Hingeschaut

«Der Bachelor»: Wolle Rose nehmen?

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"Ja, komm‘ her, Schnuckiputz!": «Der Bachelor» und seine 22 Frauen.

Zur dunklen Jahreszeit packt RTL ja immer die Pralinen aus und knallt rein mit im hellen Sommer gedrehten Shows. «Bauer sucht Frau», Bohlen sucht Gesangstalent, Dschungel sucht König. Na gut, Letzteres fällt 2021 anders aus. Und auch beim «Bachelor» sorgt Corona für ein paar Veränderungen.

Der elfte Rosenkavalier: Jetzt können sie bald eine Fußball-Mannschaft gründen. Niko Griesert heißt der heurige, die ersten Bilder von ihm: Unter der Dusche, mit Dreitagebart. Mädelsfutter halt für den kalten Mittwochabend. Mit 30 ist er im besten Alter, ist über 1,90 Meter groß (hui!), hat aber schon eine Tochter, die aber bei der Mutter lebt, von der er getrennt ist. Muss ja auch so sein. Niko lebt in Osnabrück, fast schon der Grund, die Rosen abzulehnen, es sei denn, man ist Fußballfan. Sein Vater Wolfgang ist der Oberbürgermeister der Stadt in Niedersachsen. Pluspunkt?

Wer die ersten zehn Staffeln «Bachelor» nicht gesehen hat, hat auch nicht wirklich etwas Wichtiges verpasst. Aber das gilt ja für alle derartigen Shows. Staffel elf ist bestimmt die beste bisher. Auf alle Fälle mega. In Deutschland statt unter Palmen wird heuer also gebusselt. Und dass fünf der 22 Damen in Quarantäne mussten, schlachteten die Medien vorab aus. An sich gute Publicity. Genügend rosen- und fernsehgeile Weiber kamen trotzdem zusammen zum Start der neuen Staffel. Für IT-Projektmanager Niko, der vielleicht ja der nächste «Bond» wird? Casting ab!

Niko ist Motorradfahrer, spielt Klavier. Natürlich ist er sportlich, er joggt. "Geil", seufzen die weiblichen Zuschauerinnen Zuhause. Ihre Kerle nebendran auf dem Sofa lechzen bei Vivien, Melissa, Jaqueline oder Kim Virginia - oder bei welcher Kandidatin auch immer. Ist ja wieder für jeden Geschmack etwas dabei. Aber für die Frauen gibt´s zum Schwärmen nur Niko.

Blond, brünett, dunkle Haut, südländisch, glatte Haare, Locken, dicke Möpse, schmale Lippen, überschlank - Niko hat die Wahl. Die eine schielt ein wenig, die nächste hat offenbar übergroße Stampfer. Die dritte: Bisschen eine Quiekstimme, oder? Egal, die Rosen reichen eh nicht für alle. Lasst es die Blumen sagen.

Schon nach 15 Minuten hat man alle mal gesehen und gehört, Nikos Familie kennen gelernt. Ab mit dem Flugzeug nach Berlin in einen Club. Niko schnippt das erhellende Feuer an - und schon fahren die ersten Damen vor. Die naive Nervosität von Mimi, 26, aus Pfungstadt, was nur Faustballfans kennen, nervt irgendwie. Noch nie einen schönen Mann gesehen? Auf zehn Laufmeter darf sie sich einhaken, dann muss er Karina (24), Kosmetikerin aus Hamburg, abholen. "Wie geht´s dir?", fragt er brav und schnauft vor jeder neuen Frau erstmal durch.

Kurz mal am Mineralwasser nippen, dann kommen die nächsten zwei Grazien. Michèle, 27, aus Köln, wie vorher schon mal von RTL Mimi so genannt wurde. Irgendwie sehen sie ja auch alle fast gleich aus. Halt: Melissa, 27, Filialleiterin einer Bank. Katzenberger-Verschnitt und Hobby-Schiedsrichterin, mit gelber Karte als Geschenk. Ist das nicht die mit der quieksenden Stimme und den Stampfern?

Irgendwie ist der Bachelor das Gegenteil von den Frauen suchenden Bauern. Rein optisch. Aber irgendwie wirken die Bauern immer viel authentischer. Nicht dass die Mädels unsympathisch wären, nein, nein. Auch Niko ist ein Netter. Aber man fragt sich halt: Herrje, warum könnt ihr nicht einfach abseits von RTL jemanden kennen lernen? Ist doch gar nicht so schwer. Schon gleich gar nicht, wenn man kein Gesichtsunfall ist.

