die selbst gestellte Aufgabe und das utopische Ziel nie erreichen können“, so Georg Feil, damaliger ausführender Produzent.







Die erste Phase

Am 10. Februar 1992 fiel der Startschuss für 16 Jahre «Marienhof». Ab dem 01. Oktober liefen 52 Folgen der eigentlich als Daily-Soap konzipierten Serie. Nach einer kurzen Sommerpause kehrte die Serie im Herbst 1993 mit einer verkürzten Sendezeit von 25 Minuten zurück auf den Bildschirm. Erst am 02. Januar 1995 wurde «Marienhof» im Zuge der Einführung einer neuen täglichen Seifenoper, «Verbotene Liebe», zu einer richtigen Daily-Soap. Seit diesem Zeitpunkt kann man die Serie nun täglich um 18.25 Uhr verfolgen.



Neue Erfahrungen, neue Rekorde und neue Herausforderungen

Im Jahre 1997 zeigte sich, wie sehr der Mensch mit fiktionalen Figuren miteifern kann. Denn für Wochen sorgte Marco Busch, der einem unersättlichen Todeskampf ausgeliefert war, für wunderbare Einschaltquoten oberhalb der Vier-Millionen-Marke. Mit der Zeit brachte der «Marienhof» auch deutschlandweit berühmt gewordene Stars hervor, wie etwa Florian Karlheim, Judith Hildebrandt und Christof Arnold. Im Mai 2001 wurde mit dem Bau einer neuen Außenkulisse im Wert von zwei Millionen Euro begonnen, was die Zuschauer mit stetig steigenden Quoten dankten.



2004: Der Schleichwerbung-Skandal

2005 wurde bekannt, dass die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) 2002 58.670 Euro für eingeschobene Dialoge ausgab, um die eigenen Interessen zu vertreten. Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender, äußerte sich damals wie folgt: „Ein solcher Fall von Manipulation übertrifft alle bisherigen Vermutungen über verdeckte Einflussnahme durch die INSM“. Das Ziel der INSM sei es nach eigenen Angaben jedoch nur gewesen, auf Grundkenntnisse der Wirtschaftsordnung zu verweisen. Obwohl die INSM den Vorwurf, die Medien zu manipulieren, immer noch zurückweist, gestehen sich die Vorstandsvorsitzenden ein, dass die Kooperation mit «Marienhof» ein Fehler war.



Interessante Fakten einer Soap-Ära

Es gibt tatsächlich Schauspieler, die von Anfang an zum Cast gehören: So zum Beispiel Viktoria Brams, die in der Serie die Inge Busch gibt. Um die 3.000 Folgen sind auch Wolfgang Seidenberg als Frank Töppers und Nicole Belstler-Boettcher als Sandra Behrens dabei. Bis zum diesjährigen Jubiläum wurden ganze 87.419 Serienminuten produziert. 152.800 Drehbuchseiten wurden für die kurzweilige Unterhaltung geschrieben. 2004 bekam die Daily-Soap das „Rauchfrei-Siegel“ des Aktionsbündnisses Nichtrauchen verliehen, da in der Serie auffallend wenige Schauspieler rauchen und diese nur sehr vereinzelt auftreten. Bea Schmidt: „In den Zeiten schnelllebiger Serien ist der «Marienhof» eine Konstante des ARD-Vorabendprogramms.“ Schönere Schlussworte kann man wohl kaum finden. Auf die nächsten 3.333 Folgen...

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