Weiter geht´s: Nadine 24, Personalleiterin aus Tuttlingen, kommt fast vom Bodensee. Niko tun fast die Hoden weh. Schönes Wortspiel. Leider hier erfunden und vom Sender nicht verwendet. Dann kommt Kim Virginia, 25, Stewardess, praller Arsch, irgendwie unvorteilhaft geschminkt. Schlag auf Schlag tritt Stefanie Desiree, 27, Operationstechnische Assistentin aus München, ein, die sich scheinbar selbst geliftet und die den Mut hat, nicht mit schneeweißen Zähnen mitzumachen.

Maria, 25, ist gebürtige Griechin und schmeckt Namen. Niko sei "lecker". Eine nach der anderen trudelt nun ein. Der Chauffeur sieht aus wie der Bösewicht in dem nächsten «Bond»-Film, für den Niko sich gerade bewirbt. Oder auch nicht. Hat ja genug zu tun, der Knackkerl. Nina, ist da, 20, Studentin aus Pirna, drei Köpfe kleiner als er. Und schwärmt. Niko strahlt wie ein Honigkuchenpferd.

Irgendwann fragt man sich, wieso es RTL nicht bei - sagen wir - sieben Mädels belässt, zwölf Folgen über je eine Stunde dreht, alle zwei Wochen muss sich eine Dame verabschieden. So verlieben sich um die 20 in den Charmeur - und der blickt gar nicht mehr richtig durch.

Auch vor dem Fernseher wird es langsam langweilig. Immer die gleiche Prozedur beim Vorstellen. Die Gefahr wächst, in der nächsten Werbepause einzuschlafen oder sich ein Bier zu holen und dann lieber den Kühlschrank anzuschauen. Es soll ja schon welche geben, die gut aussehen und sogar reden können.

Zurück zum leicht schon geknickt am Eingang stehenden Niko: Hannah, 28, Unternehmerin aus Berlin ist da. Auffällige Nase, aber gesegnet mit viel Hüttenholz, bittet zum Yoga auf dem roten Teppich. Dann kommt Laura, 22, Psychologiestudentin aus Hamburg, Thai-Boxerin. Ihr Kleid ist 1000 Meter länger als das von Esther, 22, Studentin aus Hannover, die mal wieder ein Geschenk dabei hat: Ein selbst gezeichnetes Bild. Und endlich mal eine nicht Überdrehte, bescheiden Wirkende, zierlich und irgendwie süß. Man spürt schon: Die wird´s.... wohl eher nicht!

Anna, 30, die nächste Flugbegleiterin, will Niko in die Oper schleppen. Wo hat er seine gelbe Karte? Irgendwie aber scheint´s zu knistern. Die nächsten Zwei in der Limousine könnten Geschwister sein. Die eine stellt RTL nicht vor, die andere heißt Nora, 31, Unternehmerin aus Leipzig und Stangentänzerin.

Schnitt, die nächste. Nun wird Tempo gemacht. Jacqueline S., 23, selbstständige Kosmetikerin aus Göppingen. Danach: Türe auf, kein Frauchen raus. Niko schaut traurig, aber fünf Kandidatinnen befinden sich in Quarantäne. Isoliert quasi im Tiny-House. Doch Verlieben geht ja auch zu achtzehnt. Halt nein: Zu sechszehnt, denn Stefanie Desiree und Vivien bekommen in Folge eins am Ende keine Rose. Vivien? Die ging beim Eintreten irgendwie unter...

Nach 55 Minuten war im Club, wer kommen konnte. Sekt marsch! Und die ersten Tänzchen. "Ja, komm´ her, Schnuckiputz!" Danach ein paar Einzelgespräche. Mit Michelle scheint´s zu funken. Was nun? Staffel abbrechen und gleich heiraten? Fände RTL sicher blöde. Wer demnächst noch so alles kommt? Man soll ja als Mann mit möglichst vielen schönen Frauen schlafen, siehe «Sommerhaus der Stars». Die nächsten Wochen hat Niko Griesert scheinbar die Gelegenheit dazu.

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